Der Gipfel der lateinamerikanischen Staaten brachte wenig Ergebnisse. Die Idee einer gemeinsamen Währung ist eher eine argentinische Wahlkampfnummer.
Der argentinische Präsident Alberto Fernandez mit Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva Foto: Florencia Martin/dpa
Das Gipfeltreffen der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten hat die Vorgaben des argentinischen Gastgeberpräsidenten Alberto Fernández umgesetzt: die Rückkehr seines brasilianischen Amtskollegen Lula da Silva auf die internationale Bühne zu feiern und Bilder für den begonnenen Präsidentschaftswahlkampf zu liefern. Ende Oktober wird gewählt und der scheinbar in einer Parallelwelt lebende Fernández glaubt an seine Wiederwahl.
Wie zahnlos die Veranstaltung war, zeigt das Beispiel Peru. Präsidentin Dina Boluarte war nicht nach Buenos Aires gekommen – das Parlament hatte die notwendige Zustimmung für Auslandsreisen des Staatsoberhaupts verweigert –, und niemand am Gipfeltisch nahm sich der Ereignisse in dem Mitgliedsstaat an. In der Schlusserklärung findet sich kein Wort über die Unruhen mit bisher mehr als 50 Toten.
Der größte Aufreger hatte mit der Celac gar nichts zu tun. In einer Erklärung hatten Argentiniens und Brasiliens Präsidenten von der Schaffung einer gemeinsamen Währung gesprochen. Die Feinheit, dass es lediglich Gespräche darüber geben wird, wurde überlesen. Der argentinische Wunsch ist der Vater des Währungsgedankens. Dass Lula seinen Amtskollegen unterstützt, ist verständlich.
Der Putschversuch gegen Lula am 8. Januar hat gezeigt, dass Brasilien mit sich selbst beschäftigt sein wird. Es wäre absurd zu glauben, Lula würde sich mit einer gemeinsamen Währung das inflationäre Argentinien auch noch aufladen. Ernst würde es erst, wenn Brasiliens Finanzminister und Zentralbankchef grünes Licht geben. Für die brasilianische Wirtschaftspresse steht denn auch fest: Nach der Wahl in Argentinien ist das Thema vom Tisch.
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