Immer mehr Anleger lassen Immobilienaktien fallen

Österreich Nachrichten Nachrichten

Immer mehr Anleger lassen Immobilienaktien fallen
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Europäische Immobilienaktien zählen im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Börsensegmenten. Eine Gegenbewegung am Markt ist allerdings nicht ausgeschlossen. Denn die Stimmung kann sich...

Europäische Immobilienaktien zählen im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Börsensegmenten. Eine Gegenbewegung am Markt ist allerdings nicht ausgeschlossen. Denn die Stimmung kann sich schnell drehen.

Auch, wenn es derzeit nicht so aussieht. Für europäische Immobilienaktien ist 2026 wahrlich kein gutes Jahr. Sie zählen heuer nämlich zu den schwächsten Börsensegmenten. Steigende Renditen und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen belasten nicht nur die Bewertungen, sondern auch die Finanzierungskosten der Unternehmen: Der Stoxx 600 Real Estate-Index hat allein seit Jahresbeginn rund sieben Prozent verloren und hinkt damit bereits das dritte Jahr in Folge dem breiten Stoxx 600 hinterher.

Relativ zum europäischen Gesamtmarkt ist die Schwäche bei Immobilienaktien inzwischen stärker ausgeprägt als während der globalen Finanzkrise. Hauptgrund ist die enge Verbindung des Sektors mit den Anleihemärkten. Steigende Renditen erhöhen die Finanzierungskosten von Immobiliengesellschaften und drücken zugleich auf den Wert künftiger Erträge – und damit auf die Bewertungen.

„Der Wechsel von erwarteten Zinssenkungen zu möglichen Zinserhöhungen hat das schwierige Umfeld für Immobilieninvestments verschärft“, schreiben die Strategen von JPMorgan. Höhere Finanzierungskosten und straffere Finanzierungsbedingungen belasteten Vermögenswerte und Investorenstimmung. Immobilienaktien seien ein ausgeprägter Stellvertreter für Anleihen und entsprechend von steigenden Renditen betroffen. Die Skepsis hat sich im Sommer nochmals verschärft.

Laut einer September-Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern zählt der europäische Immobiliensektor zu den größten Untergewichtungen in den Portfolios. 36 Prozent der Befragten halten demnach weniger Immobilienaktien, als es ihren jeweiligen Vergleichsindizes entsprechen würde. Das ist laut Bank of America der höchste Wert seit mindestens zwei Jahren und fast dreimal so viel wie im Juli. Solange die Inflationsrisiken hoch bleiben und sich die Konjunktur als widerstandsfähig erweist, spricht aus Sicht der Märkte wenig für eine rasche Lockerung der Geldpolitik.

Der Swap-Markt preist derzeit bis Ende Juni 2027 drei weitere Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank ein. Für die Bank of England werden bis Ende Juli vier weitere Schritte erwartet. Damit bleibt die entscheidende Frage für Immobilienaktien die Entwicklung der Anleiherenditen. Gerade die aggressive Neubewertung der Zinserwartungen birgt allerdings auch Potenzial für eine schnelle Umkehr.

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Ölpreise ein wichtiger Einflussfaktor für Anleihen und Aktien. Fortschritte bei einer politischen Lösung könnten den Inflations- und damit auch den Zinsausblick rasch verändern. Nach der langen Schwächephase halten einige Banken die negative Positionierung bei Immobilienpapieren inzwischen für überzogen. Sowohl die Deutsche Bank als auch Bank of America stufen Immobilienaktien auf übergewichtet ein.

Hinzu kommen Bewertungen, die sowohl absolut als auch relativ zum Gesamtmarkt deutlich unter ihren langfristigen Durchschnittswerten liegen. Die Bank of America sieht darüber hinaus Chancen, falls sich das Verhältnis zwischen europäischen und globalen Konjunkturindikatoren verbessert – und sieht in den kommenden Monaten ein Aufwärtspotenzial von rund 15 Prozent für die relative Kursentwicklung des Immobiliensektors. Aufgrund seiner starken Ausrichtung auf die nationale Wirtschaft entwickle sich der Sektor häufig besser, als es allein die Renditeentwicklung erwarten lasse.

Innerhalb des Sektors entwickeln sich einzelne Märkte allerdings sehr unterschiedlich. Politische Eingriffe können die Belastungen verstärken oder abschwächen. In Berlin ist nach Angaben von Bloomberg erneut ein Vorschlag zur Übernahme großer Wohnungsbestände durch die öffentliche Hand auf die politische Agenda gerückt. Das sorgt für zusätzliche Unsicherheit.

Deutsche Unternehmen zählen bereits zu den schwächsten Titeln im europäischen Immobilienindex. In Großbritannien erhielten Hausbauer dagegen Unterstützung durch die Aussicht auf eine Wiederbelebung eines staatlichen Förderprogramms für Immobilienkäufer durch die Labour-Regierung. Die Nachricht führte zu einer deutlichen Kursreaktion – ein Beispiel dafür, wie rasch politische Maßnahmen die Erwartungen an einen zuvor stark belasteten Sektor verändern können.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

DiePressecom /  🏆 5. in AT

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Eine europäische Strategie für eine glaubwürdige FriedenspolitikEine europäische Strategie für eine glaubwürdige FriedenspolitikWas es auf dem Weg von Reaktion hin zur Prävention braucht. Ein Gastkommentar.
Weiterlesen »

Ramon Roselly will Stefan Mross als Moderator von Immer wieder sonntags zurückkehren lassenRamon Roselly will Stefan Mross als Moderator von Immer wieder sonntags zurückkehren lassenRamon Roselly bedauert das Ende der Schlagersendung Immer wieder sonntags in der ARD ab 2027 und hofft auf eine Rettung des Formats. Der ehemalige DSDS-Sieger kann sich vorstellen, selbst zu moderieren, wäre jedoch nur unter der Bedingung bereit, dass Stefan Mross weitermacht oder eine würdige Alternative gefunden wird. Eine mögliche Fortsetzung außerhalb der ARD ist noch offen.
Weiterlesen »

USA fordern europäische Staaten zur Freigabe von Diesel-NotvorrätenUSA fordern europäische Staaten zur Freigabe von Diesel-NotvorrätenDie US-Regierung fordert insbesondere Deutschland und Frankreich dazu auf, strategische Dieselreserven freizugeben, während sie mögliche Einschränkungen von US-Dieselexporten prüft. Ein Exportstopp könnte die europäische Versorgung weiter unter Druck setzen, da die EU in diesem Jahr rund 32 Prozent ihrer Dieselimporte aus den USA bezog. Gleichzeitig steigen die Energie- und Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich, trotz einer erhöhten Produktion in deutschen Raffinerien.
Weiterlesen »

Kritische Sicht auf US‑Technologie‑Aktien, europäische Märkte gewinnen an AttraktivitätDie Artikel beleuchtet die wachsende Skepsis gegenüber der Dominanz US‑Technologiekonzerne, beleuchtet die Performance des Stoxx Europe 600 und diskutiert die Chancen für europäische Aktien in einem Umfeld steigender Zinsen und zunehmender KI‑Einbindung.
Weiterlesen »