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Laimer will immer mehr Geld, an ihm entscheidet sich die Bayern-Zukunft

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Uli Hoeneß' Maradona-Spitze war Strategie. An der Verlängerung von Konrad Laimer entscheidet sich, ob der Sparkurs des FC Bayern wirklich Substanz hat.

Die Spitze von Uli Hoeneß war Strategie. An der Verlängerung von Konrad Laimer entscheidet sich, ob der Sparkurs des FC Bayern wirklich Substanz hat und ernstgemeint war – oder nur Taktik.

Uli Hoeneß sitzt am Tegernsee im „Freihaus Brenner', seinem Stammlokal, vor einer DAZN-Kamera. Das Interview erscheint kurz vor dem Champions-League-Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain. Auf die Frage nach Konrad Laimer sagt der Ehrenpräsident drei Sätze, die in München nicht zufällig fallen.

„Er ist für die Mannschaft extrem wichtig. '„Er arbeitet unheimlich viel für das Team. '„Aber er ist eben nicht Maradona. 'In diesem Moment wird aus einer Vertragsverhandlung eine Grundsatzfrage.

FC Bayern kann sich „jeden leisten”, beklagt aber „sehr hohe” GehälterDenn Hoeneß spricht nicht spontan, sondern inmitten der Vertragsgespräche mit Laimer. Sein Auftritt ist Teil einer Strategie, die seit zwei Jahren läuft. Damals hat der Aufsichtsrat Sportvorstand Max Eberl eine Vorgabe gemacht: minus 20 Prozent beim Gehaltsetat, gemessen an rund 300 Millionen Euro. Bis heute realisiert: rund 12 Prozent.

Bei Alphonso Davies, Jamal Musiala, Joshua Kimmich und Dayot Upamecano hat Bayern teurer verlängert als gewollt. Laimer soll der Spieler sein, an dem das nicht mehr passiert.

„Es gibt zwei Standpunkte, die momentan nicht übereinander passen', räumt Eberl bei Sky ein. Das Problem ist nur: Bayern ist nicht arm. 978,3 Millionen Euro Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2024/25 – Rekord. 150 Millionen Eigenkapital im e. V., Eigenkapitalquote: 98 Prozent. In der „Welt am Sonntag” sagt Vorstandschef Jan-Christian Dreesen: „Wir können uns jeden Transfer leisten, den wir machen wollen.

' Drei Monate vorher hatte Präsident Herbert Hainer in der „Sport Bild” das Gegenteil signalisiert: Die Gehaltsstruktur sei „auf sehr hohem Niveau', und „das wollen und müssen wir zurückdrehen'. Beides stimmt. Und genau in der Lücke dazwischen läuft der Laimer-Poker. Geht ums Prinzip: Bayern will an Laimer beweisen, dass Sparmandat ernst gemeint warDie Zahlen, um die gerungen wird, sind keine Existenzfrage für den Verein – es geht ums Prinzip.

Laimer verdient laut übereinstimmenden Berichten zwischen 8 und 10 Millionen Euro im Jahr. Gefordert wurden zunächst 12 bis 15. Davies, vergleichbarer Außenverteidiger auf der anderen Spielfeldseite, liegt nach seiner Verlängerung bei rund 15. Der Unterschied liegt nicht allein im Geld.

Er liegt in der Botschaft. Eberl will an Laimer beweisen, dass das Sparmandat ernst gemeint war.

„Er ist ablösefrei gekommen, da würden wir nicht viel verlieren', hat er bei Sky offen ausgesprochen. Hoeneß markiert die Schmerzgrenze. Beide wissen: Zahlt Bayern jetzt wie bei Davies, ist der Sparkurs entwertet, bevor es Wirkung entfalten konnte. Bleibt Bayern hart, hat Trainer Vincent Kompany nach der Weltmeisterschaft entweder ein Jahr lang einen enttäuschten Außenverteidiger oder eine Lücke in der Abwehrkette, weil Ersatz nicht zu haben oder unglaublich teuer ist.

Hoeneß' Wunschspieler zum Beispiel, Achraf Hakimi von PSG, kostet nicht nur das Doppelte an Gehalt, sondern eine Ablöse, die jede Sparlogik durchstreicht. Beide Wege sind teuer. Nur einer ist konsequent. Hoeneß-Eigentor hat den Laimer-Poker eskalieren lassenDenn die Strategie hat sich als Bumerang erwiesen.

Statt Laimers Forderungen zu drücken, hat Hoeneß' Auftritt sie hochgetrieben – es war ein Eigentor. Nach „Sport-Bild”-Recherche verlangt die Spielerseite seit dem Maradona-Vergleich bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr. Was als kalkulierte Eskalation begann, ist eine echte geworden. Laimer weiß ja, was er wert ist.

Er muss nur seine Arbeitsbilanz vorweisen. Er ist mit 28 Jahren im besten Fußballeralter, Stammspieler unter Kompany. 28 Bundesliga-Einsätze in dieser Saison, drei Tore, neun Vorlagen, dazu fast 500 Sprints und und 1700 intensive Läufe – das Profil eines Spielers, der nicht durch Schönheit auffällt, sondern durch Arbeit. Sein Vertrag läuft am 30. Juni 2027 aus.

Wer nicht jetzt verlängert, riskiert den ablösefreien Abgang – oder zwingt sich zum Verkauf in diesem Sommer, um wenigstens eine Ablöse zu erlösen. Hoeneß weiß das alles. Vor zwei Monaten hat er Eintracht Frankfurt einen Tipp gegeben: „Ich persönlich bin kein großer Freund vom Verkauf von guten Spielern. Beim FC Bayern sind wir ein Käuferverein und kein Verkäuferverein.

Und ich glaube, dass das auch das Geheimnis unserer Identität ist.

' Bei jedem Verkauf, so Hoeneß weiter, verliere man Substanz. Konrad Laimer ist exakt das Profil, das Hoeneß meinte. Warum wertschätzt er ihn dann nicht in aller Öffentlichkeit? Schon bei Thomas Müller hatte der Aufsichtsrat einmal nicht nachgegeben, und Hoeneß räumte in der „Welt am Sonntag” ein, dass die Entscheidung ohne den finanziellen Druck „vielleicht anders ausgefallen' wäre.

Laimer ist nicht Maradona – aber ein Probefall für den FC BayernAber Müller war eine Ikone am Karriereende. Das Laimer-Aus beim FC Bayern wäre Substanzverlust, vor dem Hoeneß die Frankfurter gewarnt hat. Was bei der Eintracht ein Fehler heißt, heißt bei Bayern offenbar Sparkurs. Das entscheidet sich in den kommenden Wochen.

Nicht Laimers Marktwert. Nicht seine Pressing-Intensität. Sondern die Frage, ob Bayerns Selbstbeschreibung der vergangenen zwei Jahre durchgehalten wird. Verlängert Laimer für 12 Millionen, war der Sparkurs nur Theater.

Geht er ablösefrei aus München oder wird er im Sommer verkauft, war er ernst. Eines von beidem wird Bayern erklären müssen. Maradona ist Laimer nicht, stimmt. Aber ein Probefall für den FC Bayern – das ist er sehr wohl.

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