Hitze und veränderte Regenmuster lassen Mücken schneller wachsen. Experten warnen vor einer neuen Dengue-Welle.
ohnehin rasant ausbreitet. Fachleute rechnen damit, dass die steigenden Temperaturen und veränderten Niederschlagsmuster den Überträgern des sogenannten"Knochenbrecherfiebers" – der Asiatische Tigermücke und der Gelbfiebermücke –zusätzliche Vorteile verschaffen.weitergibt.
Auch Regen spielt eine wichtige Rolle. Wasseransammlungen bieten ideale Brutplätze. Doch selbst Trockenheit kann zum Problem werden: Wenn Menschen Wasser in Behältern rund um ihre Häuser speichern, entstehen ebenfalls neue Brutstätten.bereits in früheren Jahren untersucht. Eine Studie, an der Brady beteiligt war, kam zu einem bemerkenswerten Ergebnis: 63 Prozent der jährlichen Schwankungen bei Dengue-Infektionen ließen sich demnach mit El-Niño-Schwankungen in Verbindung bringen.
-Ausbrüchen einher. Für die vergangenen Ereignisse wurden zusätzliche Infektionen in Millionenhöhe berechnet. Beim El Niño 2023/24 lag die geschätzte Zahl demnach bei 9,6 Millionen zusätzlichen Infektionen. Eine weitere Untersuchung in"Lancet Planetary Health" kam ebenfalls zu einem klaren Zusammenhang: Stärkere El-Niño-Ereignisse gingen mit einem höheren Dengue-Risiko einher.
Brasilien gehört zu den Ländern, in denen die Situation besonders alarmierend ist. Das Gesundheitsministerium warnte bereits vor einem möglichen deutlichen Anstieg von Dengue, Chikungunya und Zika und forderte die Bundesstaaten auf, Überwachung und Mückenbekämpfung zu verstärken. Das Dengue-Fieber ist eine grippeähnliche virale Erkrankung, die durch bestimmte Stechmücken übertragen wird. Es zirkuliert vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten .
Die Symptome einer Infektion sind Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-, Glieder-, Knochen- und Gelenkschmerzen. In ca. 2 bis 4 Prozent der Fälle kommt es zum Dengue-Hämorrhagischen-Fieber mit leichten Blutungen bis hin zu unkontrollierten, schweren Blutungen, Beeinträchtigung der Organe und des gesamten Kreislaufs. Eine gegen das Virus gerichtete Therapie existiert bislang nicht. In Österreich ist jedoch ein Impfstoff verfügbar.
Zudem werden hierzulande pro Jahr 30 bis 120 Dengue-Virus-Infektionen diagnostiziert, bislang ausnahmslos bei Reise-Rückkehrern aus Endemie-Gebieten. Besonders brisant: Nach Einschätzung des Forschungsinstituts Fiocruz könnte die Zahl der Dengue-Fälle in Brasilien 2027 auf rund 1,7 Millionen steigen. Auch Taiwan blickt mit Sorge auf die Entwicklung. Dort erinnert man sich an das El-Niño-Jahr 2015: Rund 43.000 Dengue-Fälle und 228 Todesopfer wurden damals registriert.
Nach den massiven Ausbrüchen der vergangenen Jahre dürften in manchen Regionen bereits viele Menschen immun gegen bestimmte Dengue-Varianten sein. Das könnte kommende Wellen bremsen. Doch die Sache ist kompliziert. Es gibt vier Dengue-Serotypen.
Eine frühere Infektion schützt nicht automatisch vor einer Ansteckung mit einem anderen Serotyp. Im Gegenteil: Eine zweite Infektion mit einem anderenGenau darin sehen Experten eine zusätzliche Gefahr. Nach den großen Ausbrüchen 2023 und 2024 könnten viele Menschen zwar gegen einen Serotyp geschützt sein – aber gleichzeitig für andere Varianten anfällig bleiben. Noch ist eine weltweite Katastrophe keineswegs vorprogrammiert.
Die Forscher warnen ausdrücklich vor allzu einfachen Prognosen. Temperatur, Niederschlag, Mückenpopulation, Virusvarianten und die Immunität der Bevölkerung greifen ineinander. Fest steht aber: Staaten können sich vorbereiten. Dazu gehören Aufklärungskampagnen, das Beseitigen von Wasseransammlungen und eine verstärkte Kontrolle der Mückenpopulation.
Auch der Einsatz von Wolbachia-Bakterien wird erprobt. Das Bakterium kann verhindern, dass Mücken Dengue effektiv übertragen. Für die Gesundheitsbehörden geht es deshalb nicht nur darum, Mücken zu bekämpfen. Auch Krankenhäuser müssen sich auf mögliche Patientenanstiege einstellen.
Frühwarnsysteme könnten Kliniken rechtzeitig darüber informieren, wann mit mehr Fällen zu rechnen ist. Dadurch lassen sich Personal, Betten und medizinische Ressourcen gezielter vorbereiten.
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