Die Huthi-Miliz versucht, Marib zu erobern und ihre Machtbasis entlang der Rotmeer-Küste sowie in Bab al‑Mandab auszuweiten. Dieser Schritt würde nicht nur die Regierung des Jemen schwächen, sondern auch die regionale Sicherheit gefährden. Gleichzeitig leidet die Bevölkerung unter massiven Vertreibungen.
Die Huthi-Miliz hat im letzten Jahr eine rasante offensive gestartet, die ihr mehrere Gebiete entlang der Rotmeer-Küste des Jemen unter den Nagel brachte und damit den Zugang zur strategisch wichtigen Meerenge Bab al‑Mandab sicherte.
Das Ziel der militanten Gruppe, die stark von Iran unterstützt wird, scheint nun, laut aktuellen Berichten, die Provinz Marib zu erobern. Marib, das etwa 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Sanaa liegt, beherbergt die größten Öl- und Gasfelder des Jemen und gilt als politisches und wirtschaftliches Herzstück des Landes. Der Verlust dieses Gebiets würde die staatlichen Einnahmen massiv geschwächt und die Legitimität der international anerkannten Regierung auf dem Prüfstand setzen.
Darüber hinaus würde ein Huthi-Fall Marib den Pfad zur östlichen Provinz Hadramaut öffnen - der größten Provinz des Landes, die an Saudi-Arabien grenzt und dort zusätzliche militärische Spannungen zum Bestehen bringt. Unmittelbar nach dem Fall Maribs müssten die Huthis kurz vor die saudisch‑jemenitische Grenze kommen, was laut Experten für untragbar sei. Saudi-Arabien, das die Regierung des Jemen seit über einem Jahrzehnt militärisch unterstützt, hat in der Vergangenheit massenweise Luftangriffe auf die Huthis durchgeführt.
Trotz dieser Versuche kollidierten die militanten Kräfte mit der internationalen Gemeinschaft, insbesondere den USA, und nutzen die Kontrolle über Bab al‑Mandab aus, um ihr geopolitisches Gewicht zu erhöhen. Die aktuellen Kämpfe belasten die zivile Bevölkerung schwer. Laut einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM) des UN-Systems wurden in den letzten zwei Wochen etwa 112 000 Menschen im Jemen vertrieben.
Daran haben fast 3 000 Menschen die Seeweg nach Dschibuti gegriffen, wo die Regierung bereits bis zu 10 000 Flüchtlinge erwartet, die die ohnehin schon belasteten Gesundheits- und Bildungssysteme sprengen dürften. Parallel dazu verzeichnen die Behörden in Somaliland und Puntland einen Anstieg jemenitischer Flüchtlinge. Die Huthi-Miliz beschließt es nun, ihr Schlagwort auf die südlichen und westlichen Fronten auszudehnen.
So sind sie nicht nur in der Lage, Ziele im Saudi-Arabien zu attackieren, sondern auch die wichtigsten Tanker der Weltölindustrie in der Nähe der Meerenge anzugreifen. Diese Angriffe stellen die Reaktionsfähigkeit der westlichen Mächte, insbesondere der USA, vor neue Herausforderungen und könnten das ohnehin fragile Gleichgewicht im Nahen Osten weiter destabilisieren. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großen Sorgen.
Neben den humanitären Krisen besteht die Befürchtung, dass ein erschöpfter Jemen eine neue Hürde für die Stabilität der Region darstellt, insbesondere weil die Huthis weiterhin als Kanal für iranische Unterstützung agieren
Huthi-Miliz Marib Bab Al‑Mandab Jemen Flüchtlingskrise
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Goldminen-Einsturz im Sudan: Zehntausende Tote, Rettungen erschwertIn West-Kordofan stürzte am Sonntag eine Goldmine im Sudan, wodurch die erste Meldung über mehrere Dutzend Todesfälle und über 50 Verletzte abgegeben wurde. Die örtliche Hilfsorganisation bestätigte 64 Tote, während Notfalldienste von 60 bis 70 Opfern sprechen. Rettungsbemühungen sind durch die Tiefe der Schächte und fehlende Spezialkräfte erschwert. Die Region wird von der paramilitärischen Miliz Rapid Support Forces kontrolliert, und der anhaltende Krieg hat bereits 14 Millionen Vertrieben und Zehntausende Todesfälle verursacht.
Weiterlesen »
Huthis kontrollieren Jemen-Küste – Sorge um WelthandelDie Kontrolle der Huthi über Jemens Westküste verschärft Spannungen am Roten Meer und bedroht zentrale Routen des Welthandels.
Weiterlesen »
Heftige Gefechte nahe Meerenge im JemenDie Kämpfe zwischen Houthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung im Jemen gehen unvermindert weiter. Seit der Nacht auf Donnerstag ...
Weiterlesen »
Heftige Gefechte nahe Meerenge Bab al-Mandab im JemenDie Kämpfe zwischen Houthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung im Jemen gehen unvermindert weiter.
Weiterlesen »