Italien will Schiffe notfalls im Alleingang schützen

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Italien will Schiffe notfalls im Alleingang schützen
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Italien wartet nicht länger auf eine Entscheidung der EU. Die Marine soll den Schiffsverkehr am Bab al-Mandab absichern.

Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und gilt als wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien. Italien bereitet einen eigenen Marineeinsatz zum Schutz seiner Handelsschiffe am Bab al-Mandab vor.

Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte am Donnerstag, dass Rom nicht darauf warten wolle, bis die EU-Mission Aspides über das weitere Vorgehen entscheidet.

"Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen", sagte Crosetto. Er habe gemeinsam mit dem Generalstabschef entschieden, die italienische Marine auf einen sicheren Transit italienischer Schiffe vorzubereiten. Crosetto begründete das Vorgehen mit den möglichen Folgen für die italienische Wirtschaft. Verzögerungen bei der Absicherung der wichtigen Handelsroute könnten die wirtschaftlichen Probleme weiter verschärfen, erklärte der Minister.

Italien wolle deshalb nicht erst auf einen langwierigen europäischen Entscheidungsprozess warten. Hintergrund ist die jüngste Offensive der mit dem Iran verbündeten Huthi im Jemen. Die Miliz hat ihre Kontrolle entlang der jemenitischen Küste des Roten Meeres ausgeweitet und strategisch wichtige Gebiete rund um den Bab al-Mandab eingenommen. Dadurch ist die Sicherheit der internationalen Schifffahrt in der Region erneut stärker unter Druck geraten.

Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Für den Schiffsverkehr zwischen Europa und Asien ist sie deshalb von großer Bedeutung. Eine anhaltende Unsicherheit auf dieser Route kann längere Transportwege und höhere Kosten für den internationalen Handel zur Folge haben. Italien stellt sich mit dem angekündigten Vorgehen nicht grundsätzlich gegen die EU-Mission.

Crosetto machte vielmehr deutlich, dass Rom beim Schutz eigener Schiffe schneller handeln will und nicht auf die Entscheidung von Aspides warten möchte. Die italienische Regierung und die Marine hätten die italienischen Reeder bereits über die Absicht informiert, erklärte Crosetto. Wie genau die geplante Absicherung auf See aussehen soll, wurde zunächst nicht im Detail bekannt gegeben. Italien verfügt zudem über eine militärische Präsenz in der Region.

In Dschibuti, auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge, befindet sich eine italienische Militärbasis, von der aus Kräfte des Heeres, der Luftwaffe und der Marine operieren. Der Bab al-Mandab ist nicht nur für Italien von Bedeutung. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten maritimen Engpässen der Region und ist eine zentrale Verbindung zwischen dem Indischen Ozean, dem Roten Meer und dem Suezkanal. Die jüngsten Geländegewinne der Huthi haben deshalb auch Auswirkungen auf die internationale Schifffahrt.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP war der Verkehr durch das Rote Meer bereits deutlich zurückgegangen, nachdem die Huthi in den vergangenen Jahren wiederholt Schiffe angegriffen hatten. Mit dem geplanten Vorgehen will Rom nun sicherstellen, dass italienische Handelsschiffe die wichtige Route weiterhin nutzen können. Crosetto kündigte an, dass Italien handeln werde, wenn dies zur Bewältigung der Krise notwendig sei.

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