Immer mehr Gesundheits-Apps kommen auf den Markt

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Hunderttausende Gesundheits-Apps gibt es bereits weltweit in Stores. In Österreich sei man noch „in einem sehr frühen Stadium“, sagte Michael Müller ...

Hunderttausende Gesundheits-Apps gibt es bereits weltweit in Stores. In Österreich sei man noch „in einem sehr frühen Stadium“, sagte Michael Müller von der Sozialversicherung der Selbstständigen .

Künftig werde es ein Regulierungssystem für Apps geben, das vom Ministerium kontrolliert werde.

„Man kann sich beim Ministerium anmelden, wird auf eine Liste gesetzt, und anschließend entscheidet der Sozialversicherungsträger über die Kostenübernahme“, führte Müller aus. Ziel sei es, dass verordnete Gesundheits-Apps von der Sozialversicherung bezahlt würden. Die SVS selbst arbeitet aktuell mit dem Verband der Psychologinnen und Psychologen an einem Programm für ihre Versicherten. Dabei komme eine App als erste Stufe zum Einsatz – mit einem wissenschaftlich fundierten, validierten Fragebogen.

Dieser soll eine erste Einschätzung geben, ob Hilfe benötigt wird oder eher nicht. In einer zweiten Stufe erfolgt dann eine Online-Beratung mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten, zuletzt die eigentliche Behandlung. Weltweit gibt es bereits mehrere Hunderttausende Gesundheits-Apps in Stores. In Deutschland hat etwa die Hälfte mit psychischer Gesundheit zu tun.

Die Krankenkassen würden die Kosten übernehmen, berichtete Petra Hoogendoorn vom Projekt Label2Enable beim European Health Forum Gastein. Laut Erhebungen nutzen vor allem jüngere Menschen, Frauen und Personen mit höherem Einkommen Gesundheits-Apps. Von psychischen Erkrankungen seien jedoch eher Menschen aus niedrigeren sozioökonomischen Schichten und Arbeitslose betroffen, sagte Robin van Kessel von der London School of Economics.

„Ein Drittel der Menschen, die sich um Unterstützung im Bereich der psychischen Gesundheit bemühen, erhält nicht die Hilfe, die gewünscht oder benötigt wird“, sagte Kadri Soova von der Organisation Mental Health Europe. Das zeige, dass es großen Bedarf gebe. Apps könnten aber nur „als Ergänzung zu dem verstanden werden, von dem wir wissen, dass es funktioniert“. Der Kern für die Unterstützung der psychischen Gesundheit sei die menschliche Verbindung.

Die Qualität der Apps sei für das Gesundheitspersonal und Nutzerinnen sowie Nutzer aber schwer festzustellen, sagte Hoogendoorn. Eine Möglichkeit sei die ISO-Zertifizierung, die derzeit getestet wird, und eine Bewertung liefern soll, die dem EU-Energieverbrauchs-Label optisch ähnelt. Laut Analysen haben Angststörungen in der EU zwischen 2015 und 2023 um fast 44 Prozent zugenommen. Einer von sechs Menschen ist von psychischen Erkrankungen betroffen.

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