Der Iran erwägt gezielte Angriffe und Mautforderungen gegen die wichtigsten Untergeschiebene Datenleitungen der Straße von Hormuz, um Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen und die Region zu destabilisieren.
Geplante Sabotage akte und mögliche Gebühren: Der Iran nimmt die Unterseekabel in der Straße von Hormuz in seine Kriegsstrategie auf und gefährdet damit den globalen Datenverkehr.
Eine Einordnung. Auf der Suche nach alternativen Druckmitteln, um die - schon schwindende - Kontrolle über die Straße von Hormuz zu behalten, schielt der Iran auf die Unterseekabel im Persischen Golf und in der Meerenge. Einer jüngsten Analyse des Institute for the Study of War sowie des Critical Threats Project zufolge integriert Teheran die Unterseekabel in ihre Kriegsstrategie. Das betrifft etwa Pläne, Gebühren für die Kabel von den internationalen Tech‑Konzernen einzufordern sowie mögliche Sabotageakte, um das Glasfasernetzwerk direkt anzugreifen.
Rolle der Unterseekabel in der Straße von Hormuz
Wie real ist diese Gefahr - und was bedeutet das für die Region und darüber hinaus? Eine Übersicht. Es gibt sieben Unterseekabel in der Straße von Hormuz. Sie tragen Namen wie Falcon, GBI oder AAE‑1 und sind Teil eines viel größeren Unterseenetzwerkes zwischen dem Mittelmeer, durch den Suezkanal ins Rote Meer, über die Arabische Halbinsel und den indischen Subkontinent bis nach Asien und über Malaysia bis nach Hongkong.
Die Kabel in der Straße von Hormuz sind vor allem für die Kommunikation der Golfregion wichtig - nur ein Prozent der globalen Internetverbindung hängt von den Kabeln in der Meerenge ab. Darüber hinaus befinden sich entlang der Kabelwege große Datenzentren, etwa von Amazon oder Microsoft, wo die Cloud‑Speicherung stattfindet. Die Datenzentren rund um den Persischen Golf nennt Samanth Subramanian einen Chokepoint - ein Nadelöhr.
Der Journalist hat über die globalen Kabelnetzwerke ein Buch geschrieben (The Web Beneath The Waves) und beobachtet die Lage in Hormuz ganz genau. Jeder Angriff auf die Kabel ist auch ein Angriff auf die Datenzentren, sagt Subramanian zur Presse. Zuletzt kam es zu Angriffen auf Amazon Web Services sowohl in Bahrain als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dadurch kam es zu Datenverlusten.
Iran plant Sabotage und Gebühren für Kabel
Die kompromisslose Hardliner‑Fraktion im Iran hat es längst verbalisiert: Die Glasfaserkabel sollen mutwillig gekappt werden, um den Druck im Krieg vor allem auf die USA zu erhöhen. Tatsächliche Sabotageakte sind bisher keine bekannt, aber die Revolutionsgarden weisen unmissverständlich auf die Verwundbarkeit der Unterseekabel hin. Die Drohungen sind nun Teil des Informationskrieges, doch hat der Iran auch viel konkretere Vorstellungen. Das Land will Gebühren für die Unterseekabel einheben, ähnlich der Idee, Maut für die Schiffe einzufordern.
Teheran will dem Beispiel Ägyptens folgen: Kairo hebt tatsächlich Gebühren für Unterseekabel durch den Suezkanal ein. Doch Teherans Vorhaben stuft der Analyst und Infrastrukturexperte Doug Madory als schwierig ein, denn im Gegensatz zu Ägypten berühren die Kabel in der Straße von Hormuz nicht iranischen Boden. Dass die Tech‑Giganten sich auf die Forderungen des Iran einlassen, erscheint derzeit nicht wahrscheinlich. Zumal das gegen die geltenden Sanktionen verstoßen würde.
Das Wasser in der Meerenge von Hormuz ist seicht. Dadurch sind die Glasfaserkabel - im Vergleich zu jenen im Atlantik - leichter zu erreichen und anschließend zu zerstören. Es gibt einen Unterschied, ob sich die Kabel in Küstennähe oder im offenen Wasser befinden. In Küstennähe werden sie tiefer vergraben, weil es dort durch Schiffe oder Infrastruktur mehr Verkehr gibt.
Technische Verwundbarkeit der Glasfaserkabel
Die Kabel haben grundsätzlich die Dicke von Gartenschläuchen und sind durch einen Stahlrahmen geschützt. Mit einem Tauchboot oder einer Seedrohne können die Kabel gezielt zerstört werden, sagt Subramanian. Es gebe theoretisch auch die Möglichkeit, mit elektromagnetisch wirkenden Geräten, die unter Wasser platziert werden, den Kommunikationsverlauf zu stören. Es ist nicht klar, welches Land über solche Geräte verfügt - Gerüchten zufolge hat Russland diese Art von Technologie.
Madory schätzt die konkrete Gefahr, dass der Iran aktiv sabotieren könne, als gering ein. Zum einen ist die Technologie der iranischen Seedrohnen nicht sehr ausgereift. Zum einem laufe der Iran Gefahr, bei einer dieser möglichen Sabotageaktionen von den USA angegriffen zu werden. Hinzu kommt, dass sich der Iran mit derartigen Störaktionen selbst schaden und die eigene Kommunikation kappen würde.
Jährlich kommt es auf den Seestraßen zu 100 bis 150 Unfällen, wobei Glasfaserkabel zerstört werden; die meisten passieren schlicht mit Ankern. Das klingt nach sehr viel, sagt Subramanian, aber das System ist resilient. Wird ein Kabel zerstört, kann ein anderes Kabel dessen Arbeit temporär übernehmen, die Daten nehmen also eine andere Route. Nur: Werden alle sieben Kabel durch Hormuz zerstört, haben wir ein größeres Problem.
Das Glasfaserkabelnetzwerk im Persischen Golf dient, wie erwähnt, hauptsächlich der Region. Einzelne Zerstörungen würden sich vorerst nicht groß bemerkbar machen.
Unterseekabel Straße Von Hormuz Iran Sabotage Datennetz
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Wut-Ausraster: Mann wirft Blumentrog auf StraßeWutentbrannt durch die Klagenfurter Innenstadt ist am Sonntag ein 30-Jähriger gelaufen. Er soll einen Blumentrog auf die Fahrbahn geworfen und Erde ...
Weiterlesen »
Trump lehnt Iran-Deal ab – Ölpreis geht durch die DeckeÖlpreise steigen nach Trumps Iran-Absage deutlich. Analysten warnen vor Risiken durch Huthi-Angriffe. Exporte aus Nahost auf Höchststand.
Weiterlesen »
Iran: Justizchef droht Frauen ohne Kopftuch mit MaßnahmenIrans Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei droht Frauen ohne Kopftuch mit polizeilichen, nachrichtendienstlichen und gerichtlichen Maßnahmen. Der Widerstand gegen die Kleidungsvorschriften wächst.
Weiterlesen »
Schwerer Verkehrsunfall auf Staatsstraße 2252: Mehrere Personen verletzt, Straße gesperrtEin schwerer Autounfall ereignete sich auf der Staatsstraße 2252 bei Bad Windsheim, bei dem ein Toyota und ein VW kollidierten. Die 57-jährige Fahrer des Toyota wurde eingeklemmt und musste gerettet werden; sie erlitt schwere Verletzungen. Auch der Fahrer des VW und eine weitere Insassin wurden schwer verletzt. Ein vierjähriges Kind wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Der Schaden liegt bei rund 40.000 Euro, die Straße war mehrere Stunden gesperrt.
Weiterlesen »
