Menopause: Überraschende Symptome und fragwürdige Tipps im Internet

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Menopause: Überraschende Symptome und fragwürdige Tipps im Internet
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Cornelia Grobner ist seit 2018 Wissenschaftsredakteurin bei der „Presse“. Seit 2023 ist sie Teil des Klima-Teams. Der Fokus der promovierten Sozial- und Kulturwissenschaftlerin (Uni Salzburg) liegt auf Forschung in und aus Österreich, seit 2025 berichtet sie in der „Presse am Sonntag“ auch regelmäßig über internationale Wissenschaftsthemen.

Lange wurden die Wechseljahre und ihre Symptome totgeschwiegen, jetzt wird das Thema regelrecht gehypt. Die Forschung selbst kommt der im Netz verbreiteten Desinformation kaum hinterher.

Ob sie etwa „Woman on Fire“ gelesen habe? Halb amüsiert, halb selbstkritisch zollte der Gynäkologe der Patientin Anerkennung auf eine spezifische Frage zur Menopause. Anekdotischen Erzählungen zufolge dürfte sich diese Situation so oder ähnlich des Öfteren in Arztpraxen hierzulande abgespielt haben. Tatsächlich waren Anfang der 2020er Bücher wie ebendieses der Medizinerin und TikTok-Aufklärerin Sheila de Liz Katalysatoren für eine offene Debatte über die Wechseljahre.

Sie erhöhten das Bewusstsein dafür, wie unzureichend die medizinische Versorgung in der hormonellen Umbruchphase ist. Die Lücke zwischen der mittlerweile verfügbaren Information zu den Wechseljahren und der Qualität der ärztlichen Beratung klafft heute umso deutlicher. Darauf machte jüngst ein kanadisches Team aus Psychologinnen und Anthropologinnen um Anne Bowker und Janet Mantler aufmerksam, das Erfahrungen von 60 interviewten Frauen in Buchform veröffentlichte und eine Bandbreite an individuell sehr unterschiedlich ausgeprägten Symptomen, die fünf bis zehn Jahre anhalten können, existiert. 78 Prozent der von Bowker und Mantler interviewten Frauen stellten eine Gewichtszunahme und eine Umverteilung des Körperfetts fest. 58 Prozent litten unter Stimmungsschwankungen, darunter Angstzustände, Depression und Reizbarkeit. Auch ein bisher unbekanntes Ausmaß an Wut wurde berichtet.

Besonders belastend wurden Gedächtnisprobleme und geistige Benommenheit empfunden.

„Man sollte meinen, dass wir in einer Zeit, in der die Menschheit kommerzielle Raumfahrt und selbstfahrende Autos entwickelt, auch mehr über die Menopause wüssten“, schreiben die Autorinnen. Doch die Lebensphase, die Menschen mit funktionierenden Eierstöcken unweigerlich durchleben – sie tritt ein, wenn keine Follikel mehr übrig sind, die einen Eisprung auslösen –, umgibt nach wie vor die Aura eines Mysteriums. Ihren Anfang nahm die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Menopause im Frankreich des 19. Jahrhunderts.

Der Blick der damaligen Ärzte darauf war allerdings ein psychiatrischer: Frauen in den Wechseljahren wurden als wahnsinnig, sexuell pervers und geistig zerrüttet beschrieben. So richtig in Schwung kam die moderne evidenzbasierte Forschung erst in den vergangenen Jahren.brachte zudem die orale Einnahme von Östrogen in den Wechseljahren mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkt sowie venöser Thromboembolie in Zusammenhang . Strittig ist bis heute die grundsätzliche Frage nach dem Warum.

Längst ist bekannt, dass es sich bei der Menopause um kein ausschließlich menschliches Phänomen handelt. Doch bei je mehr Tierarten sie identifiziert wird , desto weniger nachvollziehbar scheinen bisherige Theorien über ihre Evolution. Aus dieser Perspektive ergibt die Menopause wenig Sinn. Ist doch eine lebenslange Fortpflanzung der beste Weg, um so viele Gene wie möglich weiterzugeben.

Eine vom britischen Biologen W. D. Hamilton 1960 geprägte Theorie ist jene der Gesamtfitness . Demnach helfen Frauen ab einem gewissen Alter bei der Pflege des Nachwuchses von jüngeren Verwandten und sichern so ihr genetisches Erbe besser. Erste empirische Forschungsarbeiten zu dieser „Großmutter-Hypothese“ folgten in den 1990ern durch die Anthropologin Kristen Hawkes, die dazu die Gemeinschaft der Hadza in Tansania studierte.

Denn während bei Orcas postreproduktive Mütter männliche Jungtiere vor Angriffen durch Artgenossen schützen, ist bei Schimpansen kein derartiges Care-Verhalten bekannt. Möglicherweise stellen sie die Reproduktion ein, um den Kosten durch Konkurrenz mit jüngeren Weibchen zu entgehen – etwas, das auch bei manchen Walarten beobachtet wurde. Unabhängig davon passt auf ältere weibliche Berggorillas keine der beiden Hypothesen. Eine einzige evolutionäre Ursache für die Menopause erscheint zunehmend fraglich.

