Italienischer Student entführt und getötet: Gericht in Rom...

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Der italienische Forscher Giulio Regeni wurde 2016 in Kairo gekidnappt, gefoltert und umgebracht. Für Italiens Behörden ist Ägyptens Geheimdienst dafür verantwortlich. Jetzt ging ein langjähriger...

Der italienische Forscher Giulio Regeni wurde 2016 in Kairo gekidnappt, gefoltert und umgebracht. Für Italiens Behörden ist Ägyptens Geheimdienst dafür verantwortlich. Jetzt ging ein langjähriger Prozess zu Ende.

Im Prozess um die Entführung, Folter und Ermordung des italienischen Wirtschaftsstudenten und Forschers Giulio Regeni hat das Schwurgericht in Rom am Montag drei ägyptische Geheimdienstmitarbeiter zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen. Regeni war im Jänner 2016 in Kairo verschwunden. Seine Leiche wurde am 3.

Februar 2016 an der Autobahn zwischen Kairo und Alexandria gefunden. Der damals 28-Jährige aus der Provinz Udine arbeitete als Doktorand der Cambridge University zum Thema unabhängige Gewerkschaften in Kairo. Nach den Ermittlungen soll Regeni von Mitarbeitern des ägyptischen Nationalen Sicherheitsdienstes entführt und gefoltert worden sein. Der Prozess fand in Abwesenheit der vier Angeklagten statt.

Ägypten hatte die Geheimdienstmitarbeiter nicht offiziell über das Verfahren informiert. Die Staatsanwaltschaft hatte für einen der Angeklagten wegen erschwerten Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Für die drei weiteren Angeklagten beantragte sie jeweils 17 Jahre und sechs Monate Haft wegen Entführung. Der Prozess hatte 2021 begonnen, war aber zwei Jahre lang ausgesetzt worden.

Das italienische Verfassungsgericht entschied 2023, dass das Verfahren auch ohne eine formelle Zustellung der Anklage an die Angeklagten fortgesetzt werden könne.

„Wir sind heute hier, trotz dieses unglaublich schwierigen und steinigen Weges“, sagte Alessandra Ballerini, die Anwältin der Eltern Regenis. Nur wenige hätten darauf gewettet, dass es überhaupt zu einem Prozess und schließlich zu einem Urteil kommen würde. Die Familie sei jedoch nicht zufrieden, sagte Ballerini. Das ägyptische Regime habe alles in seiner Macht Stehende getan, um den Prozess zu verhindern.

Die Familie Regeni habe trotz aller Hindernisse durchgehalten.

„Wenn unsere Rechte heute ein wenig mehr wert sind, dann ist das ihnen zu verdanken“, sagte die Anwältin.

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