Der KI-Boom hat die Tech-Branche in New York erfasst: Einstiegsjobs für Berufseinsteiger sind um 49 Prozent gesunken. Besonders betroffen sind KI-nahe Berufe.
In New York, der Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, ist die Lage für junge Tech-Talente düster: Der KI-Boom hat die Branche erfasst und zu einem massiven Rückgang bei Einstiegspositionen geführt. Ein neuer Bericht des Thinktanks Center for an Urban Future (CUF) zeigt, dass die Zahl der Stellenangebote für Berufseinsteiger in der Tech-Branche seit 2022 um 49 Prozent gesunken ist – ein stärkerer Rückgang als in jedem anderen Sektor.
Rückgang vor allem in KI-nahen Berufen
Besonders betroffen sind Berufe, die am stärksten von generativer KI beeinflusst werden. In ganz New York City sind die Stellenangebote für Einstiegspositionen mit hohem KI-Anteil um 29 Prozent zurückgegangen. Der Trend beschränkt sich nicht auf die USA: Eine Langzeitanalyse der Karriereplattform Stepstone ergab, dass der Anteil ausgeschriebener Einstiegsjobs im ersten Quartal 2025 um 45 Prozent niedriger war als der Fünfjahresdurchschnitt – tiefer als während der ersten Corona-Monate.
Für viele junge Menschen ist die Situation aktuell schwieriger als noch vor zwei bis drei Jahren, sagt Stepstone-Arbeitsmarktexperte Tobias Zimmermann. Im Schnitt müssen Hochschulabsolventen 40 Bewerbungen verschicken, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.
Unternehmen besetzen Junior-Positionen nicht nach
Der Rückgang erfolgt selten durch Kündigungen. Unternehmen besetzen Junior-Positionen schlicht nicht mehr nach. Bei den 22- bis 25-Jährigen in KI-bedrohten Berufsfeldern sank die Beschäftigung seit ChatGPT um rund elf Prozent.
Die Entwicklung ist Teil eines strukturellen Wandels, der durch den rasanten Fortschritt im Bereich der künstlichen Intelligenz vorangetrieben wird. Viele Aufgaben, die früher von Berufseinsteigern übernommen wurden, werden heute von KI-Systemen erledigt. Dies betrifft insbesondere Tätigkeiten in den Bereichen Datenanalyse, Programmierung und Kundenservice.
Für Hochschulabsolventen bedeutet dies eine enorme Herausforderung: Sie müssen sich auf einen Arbeitsmarkt einstellen, der immer weniger klassische Einstiegsjobs bietet. Die Konkurrenz ist groß, und die Anforderungen steigen.
Lichtblick: KI-Kenntnisse gefragt
Einen Lichtblick gibt es dennoch: Wer KI-Kenntnisse mitbringt, hat bessere Chancen. Die Zahl entsprechender Stellenanzeigen stieg in den letzten vier Jahren um 20 Prozent. Junge Talente, die sich frühzeitig mit künstlicher Intelligenz und ihren Anwendungen auseinandersetzen, können somit ihre Beschäftigungschancen verbessern.
Experten raten dazu, sich kontinuierlich weiterzubilden und praktische Erfahrungen mit KI-Tools zu sammeln. Wer sich anpassungsfähig zeigt und neue Technologien beherrscht, bleibt für Arbeitgeber attraktiv – auch wenn der Einstieg schwieriger geworden ist.
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