Zuletzt wurden Befürchtungen laut, der Hype um die Wechseljahre im öffentlichen Diskurs belebe alte Stereotype und schade Frauen vor allem im beruflichen Kontext. Letztlich verschleiert die Diskussion, dass sowohl Männer als auch Frauen durch Die britische Soziologin Rebecca Ann Simmons, die zu queerer Menopause forscht, kritisierte indes den Fokus der Debatten auf heterosexuelle, cisgeschlechtliche Frauen mittleren Alters .

Sie empfiehlt, ausgehend von marginalisierten Erfahrungen und dem oft geschärften Körperbewusstsein von queeren Menschen, das eindimensionale Verständnis dieser Lebensphase aufzubrechen.hat 4185 Frauen zu psychischen und physischen Veränderungen in der Perimenopause und Menopause befragt. Das Ergebnis der Studie, die 2024 bei einer Fachkonferenz in Toronto präsentiert wurde, ist eine Liste mit 103 Symptomen.

Welche davon durch den Alterungsprozess oder andere Faktoren ausgelöst werden und möglicherweise alle Geschlechter gleichermaßen betreffen können, bleibt offen.sind Müdigkeit , Brain Fog , Schlafstörungen , Gedächtnislücken , Angstzustände , Libidoverlust , Gelenkschmerzen , Konzentrationsschwäche , Hitzewallungen , Reizbarkeit/keine Geduld , Nachtschweiß und ein verlangsamter Stoffwechsel .

Nachtschweiß, Azidose , Erschöpfung/Müdigkeit, Allergien, Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Sehstörungen, Blutdruck , Blutzucker-Dysregulation, Körpergeruch, Brustschmerzen oder Druckempfindlichkeit der Brust, Veränderung der Brustgröße, Anfälligkeit für Blutergüsse, Brennen auf der Zunge und im Mund, brennende, juckende oder schmerzende Kopfhaut, Karpaltunnelsyndrom, Veränderungen der Körperform, Veränderungen des Geruchssinns, Schüttelfrost, Muskelschwund, Ungeschicklichkeit, Kälteschauer und ständiges Kältegefühl, Kribbeln, Schwindel, Diplopie , trockene Augen, trockener Mund und trockene Zunge, Metabolisches Syndrom, frühes Erwachen, stromschlagartige Schmerzen, Müdigkeit, Energiemangel und Erschöpfung, häufiger Harndrang, eingefrorene Schulter, harter, aufgeblähter Bauch, Kopfschmerzen oder Migräne, Hörprobleme, Herzklopfen, Herzstolpern und Herzrasen, hoher Cholesterinspiegel, hoher oder niedriger Cortisolspiegel, Muskel- und Wadenkrämpfe, Hüftschmerzen , heiße Füße, Hitzewallungen, Entzündungen, Schlaflosigkeit, innerliches Zittern, unregelmäßiger Herzschlag, juckende Ohren, Gelenkschmerzen , Benommenheit, Meibomitis , nichtalkoholische Fettlebererkrankung , Augenmigräne, Osteoporose, Schmerzen im Becken- und Rektalbereich, undefinierte Schmerzen, Geruchstörung , Restless-Legs-Syndrom, laufende Nase, Schleimfluss im Rachen und verstopfte Nase, Atemnot, Schulter-, Nacken- und Armschmerzen, Schlafapnoe, verlangsamter Stoffwechsel, schmerzende Brustwarzen, Kribbeln in den Extremitäten, Tinnitus, Kiefergelenksstörung, Harninkontinenz, Harnwegsinfektionen, Zystitis und Blasenentzündungen, Schwindel , Wassereinlagerungen, Gewichtsschwankungen und Gewichtszunahme, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Refluxkrankheit, Blähbauch, Aufstoßen, Sodbrennen, Verstopfung, Blähungen, Schluckbeschwerden, Lebensmittelunverträglichkeiten, Heißhunger, mehr Hunger, Appetitlosigkeit, neue Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel, erhöhte Leberwerte, Reizdarmsyndrom, Durchfall und Veränderung der Stuhlgewohnheiten, weicher Stuhl, metallischer Geschmack im Mund, Übelkeit, Gefühl eines drohenden Unheils, ADHS, Angstzustände, Brain Fog, Depressionen, Konzentrationsschwierigkeiten, emotionale Empfindlichkeit und Weinerlichkeit, Gesundheitsängste, Reizbarkeit, mangelnde Konzentration, mangelnde Motivation, Ungeduld, mangelndes Selbstwertgefühl, Gedächtnislücken bzw. Gedächtnisverlust, Stimmungsschwankungen, Albträume, Panikattacken, Wutanfälle, Krampfanfälle, Schlafstörungen, soziale Ängste, Stress, bakterielle Vaginose, Scheidentrockenheit, Blasenspasmen, stärkere, kürzere bzw. schwächere Menstruationsblutungen, erhöhte Libido bzw. gesteigerter Sexualtrieb, Verlust der Libido bzw. geringe Libido, unregelmäßiger Zyklus, PMS, Organsenkung , Akne, brüchige Nägel, trockenes Haar, trockene und juckende Haut, Ekzeme, Psoriasis und Rosazea, krauses Haar, Haarausfall, unerwünschter Haarwuchs, Falten, Nesselsucht , Juckreiz, Pigmentflecken.

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