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Zusätzlich zu seiner Chefposition in Pittsburgh wird der 68-jährige österreichische Dirigent ab 2028/29 Principal Conductor des Philharmonia Orchestra und verantwortet auch ein neu gegründetes...

Zusätzlich zu seiner Chefposition in Pittsburgh wird der 68-jährige österreichische Dirigent ab 2028/29 Principal Conductor des Philharmonia Orchestra und verantwortet auch ein neu gegründetes Festival mit San Francisco Symphony.

Das ist nicht nur eine doppelte Personalie, sondern auch eine kulturpolitische Entscheidung. Zuletzt war er in Salzburg am Pult der Wiener Philharmoniker mit Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ sowie mit einem Gastspiel des Pittsburgh Symphony Orchestra erfolgreich, mit dem er auch die neue Saison im Wiener Konzerthaus eröffnet hat. Heute, Donnerstag – an seinem 68. Geburtstag – wurde nun verlautbart, dass Manfred Honeck ab der Saison 2028/29 gleich zwei weitere Positionen bekleiden wird.

Deren eine wird für eine stärkere Präsenz Honecks nicht nur in London, sondern in der ganzen „Alten Welt“ sorgen: In der Nachfolge etwa von Klemperer, Muti, Dohnányi und Esa-Pekka Salonen wird er Principal Conductor des Philharmonia Orchestra, das einst Walter Legge für Studioaufnahmen gegründet hatte und sich zu einem selbstständigen Klangkörper entwickelt hat. Und dieser will sich offenbar stärker auf seine Wurzeln in der zentraleuropäischen Musiziertradition besinnen – und daheim wie auf Tourneen neu beweisen.

Die andere wird in San Francisco geschaffen: Dort wird ein neues Musikfestival unter Honecks künstlerischer Leitung ausgerichtet, das programmatisch noch entwickelt wird, dessen Finanzierung durch anonyme Spenden aber bereits gesichert sei, wie es heißt. Vorerst fünf Jahre lang soll es sich im Frühling zwei bis drei Wochen lang rund um ein zentrales Werk aus dem Opern-, Oratorien- oder symphonischen Kanon gruppieren, Kammermusik und Uraufführungen inklusive. Das alles bedeutet dreierlei.

Zum einen gönnen Pittsburghs Orchester und Management Honeck die zusätzlichen Aufgaben: Noch vor nicht allzu langer Zeit war es undenkbar, dass die Chefs der renommiertesten US-Orchester bei den anderen auch nur gastierten, geschweige denn dort ein Festival unterhielten. Der geografische Abstand zwischen Ost- und Westküste dürfte auch helfen.

Es heißt aber auch, dass Elim Chan, 1986 in Hongkong geboren und ab 2027 die erste Frau an der Spitze von San Francisco Symphony, einen älteren Kollegen in einer Spezialfunktion zur Seite gestellt bekommt – freilich in bestem künstlerischen Einvernehmen und gegenseitiger Wertschätzung, wie betont wird. Und schließlich bedeutet es, dass Santtu-Matias Rouvali, seit 2021 Chef des Philharmonia Orchestra, nicht verlängert wird.

Dabei ist Rouvali, Jahrgang 1985, einer der Dirigier-Shootingstars aus Finnland, wenn auch nicht so hell leuchtend wie der elf Jahre jüngere Klaus Mäkelä.

„Das Pittsburgh Symphony Orchestra bleibt das Fundament meines künstlerischen Schaffens, und ich bin sehr dankbar, dass diese außergewöhnliche Partnerschaft auch in dieser neuen Konstellation eine zentrale Rolle spielen wird“, wird Manfred Honeck zitiert. „Gleichzeitig gibt mir das Philharmonia Orchestra in London die wunderbare Möglichkeit, in Europa eine neue künstlerische Heimat zu finden und dabei auf die großartige Geschichte des Orchesters aufzubauen.

Die San Francisco Symphony wiederum ist ein idealer Partner für ein Festival, das sich zentralen Fragen des Menschseins widmen möchte. Für mich war entscheidend, dass diese Aufgaben miteinander kompatibel sind und zugleich jede dieser Rollen ihren ganz eigenen Charakter bewahrt. “

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