Wer auf den kleinen roten Knopf drückt, kann sich noch einmal ins Jahr 2015 zurückbeamen. Dann erklingt eine der…
Einblick in die Schau „United by Queerness“, die sich der Entwicklung des Eurovision Song Contest zu einer Plattform für die LGBTQ+-Bewegung widmetWer auf den kleinen roten Knopf drückt, kann sich noch einmal ins Jahr 2015 zurückbeamen.
Dann erklingt eine der charmanten Öffi-Durchsagen von Conchita Wurst, die anlässlich des Eurovision Song Contest in den Wiener U-Bahnen zu hören waren. Auch ein Verkehrslicht mit den berühmten Ampelpärchen hängt in der Ausstellung1956 veranstaltete die Europäische Rundfunkunion den ersten „Grand Prix de la Chanson“ in Lugano. Wenig bekannt ist, dass schon damals mit der Französin Dany Dauberson eine Musikerin auftrat, die offen lesbisch lebte. Die Schau zeichnet die Entwicklung des ESC zu einer Plattform queerer Sichtbarkeit und Identifikation nach.
„Was als Unterhaltungssendung geplant ist, wird rasch zum Spiegel geopolitischer Spannungen und gesellschaftlicher Debatten“, schreibt Kurator Marco Schreuder, der mehr als nur die schillernden Seiten der Show beleuchtet. Nur sind für die politischen Konflikte rund um den ESC schwer Exponate zu finden. Das Publikum kann sich auf einem Poster zur Frage „Should Eurovision be political?
“ positionieren. Aktuell sorgt die Teilnahmefür Proteste und Boykotte. Das Land feierte 1973 – ein Jahr nach dem Terroranschlag bei den Olympischen Spielen in München – sein ESC-Debüt und rückte damit näher an Europa. 1998 holte mit der israelischen Musiker:in Dana International erstmals eine trans Person den Sieg beim Wettsingen.
Zentrale Momente für die LGBTQ+-Bewegung reichen von Jean-Claude Pascals Beitrag „Nous les amoureux“ 1961 über einen Auftritt der norwegischen Drag-Gruppe Great Garlic Girls 1986 bis zu Paul Oscar aus Island im Latexkostüm und Conchita Wursts Sieg als bärtige Diva. Neben Fotos, Kostümen, Plakaten, Autogrammkarten oder Tonträger leistet sich die Schau mit der Heiligenfigur der „Wilgefortis“ auch ein Kuriosum: Weil die jungfräuliche Christin einen heidnischen König heiraten sollte, betete sie zu Gott um einen Bart und wurde erhört.
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