Die Debatte um den Erhalt der Extrem-Frühchen-Station in Neubrandenburg ist durch einen Bundestagsbeschluss neu belebt worden. Gesundheitsministerin Stefanie Drese versucht aber auch auf anderen Wegen, die verfügte Schließung rückgängig zu machen.
Schwerin/Neubrandenburg - Mecklenburg-Vorpommern dringt gemeinsam mit anderen Bundesländern darauf, dass es für den Erhalt von Extrem-Frühchen-Stationen an Kliniken Ausnahmeregelungen geben muss. Es bestehe die Sorge, dass Schließungen solcher Stationen wegen der Unterschreitung der geforderten Mindestfallzahl nicht durch die verbleibenden Zentren kompensiert werden könne.
Drese begrüßte den Beschluss des Bundestages aus der Vorwoche, die Petition zur Fortführung der Extrem-Frühchen-Station in Neubrandenburg an die Bundesregierung zu überweisen. "Das ist ein großer Erfolg für die Initiatoren der Petition", sagte die Ministerin. Nach ihren Worten gibt es keinerlei Beleg dafür, dass durch die ab 2024 vorgesehene Erhöhung der Mindestfallzahl auf 25 eine Verbesserung der Ergebnisqualität erreicht würde.
Für die Neubrandenburger Klinik gilt seit Beginn dieses Jahres ein Behandlungsverbot für Neugeborene mit weniger als 1250 Gramm Gewicht. Wegen der hohen Kosten solcher Stationen und der notwendigen Sicherung einer hohen Versorgungsqualität schreiben Krankenkassen und Verbände eine Mindestfallzahl vor. Weil in Neubrandenburg aber die geforderte Fallzahl nicht erreicht wird, wurde die Einstufung als Perinatalzentrum Level 1 zurückgenommen.
"Es liegt nun an uns als Politik, für dieses Problem eine Lösung zu finden. Wir sind das den Eltern und den Extrem-Frühchen im ländlichen Raum schuldig", hatte der Greifswalder Bundestags-Abgeordnete Erik von Malottki unmittelbar vor der Abstimmung gesagt. Nach seinen Worten droht bundesweit 31 Kliniken wegen zu geringer Fallzahlen ein ähnliches Schicksal.
Der Fortbestand solcher Spezialstationen ist aber nur eines der Probleme, mit denen das unter permanentem Kostendruck stehende Gesundheitssystem zu kämpfen hat. Immer mehr Kliniken schreiben rote Zahlen und sehen sich zu strukturellen Veränderungen gezwungen. Am Dienstag will Gesundheitsministerin Drese in Schwerin über den aktuellen Stand zur Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern informieren.
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Gesundheit: Drese: Ausnahmeregelung für Extrem-Frühchen-StationenSchwerin/Neubrandenburg (mv) - Mecklenburg-Vorpommern dringt gemeinsam mit anderen Bundesländern darauf, dass es für den Erhalt von
Weiterlesen »
Mecklenburg-Vorpommern: Welthospiztag: Selbstgenähtes Herz reist durch MVAktuelle Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern
Weiterlesen »
Frühchenstation in Potsdamer Klinikum: Kleinste Frühchen dürfen weiter versorgt werdenDas Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam darf weiterhin kleinste Frühchen mit einem Gewicht unter 1250 Gramm versorgen. Der Kinderklinikschef begrüßt das, hat aber auch Kritik.
Weiterlesen »
Mecklenburg-Vorpommern: Deutschland nicht zum sicheren Hafen für Judenhasser machenAktuelle Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern
Weiterlesen »
Mecklenburg-Vorpommern: Seawolves verpflichten neuen Center nach Gloger-AusfallAktuelle Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern
Weiterlesen »
Mecklenburg-Vorpommern: Jüdische Kulturtage in Rostock eröffnetMusik, Filme, Theater, Lesungen - die jüdische Kultur präsentiert sich mit vielen Veranstaltungen in Rostock. Das Fest wird überschattet von den Angriffen der Hamas auf Israel. 'Trotzdem', sagt die Jüdische Gemeinde.
Weiterlesen »