König Charles III. reist vom 27. Oktober bis 4. November in die Karibik und will sich den dunkelsten Tagen der Kolonialherrschaft stellen. Der Palast spricht von Fehlern der Vergangenheit.
Der britische König Charles III. will sich bei seiner bevorstehenden Reise in die Karibik nach Angaben eines Sprechers den dunkelsten Tagen der Kolonialherrschaft stellen. Wie der Buckingham-Palast am Freitag erklärte, habe sich Charles dafür eingesetzt, die Fehler der Vergangenheit und bestehende Ungleichheiten anzuerkennen. Sein Engagement für diesen Prozess werde er auf der Reise bekräftigen.
Die Reise führt Charles in ehemalige britische Kolonien in der Karibik und dauert vom 27. Oktober bis zum 4. November. Zum Teil wird er von Königin Camilla begleitet. Die Bahamas und Guyana besucht er allein, den Inselstaat Antigua und Barbuda zusammen mit seiner Frau.
Frühere Äußerungen zur Kolonialherrschaft
Charles hatte bereits bei einem Besuch in Barbados im Jahr 2021 von den dunkelsten Tagen unserer Vergangenheit gesprochen. Damals wurde Barbados zur Republik und seine Mutter Elizabeth II. verlor damit ihre Rolle als Staatsoberhaupt. Charles bezeichnete die Sklaverei als eine entsetzliche Gräueltat und als Schandfleck der britischen Geschichte.
Im vergangenen Monat lehnte die britische Regierung eine Forderung aus Jamaika nach Entschädigungszahlungen für die Rolle Großbritanniens bei der Sklaverei ab. Die heutigen Royals haben zwar ihr Bedauern über den brutalen Sklavenhandel ausgedrückt, mit dem ihre Vorfahren reich geworden waren. Eine offizielle Entschuldigung haben sie jedoch ebenso wenig ausgesprochen wie die britische Regierung.
Palast verweist auf Regierungen
Der Palast teilte mit, Diskussionen über das koloniale Vermächtnis und den Sklavenhandel seien wichtig. Zugleich seien sie in erster Linie Angelegenheiten, die Regierungen behandeln sollten. Damit verweist der Buckingham-Palast auf die Zuständigkeit der politischen Ebene für mögliche Entschädigungen oder offizielle Entschuldigungen.
Die Reise von Charles III. fällt in eine Zeit, in der in mehreren karibischen Staaten über die Folgen der Sklaverei und die Rolle der britischen Monarchie debattiert wird. Barbados hatte sich 2021 von der britischen Krone als Staatsoberhaupt gelöst und war zur Republik geworden. Andere Länder der Region diskutieren ähnliche Schritte oder Entschädigungsforderungen.
Bedeutung der Karibikreise
Die Reise des britischen Königs in die Karibik hat damit auch eine politische Dimension. Charles wird in den besuchten Ländern auf Regierungsvertreter und gesellschaftliche Gruppen treffen. Beobachter erwarten, dass das Thema Kolonialherrschaft und Sklaverei die Gespräche begleiten wird.
Der Buckingham-Palast betonte, Charles werde sein Engagement für die Anerkennung der Vergangenheit auf der Reise bekräftigen. Konkrete Zusagen zu Entschädigungen oder eine offizielle Entschuldigung wurden bislang nicht angekündigt. Die Reise dauert vom 27. Oktober bis zum 4. November und umfasst Aufenthalte auf den Bahamas, in Guyana sowie in Antigua und Barbuda.
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