Inflation in Österreich steigt auf 3,6 Prozent, Marterbauer zu Energiepreisen und SPÖ-Debatte

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Inflation in Österreich steigt auf 3,6 Prozent, Marterbauer zu Energiepreisen und SPÖ-Debatte
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Die Inflation in Österreich ist auf 3,6 Prozent gestiegen. Finanzminister Marterbauer spricht über Energiepreise, die SPÖ-Führungsdebatte und seine Gesundheit.

Die Inflationsrate in Österreich ist laut Statistik Austria von 3,2 auf 3,6 Prozent gestiegen. Als Hauptgrund für den Anstieg nennt die Schnellschätzung höhere Treibstoff- und Heizölpreise. Energie verteuerte sich binnen eines Jahres um 14,5 Prozent. Finanzminister Markus Marterbauer äußerte sich in der ORF-Sendung Im Zentrum zu den steigenden Preisen, den budgetären Spielräumen und der Führungsdebatte in der SPÖ.

Energiepreise und Inflation treiben Teuerung

Marterbauer betonte, dass Österreich bei den Rohölpreisen von äußeren Faktoren abhängig sei. Er verwies auf die Entwicklung auf den Weltmärkten und mögliche politische Einflüsse. Die Regierung habe in der Koalition eine Einigung auf 3,5 Cent pro Liter erzielt, was ein großer Erfolg für die SPÖ sei. Grundsätzlich sei man zu mehr bereit, doch müsse dies in der Regierung abgestimmt werden. Zudem habe er eine Initiative für eine Zufallsgewinnsteuer für große Mineralölkonzerne gestartet, der sich fünf weitere Finanzminister angeschlossen hätten.

Zur umstrittenen Kombination aus Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel und Paketsteuer räumte Marterbauer ein, dass über andere Formen der Gegenfinanzierung diskutiert werden könne. Die Regierung habe sich jedoch auf dieses Modell verständigt. Die Senkung der Mehrwertsteuer werde vollständig an die Konsumenten weitergegeben. Gleichzeitig gab er zu, dass die Paketsteuer selbst preistreibend wirken könne. Insgesamt erwarte er aber eine dämpfende Wirkung. Die Maßnahme solle die Paketflut eindämmen und den stationären Einzelhandel unterstützen. Nicht sehr viele Unternehmen seien betroffen, und ob die Kosten weitergegeben würden, liege auch bei den Firmen.

SPÖ-Führungsdebatte und Marterbauers Position

In der SPÖ läuft eine offene Führungsdebatte. Medienmanager Gerhard Zeiler will Andreas Babler als SPÖ-Chef ablösen und erhöhte am Freitag mit einem offenen Brief an die Parteimitglieder den Druck. Marterbauer stellte sich zuletzt hinter Babler, wies Zeilers Kritik an der wirtschaftspolitischen Linie zurück und betonte, er wolle als Finanzminister zur Einigung der Partei beitragen. Seine Gegenposition zur Wirtschaftskritik hat er zudem in einem Gastkommentar für profil dargelegt.

Marterbauer begrüßte die für Sonntag angesetzte Sitzung der SPÖ-Spitze, an der er selbst nicht teilnehme. Entscheidend sei, dass miteinander gesprochen und gemeinsam an Konzepten gearbeitet werde, wie man aus der schwierigen Situation wieder herauskomme. Mit einer personellen Entscheidung rechnet er dort nicht. Auf die direkte Frage, ob Andreas Babler Parteichef und Vizekanzler bleiben solle, stellte er sich hinter den SPÖ-Chef. Er arbeite hervorragend mit ihm zusammen und hätte keinen Grund, auf eine Ablöse zu drängen. Er glaube, dass Babler Parteiobmann bleiben werde. Davon trennte er die Frage, wer die SPÖ als Spitzenkandidat in die Nationalratswahl 2029 führen soll. Diese stelle sich derzeit nicht.

Gesundheit und persönliche Einblicke

Auf die Frage nach seiner Krebserkrankung antwortete Marterbauer, es gehe ihm eigentlich sehr gut. Im Oktober habe er seine sechste und letzte Chemotherapie. Dann sei es hoffentlich vorbei. Die Ärzte und er seien sehr zuversichtlich. Das Gespräch berührte auch die budgetären Spielräume. Das Finanzministerium erwartet für 2026 ein Defizit, was die Diskussion über Spielräume angesichts des angespannten Budgets verdeutlicht. Marterbauer betonte, dass man auf allen Ebenen dämpfen müsse, entscheidend für die Preisentwicklung bleibe aber der Rohölpreis.

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