Die Österreichische Hotelvereinigung wirft Booking.com vor, den Digital Markets Act zu verstoßen, indem die Plattform die Zimmerpreise ohne Genehmigung der Hotels senkt. Die Organisation kritisiert auch die intransparente Platzierung der Hotels und die hohe Stornoquote, die deutlich über denen der Direktbuchungen liegt. Die ÖHV hat die EU-Kommission um eine Überprüfung der Geschäftspraktiken von Booking.com gebeten.
Jetzt landet der Streit um Booking.com bei der EU-Kommission. Die Österreichische Hotelvereinigung hat Beschwerde gegen die Buchungsplattform eingebracht. Der Vorwurf: Mehrere Geschäftspraktiken würden gegen den Digital Markets Act verstoßen.
Booking.com gilt seit Mai 2024 als sogenannter Gatekeeper und muss sich deshalb an besondere Regeln halten. Die ÖHV will erreichen, dass die EU-Kommission die beanstandeten Praktiken prüft und Booking.com zu Änderungen verpflichtet.. Laut der European Hotel Distribution Study 2026 entfallen in Österreich 73,9 Prozent der Buchungen über Online-Plattformen auf Booking Holdings. Im europäischen Schnitt sind es 68,8 Prozent.
"Wenn ein Konzern drei von vier Plattformbuchungen kontrolliert, sind seine Geschäftsbedingungen keine Verhandlungssache mehr, sondern Diktat. Genau für diese Situation hat die EU denInsgesamt nennt die Hotelvereinigung fünf Punkte. Einer davon betrifft die Zimmerpreise. Booking.com könne laut eigenen Bedingungen Preise auf eigene Kosten reduzieren, ohne das betroffene Hotel vorher zu fragen oder zu informie ren.
Laut Studie hätten 80 Prozent der davon betroffenen Hotels einer solchen Unterbietung nicht zugestimmt. Auch die Platzierung der Hotels auf Booking.com sorgt für Kritik. Laut ÖHV kann die Höhe der Provision das Ranking beeinflussen. Hotels können zudem an Programmen teilnehmen, bei denen sie für eine bessere Platzierung mehr bezahlen.
Die Hotelvereinigung sieht darin eine Benachteiligung anderer Betriebe. Booking.com könne entsprechende Kosten an Hotels weiterverrechnen,Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen?
Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter Ein weiterer Streitpunkt sind Stornierungen und Preisnachlässe. Die ÖHV wirft der Plattform vor, dass diese in der Praxis teilweise ohne Zustimmung des Hotels erfolgen würden.
Auffällig ist dabei die Stornoquote: Laut Studie werden 19 Prozent der Booking.com-Buchungen storniert. Bei Buchungen direkt über die Hotelwebseite sind es 9,1 Prozent.
Schließlich kritisiert die ÖHV die Möglichkeiten, Hotels auf der Plattform zu sperren. In den Bedingungen seien 17 Gründe vorgesehen, die eine sofortige Sperre ohne vorherige Mahnung ermöglichen würden. Darunter befänden sich auch weit gefasste Formulierungen.
"Viele Betriebe trauen sich nicht, selbst gegen Booking.com vorzugehen, weil sie Nachteile auf der Plattform befürchten. Das allein zeigt, wie groß die Abhängigkeit ist. Deshalb geht die ÖHV voran und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Brüssel", sagt Gratzer. Die ÖHV verlangt unter anderem, dass Preisnachlässe nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Hotels gewährt werden.
Zudem sollen die Faktoren für das Ranking transparenter werden und Zahlungsgebühren vorab offengelegt und angemessen sein. Auch Stornos und nachträgliche Rabatte sollen nach Ansicht der Hotelvereinigung nur mit dokumentierter Zustimmung des betroffenen Betriebs möglich sein. Bei einer drohenden Sperre sollen Hotels außerdem vorher die Möglichkeit bekommen, Stellung zu nehmen.
"Booking Holdings hat 2025 einen Umsatz von 26,9 Mrd. US-Dollar erzielt. Es geht hier nicht um David gegen Goliath aus Prinzip, sondern um faire Spielregeln für Tausende Familienbetriebe, die ohne Plattform kaum sichtbar sind und mit ihr kaum Handlungsspielraum haben", so Gratzer.
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