Messi, Bezos, Reynolds: Europas Fußballklubs als verlockendes...

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Immer mehr Filmstars, Fußballer wie Lionel Messi oder Unternehmer wie Jeff Bezos steigen bei Fußballvereinen ein. Aufstieg, Champions League und Titel bedeuten Gewinn und Wertsteigerung. Der...

Immer mehr Filmstars, Fußballer wie Lionel Messi oder Unternehmer wie Jeff Bezos steigen bei Fußballvereinen ein. Aufstieg, Champions League und Titel bedeuten Gewinn und Wertsteigerung.

Der Abstieg hingegen den Bankrott. Fußballfan ist Jeff Bezos vielleicht keiner, der Amazon-Gründer ist aber in Besitz von 40 Prozent der Anteile am FC Liverpool. Liverpool. Jeff Bezos gibt Milliarden aus, Thomas Müller und Mats Hummels Millionen, Lionel Messi legt sich langsam ein Portfolio zu und David Alaba trat als „Retter“ in Erscheinung, um mit dem Erwerb von zwei Prozent der Austria-AG seinem Herzensklub unter die Arme zu greifen: Das Interesse von Investoren am europäischen Fußball scheint ungebrochen.

Die Ex-Weltmeister Müller und Hummels stiegen beim portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora mit 40 Millionen Euro ein. Messi steht kurz vor dem Kauf des spanischen Zweitliga-Aufsteigers CD Eldense. Den Fünftligisten UE Cornella besitzt er bereits. Woran liegt allerdings dieses nun aufkeimende Interesse?

Wollen alle Stars plötzlich gar auch Präsidenten sein?

„Es hat einen Wandel gegeben“, sagt Sportökonom Christoph Breuer von der Sporthochschule in Köln etwa der Deutschen Presse Agentur. Mäzene, Gönner oder Fans, die sich einen Klub kaufen weden zusehends rarer. Milliardäre wie Frank Stronach oder Roman Abramowitsch bleiben eine Seltenheit.

„Jetzt sieht man Investoren, die wirtschaftliche Rendite suchen. “ Allerdings sind Fußballklubs eher „spezielle Investments“. Große Gewinne aus dem normalen Geschäft werfen sie nämlich nicht ab. Der FC Bayern München erzielte 2024/25 einen Gewinn von 27 Millionen Euro, ein deutsches Dax-Unternehmen verbuchte Gewinne von 2,8 Milliarden Euro.

Manch Bundesligist schreibt ein Minus. Ohne sportlichen Erfolg bei wirtschaftlicher Stabilität ist eine Gewinnmaximierung mit einem Verein ein Wunschdenken. Geht es aber um Aufstieg, TV-Deals oder Sponsoring, verbessert sich die Ausgangslage schlagartig im Hinblick auf Wertsteigerung. Europas Klubfußball ist da auch anders gestrickt als etwa der US-Sport mit Franchise-Lizenzen, Nicht-Absteigern und geschlossenem Spielbetrieb.

Dort sind Preise für Vereine in astronomische Sphären geschossen. Zuletzt wechselten etwa die NBA-Basketballer der LA Lakers um 12,5 Milliarden Dollar den Besitzer. Damit ist man in der Entertainmentbranche fix vertreten, Europas Fußball erhält zumeist erst in der Champions League ein eigenes „Preisschild“. 2016 waren 17 europäische Fußballvereine in der Hand von US-Investoren, zehn Jahre später sind es bereits 117.

Ob Rapper Snoop Dogg , Ryan Reynolds und Rob McElhenney oder Amazon-Gründer Jeff Bezos: Bei Aufstiegen oder der Qualifikation für den Europacup sind zusätzliche Einnahmen möglich, die laut Breuer prozentuell „höher als in der normalen Industrie sind“. Dennoch: Mit Blick auf die vergangenen 20 Jahre waren die Wertsteigerungen im US-Sport im Vergleich zum Börsen-Leitindex S&P 500 doppelt so hoch. Der durchschnittliche Wert eines NFL-Teams lag 2025 bei sieben Milliarden Dollar.

Da wirken die 2,4 Milliarden Euro, die eine Investorengruppe um Bezos für fast 40 Prozent des FC Liverpool zahlte, fast schon wie ein Schnäppchen. Und es gibt noch eine Kennzahl, auf die US-Investoren besonders schauen: Den Umsatz pro Fan. Was gibt er pro Matchbesuch aus, vor allem: Was muss man tun, damit er noch mehr Geld im Stadion und dem Shop zurücklässt? Da ist Real Madrid federführend: Pro Fan zählen die „Königlichen“ 2,57 Dollar Umsatz.

Nur ein Vergleich: Bei den Lakers sind es 28,25 Dollar pro Fan, im NFL-Football sagenhafte 147 Dollar. Das beginnt beim Ticket und endet beim Trikotverkauf. Es verlangt trotzdem Hingabe, Geduld und Markentreue. Ein Klublogo im Fußball zu ändern, aus Marketingzwecken, ist ein Eigentor.

In den USA wechseln Maskottchen und Lizenzen mitunter schnell. In einem Ziel sind Klubs, Spieler und Investoren einig: Man braucht so schnell wie möglich Erfolg. Oder leidet, weil der Verein des Vertrauens, etwa Austria Wien, partout nicht performt.

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