Luftangriff auf den India Market in der Rakhine-Stadt Kyauktaw traf bis zu sechszig Menschen, die meisten schwer. Die Attacke wurde von der Militärjunta durchgeführt, während die Kontrolle der Stadt letztlich bei der ethnischen Rebellengruppe Arakan Army liegt. Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Menschenrechtsverletzungen escalieren seit der Militärpurge 2021.
Am Montagmittag, Ortszeit, ereignete sich ein heftiger Luftangriff in der Stadt Kyauktaw, einem wichtigen Handelszentrum im Bundesstaat Rakhine, Myanmar. Ein Kampfflugzeug, vermutlich von der nationalen Armee, setzte dort drei Bomben ein, die das Gebiet rund um den sogenannten India Market sowie die nahegelegene Kassapanadi-Brücke trafen.
Laut Berichten des lokalen Senders DVB TV und Mitgliedern der ethnischen Rebellengruppe Arakan Army wurden bei dem Vorfall fast sechszig Menschen verletzt, viele davon schwer. Kyaw Moe, 33, der in Kyauktaw lebt, berichtete, dass die Bomben tatsächlich den Marktbereich trafen, was sofort zu Panik und Chaos in der bevölkerungsreichen Straße führte. Die marktüblichen Stände, die für die lokale Wirtschaft unverzichtbar sind, wurden erheblich beschädigt und mehrere Verkäufer und Kunden gelitten schweren Verletzungen.
Spannungen in Myanmar nach Putsch 2021
Die Spannungen zwischen der jungerweihrichternden Militärjunta und den ethnischen Aufständischen haben in den letzten Jahren zu immer mehr Tragödien geführt. Rakhine, ehemals als ein Stück des reifen Myanmar bitte, hat seit dem Bunker 2021, bei dem die gewählte Regierung unter der Führung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt wurde, eine tiefe Kluft zwischen Militär und Zivilisten erlebt.
Die Junta betätige sich gegen die Regeln des Völkerrechts und startet häufig Angriffe an Orten, die keinerlei militärische Funktion besitzen - von Schulen und Krankenhäusern bis hin zu Märkten und Wohnvierteln. Zudem wurden zahlreiche Berichte über willkürliche Tötungen, Folter und die Unterdrückung von kulturellen und religiösen Gemeinschaften dokumentiert. Die Arakan Army, eine bewaffnete ethnische Gruppe, die für eine größere Autonomie Rakhines kämpft, kontrolliert den Großteil von Kyauktaw.
Durch die permanente Präsenz der Kampfjet-Bombardierungen wächst die Unsicherheit unter der örtlichen Bevölkerung, die auf illegale Wege über Nachbarländer angewiesen ist, um Essentials zu erhalten. Viele Menschen verlassen Kyauktaw in nächtlichen Runden, um über die Grenze in Bangladesch neue Versorgungslieferungen zu erhalten. Diese Aktionen unterliegen erheblichen Gefahren, da die militärischen Einheiten des Landes den Zugang zu den Grenzen ebenfalls kontrollieren.
Internationale Kritik an Militärdiktatur
Die Belastung durch die ständige Angst und die Einschränkung des wirtschaftlichen Austauschs hat die bereits fragile Lebenssituation der Menschen in Rakhine weiter verschlechtert. Die internationale Gemeinschaft hat mehrfach Menschenrechte in Myanmar laut bemängelt und Druck auf die Junta ausgeübt, ihre Politik zu ändern. Doch bisher scheinen die Militärkräfte nicht bereit zu sein, ihren Kurs zu ändern. Beim Vorfall in Kyauktaw betonte die Junta, sie sei nicht in der Lage, sich sofort zu äußern.
In der Zwischenzeit sind mehrere Menschenrechte-Schutzgruppen bereits vor Ort, um Verletzte zu versorgen und Zeugenaussagen zu sammeln. Die wachsende Gewalt und die schlechte Versorgungsspannung zeigen, dass ohne eine umfassende Friedenslösung die Region in ein endloses Chaos zurückfallen könnte, das sowohl für die Menschen vor Ort als auch für das gesamte Land katastrophale Folgen hat.
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