Trotz steigender Ölexporte durch die Straße von Hormuz bleiben die Preise hoch, da die USA einen iranischen Kompromissvorschlag ablehnten und die Transportlogistik teuer ist. Der Iran droht mit neuen Angriffen auf die Öl-Infrastruktur.
Irans Blockade der Straße von Hormuz verliert zunehmend an Wirkung. Doch für eine Entspannung am Ölmarkt reicht das noch lange nicht.und seine Regierung berichten fast täglich über steigende Ölexporte durch die Straße von Hormuz und behaupten, dass der Iran die Kontrolle über die Meerenge verloren habe.
Zuletzt sei mehr Öl durch die Wasserstraße transportiert worden als vor dem Krieg, als täglich 20 Millionen Barrel exportiert wurden, sagte Trump vor wenigen Tagen: "Eine Rekordmenge" sei erreicht worden. Unabhängige Schätzung bestätigen, dass die Exporte aus den arabischen Staaten wieder steigen. Doch die Ölpreise bleiben hoch, denn das Exportvolumen ist nicht der einzige Faktor. Der Iran hatte kurz nach Beginn des amerikanisch-israelischen Angriffskrieges am 28.
Ölexporte aus arabischen Staaten steigen wieder
Februar die Straße von Hormuz für gesperrt erklärt, Minen gelegt und Schiffe beschossen. Ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs von etwa 100 Millionen Barrel (je 159 Liter) wurde damit den Märkten entzogen. Seit einigen Wochen kommt aber wieder mehr Öl durch die Wasserstraße. Daten von Unternehmen, die den Verkehr von Öltankern verfolgen, bestätigen den Aufwärtstrend.
Die Firma Kpler schätzt, dass 7,4 Millionen Barrel Öl pro Tag die Meerenge passieren. Die Gesamtexporte aus arabischen Ländern durch die Straße von Hormuz und andere Exportwege wie Pipelines liegen demnach inzwischen bei 13 Millionen Barrel am Tag. Das ist mehr als in den vergangenen Monaten, wenn auch noch unter dem Vorkriegsniveau. Gleichzeitig hat die US-Seeblockade iranischer Häfen die Ölexporte der Islamischen Republik über das Meer fast vollständig gestoppt.
Ein Grund für die steigenden Exporte ist der Geleitschutz der US-Kriegsmarine für Öltanker in der Straße von Hormuz. Viele Schiffe schalten dabei ihre Ortungssysteme aus, um sich für die iranischen Streitkräfte unsichtbar zu machen. US-Angaben über das Volumen dieser Transporte sind deshalb nicht nachprüfbar. Auch andere Exportmethoden durchlöchern die iranische Sperre der Hormuz-Straße.
Umgehung der iranischen Hormuz-Blockade
Saudi-Arabien pumpt Öl ans Rote Meer, der Irak schickt Öl per Lastwagen an die syrische Mittelmeerküste. Arabische Staaten haben gelernt, die iranische Hormus-Blockade zu umgehen, etwa indem sie eine Route entlang der Küste des Oman nutzen. Auch bringen kleinere Schiffe, die für die Iraner schwieriger zu orten sind, das Öl durch die Meerenge zu Supertankern außerhalb der Straße von Hormuz. Gefährlich sind diese Transporte trotzdem.
Die iranischen Streitkräfte stoppten nach Berichten staatlicher Medien zuletzt innerhalb von zwei Tagen insgesamt 19 Schiffe, die nach Teheraner Auslegung auf "illegalen" Routen in der Straße von Hormuz unterwegs waren. Dennoch fühlt sich Trump bestätigt. Nicht die Iraner, sondern die USA seien die Herren über die Meerenge, sagt er. Der US-Präsident kalkuliert, dass der Iran kompromissbereiter sein wird, wenn er das Druckmittel der Kontrolle über die Straße von Hormuz verliert.
"Am Persischen Golf fließt das Öl wieder", jubelte die Trump-freundliche US-Zeitung "Bisher geht Trumps Rechnung allerdings nicht auf. Der Ölpreis lag am Dienstag bei rund 98 Dollar pro Barrel, etwa ein Drittel höher als Ende Februar und zehn Prozent höher als vor einem Monat. Die Preise waren in den vergangenen Tagen noch einmal kräftig gestiegen, obwohl mehr Öl zu den Weltmärkten gelangt: Die Märkte reagierten damit auf Trumps Nein zu einem neuen Vorschlag des Iran zur Beilegung des Konflikts.
Hohe Kosten und Logistikprobleme treiben Ölpreise
Auch die hohen Kosten für den wirtschaftlich ineffizienten Öltransfer von Schiff zu Schiff gehören zu den Gründen dafür, dass die Preise nicht sinken. Zudem hat der Iran-Konflikt weltweit die Preise für den Öltransport mit Tankern hochgetrieben. Dass sich die US-Regierung bei ihren Erfolgsmeldungen auf die Öltransporte konzentriert, verdeckt außerdem andere Probleme des internationalen Handels. Laut der "" ist der Seetransport von Gütern durch die Straße von Hormuz so stark zurückgegangen, dass arabische Golf-Staaten keine Autos mehr importieren können.
Selbst wenn die iranische Sperre weiter bröckeln sollte, wäre nicht plötzlich alles wieder in Ordnung. Gestiegene Ölexporte schützen nicht vor neuen politischen Verwerfungen oder einer neuen militärischen Eskalation. Der Iran könne nach wie vor die Ölexporte mit Angriffen auf Förderanlagen, Pipelines oder Häfen abwürgen, meint der Iran-Experte Esfandyar Batmanghelidj von der britischen Denkfabrik Bouse&Bazaar.
"Die Infrastruktur für die Energiegewinnung am Golf bleibt akut bedroht", schrieb Batmanghelidj auf X. Aus diesem Grund wollten die arabischen Länder trotz steigender Exportmengen eine stabile diplomatische Lösung des Konflikts. Der Iran droht bereits mit neuen Angriffen. Schon im Frühjahr hatte sich gezeigt, dass die USA die arabischen Staaten nicht vor iranischen Raketen und Drohnen schützen konnten. Bei einem iranischen Raketenbeschuss am 14.
September wurden laut dem US-Senderacht amerikanische Marineinfanteristen in der Straße von Hormuz verletzt.
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