Mehr Sportschuhe und Accessoires: Schuhhändler Humanic will sich neu positionieren

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Mehr Sportschuhe und Accessoires: Schuhhändler Humanic will sich neu positionieren
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WIEN/GRAZ. Obwohl Schuhe zunehmend online gekauft werden, sieht Firmenchef Armin Weger noch Platz für neue Filialen. Seit Ende März hat das Grazer Traditionsunternehmen Leder&Schuh einen neuen Eigentümer.

Seit Ende März gehört die Humanic/Shoe4You-Mutter Leder & Schuh nach 150 Jahren in Familienbesitz dem deutlich kleineren slowenischen Schuhhändler Mass. Seither werden Logistik, IT und Produktmanagement neu aufgestellt und die Profile der beiden Marken geschärft.

"Humanic und Shoe4You waren nicht klar voneinander abgegrenzt. Die Überschneidungen lagen bei 60 bis 70 Prozent", sagte Konzernchef Armin Weger. Humanic soll premiumorientierter werden, Shoe4You das Gegenstück zu Deichmann. Humanic sei mit 120 Marken zu breit aufgestellt, räumte Weger ein.

Das will der neue Eigentümer optimieren. In bis zu 20 der knapp über 60 Filialen sollen eigene Humanic-Sports-Flächen eingerichtet werden, auf denen Sportschuhe verkauft werden sollen.

"Sport und Fashion kann man nicht mehr trennen. Laufen ist ein Lifestyle-Thema geworden", sagte Weger. Sogenannte Performance-Schuhe sollen mittelfristig zehn Prozent zum Umsatz beisteuern. Der Accessoire-Bereich rund um Handtaschen soll ausgebaut werden.

Obwohl Schuhe zunehmend online gekauft werden, sieht Weger noch Platz für neue Filialen, insbesondere für die Linie Shoe4You. Bei Humanic gebe es einen Investitionsbedarf.

"Deshalb wollen wir im kommenden Jahr fünf bis acht Filialen renovieren. Bevor wir über Expansion sprechen, investieren wir zuerst in das bestehende Filialnetz", so Weger. Viel Potenzial gebe es auch im CEE-Raum, insbesondere Bulgarien und Rumänien. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Schuhhandel hierzulande massiv konsolidiert, allein zwischen 2014 und 2025 hat sich die Zahl der Standorte um ein Viertel reduziert.

Etliche namhafte Unternehmen - von Stiefelkönig über Delka und Reno bis Salamander - haben geschlossen. Im Vorjahr haben laut dem Marktforscher RegioData die Schuhhändler in Österreich 91 Standorte geschlossen und nur 37 neu eröffnet. Heuer sperrten bisher 59 Schuhgeschäfte zu und nur fünf Standorte wurden neu aufgemacht. Neben dem Onlinehandel haben auch Bekleidungshändler wie H&M oder Zara inzwischen riesige Schuhsortimente und nehmen dem klassischen Schuhhandel Geschäft weg.

"Zara ist brutal im Trend, das spüren wir schon", sagte Weger. Um einen Onlineshop kommt man auch als stationärer Händler nicht mehr herum. Die Verzahnung zwischen online und offline geht die Kette nun offensiver an.

"Wir haben es als Service, aber wir können es uns nicht leisten, gratis zu versenden. Wir glauben an den stationären Handel", so Weger. Leder & Schuh erzielte mit Humanic und Shoe4You im Vorjahr einen Umsatz von 378 Mio. Euro, ein kleines Erlösplus gegenüber 2024 mit 371 Mio.

Euro.

"Das letzte Geschäftsjahr war nicht so schlecht", so der Firmenchef. Man habe"bei Profitabilität und Marge einen Riesensprung nach vorne gemacht". Der Schuhhändler mit Firmensitz in Graz ist mit mehr als 200 Filialen in neun Ländern vertreten und beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Österreich sind Humanic und Shoe4You zusammen hinter Deichmann und Zalando die Nummer 3 am Schuhmarkt.

Zu den großen Schuhhändlern hierzulande zählen auch ANWR , Ringschuh und Snipes.

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