Experten diskutieren, wie KI die Cybersicherheit verändert: Hacker nutzen sie für Angriffe, Verteidiger für Abwehr. Ein Wettrüsten mit neuen Herausforderungen.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Cybersicherheit grundlegend – sowohl für Angreifer als auch für Verteidiger. Im Rahmen der Cybersecurity-Schwerpunktwoche der „Presse“ diskutierten Martin Grasel, Büroleiter für Ermittlungen des Cybercrime-Competence-Centers des Bundeskriminalamt s, Philipp Mattes-Draxler, Partner im Bereich Cybersecurity sowie Privacy bei PwC Österreich, und Roland Supper, Group Chief Security Officer bei der Erste Group, mit Eva Komarek über die Risiken und Chancen von KI. Der kürzlich präsentierte Cybercrime-Report des Bundeskriminalamt s für das Jahr 2025 zeigt ein anhaltend hohes Niveau an Internetkriminalität, und die Bedrohungslage hat sich durch KI verändert. Neue Technologien und neue Möglichkeiten der Täter machen sie dynamischer.
KI als Treiber der Cyberkriminalität
KI bestimmt heute unseren Alltag und wird längst von Hackern eingesetzt, um Angriffe schneller und gezielter zu gestalten. Gleichzeitig kommt KI zum Einsatz, um Attacken früher zu erkennen und rascher abzuwehren. Es ist ein technologisches Wettrüsten, das immer mehr an Geschwindigkeit aufnimmt und viele Fragen aufwirft. Besonders die organisierte Internetkriminalität und der Trend zum „Crime as a Service“ verändern die Cyberkriminalität. So entstehen eigene Industrien und Ökosysteme, und das Einstiegslevel für Kriminelle wird aufgrund der angebotenen Serviceleistungen immer geringer.
Herausforderungen für Unternehmen und Ermittler
Egal, ob Unternehmen KI bereits effektiv bei Arbeitsprozessen einsetzen oder noch darüber nachdenken – allerorts kann Mattes-Draxler beobachten, dass künstliche Intelligenz nicht nur die Angreifer und die Verteidiger unterstützt, sondern auch die Security-Abteilungen vor Herausforderungen stellt. Es sind vor allem Tätergruppen, die mit Ransomware Unternehmen erpressen. Dabei werden Firmendaten durch Schadsoftware verschlüsselt und erst gegen die Zahlung eines „Lösegelds“ wird die Entschlüsselung wieder möglich. Bei Ransomware-Fällen setzt das BKA verstärkt auf Prävention und Resilienz, da die Angreifer aus Teilen der Welt stammen, in denen die Strafverfolgung schwierig bis unmöglich ist, so Grasel. Deshalb setzt das BKA bei Ermittlungen auf internationale Kooperation, die zu manchem Erfolg führt: Wir stellen oft fest, dass Firmen bereits infiltriert sind und können so pro Jahr 50 bis 70 Unternehmen warnen und vor einer Verschlüsselung bewahren.
Schutzmaßnahmen und Quantentechnik
Bei der Erste Group ist der Bereich Cybersicherheit bereits seit langer Zeit Chefsache und Kundendaten erhalten höchsten Schutz. Dieses Herzstück betreiben wir seit vielen Jahren, monitoren den Zustand unserer Cybersicherheitssysteme und bauen die Verteidigung ständig aus, betont Supper. Wie sich Unternehmen vor Hackerangriffen schützen können, was PwC seinen Kunden rät, wie das Bundeskriminalamt bei einer Ransomware-Verschlüsselung helfen kann und weshalb die nächste große Herausforderung die Quantentechnik ist, besprachen Experten im Talk zur Schwerpunktwoche Cybersecurity der „Presse“. Die Diskussion machte deutlich, dass KI sowohl für Angreifer als auch für Verteidiger ein mächtiges Werkzeug ist und die Cybersicherheitslandschaft nachhaltig prägt.
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