Wegen Produktionsproblemen und störanfälliger Lieferketten können rund 868.000 Dosen des Influenza-Impfstoffs Influvac nicht wie geplant im Oktober geliefert werden. Bereits vereinbarte Impftermine müssen verschoben werden. Angesichts einer voraussichtlich ungewöhnlich frühen Grippewelle will Österreich Kinder und ältere Menschen prioritär impfen und prüft, ob zusätzliche antivirale Medikamente bereitgestellt werden sollen.
Triage bei der Influenza-Impfung: Rund 868.000 Dosen könnten statt im Oktober erst Ende November geliefert werden.
„Die Lage ist ernst. Aber wir haben vorgesorgt“, erklärt SPÖ-Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und verweist auf störanfällige Lieferketten. Jetzt wird priorisiert: Kinder und Ältere. Ausgerechnet vor der früh startenden Grippewelle gerät das öffentliche Impfprogramm ins Stocken: Rund 868.000 Dosen des Impfstoffs Influvac – ein wesentlicher Teil der Gratis-Aktion 2026/27 – kommen nicht, wie vereinbart.
Denn der Hersteller kann weder den für Oktober vereinbarten Liefertermin noch die bestellte Menge verbindlich zusagen. Große Mengen könnten erst Ende November in den Ordinationen laden. Bereits vereinbarte Impftermine müssen damit verschoben werden.
„Wir reden die Situation nicht schön: Sie ist ernst“, räumt Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ein. Man habe „die Hausaufgaben gemacht“, die Probleme lägen außerhalb des eigenen Einflussbereichs. Laut dem Hersteller liegt sie bei der Produktion: Die WHO habe für heuer ungewöhnlich viele Bestandteile der Impfstoffe neu festgelegt. Dazu kämen störanfällige Lieferketten, etwa rund um die Straße von Hormuz.
„Wir sehen gerade live, wie abhängig Europa bei Arzneimitteln von internationalen Produktions- und Lieferketten ist“, so Königsberger-Ludwig. Brisant ist der Zeitpunkt: Das nationale Referenzlabor der Medizinischen Uni Wien rechnet mit einem ungewöhnlich frühen Beginn der Grippewelle, erste Fälle werden sogar bereits registriert. Und klar ist: Je später der Impfstoff kommt, desto kleiner das Zeitfenster für den Schutz. Auf EU-Ebene wird bereits darüber beraten, ob bei Impflücken mehr antivirale Medikamente bereitgestellt werden müssen.
Entwarnung gibt es zumindest für die Verwundbarsten, weil man bei den Bestellungen nicht nur auf ein Präparat gesetzt hat:Ältere : rund 538.000 Impf-Dosen sind verfügbarKinder- und Seniorenimpfstoffe sollen laut dem Ministerium „rasch verteilt“ werden. Zudem werden Impfstellen angewiesen, keine Dosen zu verplanen, deren Lieferung nicht bestätigt ist. Für andere Impfwillige heißt es: warten. Sobald Lieferungen bestätigt sind, sollen die Impfstellen informiert werden.
Für den Lieferanten könnte es teuer werden: Geprüft werden Vertragsstrafen und Schadenersatz. User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum.
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