Gastronomie-Krise: Steigende Insolvenzen, hohe Kosten und frühe Sperrstunden setzen Wirte in Österreich 2026 weiter unter Druck. Aktuelle Zahlen.
Die Krise fordert weiter ihre Opfer. Arg betroffen: die Gastronomie. Der KSV berichtet von verschiedenen Problemen, mit denen Wirte zu kämpfen haben. Auf den ersten Blick wirkt die Statistik nicht so schlimm: 599 Unternehmen mussten in den ersten drei Quartalen 2026 laut KSV-Hochrechnung Insolvenz anmelden.
Das ist ein Minus von 0,8 Prozent verglichen mit der Vorjahresperiode. Aber: Besonders das Verhältnis von eröffneten und nicht eröffneten Verfahren sei besorgniserregend, so die Experten. Jene Fälle, die mangels Kostendeckung nicht gestartet werden, machen bereits 45 Prozent aller Firmenpleiten aus. Die Details: Die vorläufigen Schulden belaufen sich auf rund 291 Millionen Euro – ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2025.
Mit Blickrichtung Jahresende sei eine seriöse Prognose aktuell nur bedingt möglich, erklärt der KSV. Aus heutiger Sicht dürfte das Vorjahresniveau von 842 Insolvenzen nicht erreicht werden. Wer waren in den ersten neun Monaten die negativen Spitzenreiter? Einmal mehr der Handel , die Bauwirtschaft sowie Beherbergung und Gastronomie .
"Der Handel ist von der sinkenden Kaufkraft und Konsumzurückhaltung besonders betroffen", erklärt Petra Wögerbauer, Leiterin des Linzer-Standortes. Investitionen in den Ausbau von Online-Angeboten und in bessere Kundenbindung seien lohnend. Die Bauwirtschaft hat heuer nach wie vor mit hohen Material-, Energie und Personalkosten zu kämpfen. Länder und Gemeinden müssen sparen, was sich im Rückgang der öffentlichen Aufträge zeigt.
Unterdessen hat sich die Situation im Bereich der Gastronomie weiter zugespitzt.
"Die Gründe dafür sind seit Monaten ähnlich. Hohe Betriebs- und Lohnkosten führen häufig zu verkürzten Öffnungszeiten", berichtet Wögerbauer. Die notwendigen Einnahmen müssten in entsprechend kürzerer Zeit erwirtschaftet werden.
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Wirbel um Pensions-Kosten – Korosec rechnet jetzt nachPensionen in Österreich: Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten? Experten fordern Transparenz, Kostenwahrheit und sachliche Reformdebatte.
Weiterlesen »
Kleine Pakete von Online-Shops kosten bei Einfuhr bald extraBRÜSSEL. Die neuen Regeln dürften etwa Online-Händler wie Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon betreffen.
Weiterlesen »
Viel zu hohe Kosten – nun ist Personalvermittler pleitePersonalvermittler insolvent: 1,74 Mio. Euro Schulden, 26 Gläubiger betroffen. Sanierungsverfahren in Wels, Fortführung des Betriebs geplant.
Weiterlesen »
'Bearbeitungsgebühr' – kleine Pakete kosten bald extraFür kleine Online-Pakete, die in die EU eingeführt werden, kommt ab 1. November eine neue Bearbeitungsgebühr. Zahlen sollen laut EU-Staaten Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress – die Höhe legt die EU-Kommission noch fest.
Weiterlesen »
