Die Fünfte galt als unzugänglich und rätselhaft. Bis Luchino Visconti sie zum Film-Soundtrack für den „Tod in Venedig“ machte. Das hat alles durcheinandergebracht.
Mahlers Fünfte - von wegen »Tod in Venedig«! Die Fünfte galt als unzugänglich und rätselhaft. Bis Luchino Visconti sie zum Film-Soundtrack für den „Tod in Venedig“ machte.
Das hat alles durcheinandergebracht. Fünfte galt lang als rätselhaft. Ein Trauermarsch zu Beginn, ein Tanzsatz im Zentrum, ein hochkomplexes, aber dennoch geradezu verspielt wirkendes D-Dur-Finale als Abschluß. Wie war das zu deuten?
Doch dann kamund nutzte den vierten Satz, das von Mahler selbst so genannte „Adagietto“, ein „kleines Adagio“ also, als Filmmusik für seine Thomas-Mann-Verfilmung „Tod in Venedig“. Seither steht die Symphonie ununterbrochen auf den Konzertprogrammen und reisende Orchester nutzen sie als Demonstrationsobjekt ihrer Virtuosität.diesem Werk in seiner Komplexität zwischen Trauer, Wut und Verzweiflung, von fern her klingenden k. u. k. Militärsignalen, ausgelassener, skurril verfremdeter Tanzbodenstimmung und grandios-spielerischem kompositorischem Feinschliff.
Und, nicht zu vergessen, der heiklen Frage, worum es im berühmten „Adagietto“ nun wirklich geht -- soviel sei verraten: Um den Tod geht es nicht. Eher um die Liebe Gustav Mahlers zu seiner späteren Frau, Alma, die übrigens die Partitur der Symphonie für den Druck ins Reine geschrieben hat!
Durch den Podcast, in dem auch zu hören ist, wie die Nutzung als Filmmusik die Interpretationsgeschichte dieser Symphonie – und vor allem das Tempo des langsamen Satzes – beeinflußt hat, führt uns das. Außerdem sind Ausschnitte aus Aufnahmen unter der Leitung von Willem Mengelberg, der das richtige Tempo des „Adagietto“ kannte , und Bernard Haitink, der doppelt so lange für diese Musik braucht (und lädt uns ein, mit ihm einzudringen in die Geheimnisse von Mozart, Bach, Beethoven und anderen. Ein Podcast für Kenner und Neulinge.
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