Lenzing startet Kapitalerhöhung - Aktienkurs fällt stark

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WIEN/LENZING. Der Faserkonzern braucht Geld für seine Neuausrichtung - die neuen Aktien werden mit einem deutlichem Abschlag ausgegeben.

Der Faserkonzern Lenzing braucht für seine Neuausrichtung, wie berichtet, Geld und zapft dafür den Kapitalmarkt an. Über eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten streben die Oberösterreicher 300 Mio.

Euro an. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro/Aktie festgelegt, teilte Lenzing am Donnerstag mit. Dies entspreche einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte auf Basis des Schlusskurses vom Mittwoch. Die Lenzing-Eigentümer wollen die Kapitalmaßnahme mittragen.

Die Großaktionäre bestehend aus der B&C-Gruppe und der brasilianischen Suzano S.A. haben sich verpflichtet, alle Bezugsrechte auszuüben. Darüber hinaus habe sich auch die Oberbank AG verpflichtet, alle ihre Bezugsrechte auszuüben, heiß es in der Aussendung. Das Bezugsverhältnis beträgt 10 zu 9. Damit sind Aktionäre beziehungsweise Inhaber von Bezugsrechten berechtigt, für jeweils 10 bestehende Aktien beziehungsweise die entsprechende Anzahl an Bezugsrechten 9 neue Aktien zu beziehen.

Die Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am 6. Oktober 2026 und endet am 20. Oktober 2026. Lenzing verfolgt die neue Strategie, das Nonwovens-Geschäft auszubauen und im Textilgeschäft auf Premium-Marktsegmente wie Tencel zu setzen.

Auch das Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll gestärkt werden. Gleichzeitig zieht sich der Konzern aus dem Geschäft mit Standardfasern für Textilanwendungen zurück. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung des Konzerns, der schwierige Jahre hinter sich hat, wird deshalb die Faserproduktion im Burgenland bis Ende 2026 eingestellt. In England läuft sie 2027 aus.

Weltweit gehen in Folge rund 2.000 Jobs bei Lenzing verloren. An der Börse kam die Ankündigung am Donnerstag nicht gut an. Das Papier brach in der Spitze um 14,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Anlegervertreter üben Kritik an dem niedrigen Bezugspreis.

"Die Lenzing-Kapitalerhöhung setzt die Altaktionäre unter Zugzwang. Ein Bezugspreis von 8,65 Euro gegenüber einem letzten Börsenkurs von 20,80 Euro bedeutet einen kräftigen Abschlag - auch auf den Kurs ohne Bezugsrechte", so Florian Beckermann, Präsident des Interessenverband für Anleger. Wer die Bezugsrechte nicht ausübe, werde erheblich verwässert. Positiv sei, dass die Großaktionäre B&C und Suzano sowie die Oberbank voll mitziehen und die Kapitalerhöhung garantiert sei. "Das schafft Stabilität", sagte Beckermann.

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