Historische Eisverluste: Alpenverein warnt vor Rekordjahr für Gletscher

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Historische Eisverluste: Alpenverein warnt vor Rekordjahr für Gletscher
Alpenverein, Andreas Kellerer Pirklbauer, Eisverlust

Die ersten Gletschermessungen des Alpenvereins zeigen massive Eisverluste. Die Pasterze verzeichnet historische Rückgänge, 2026 könnte ein Rekordjahr werden.

Die ersten Ergebnisse der diesjährigen Gletscher messungen des Österreichischen Alpen vereins zeichnen ein alarmierendes Bild. Nach den Erhebungen an der Pasterze und rund 90 weiteren Gletscher n in Österreich könnte 2026 zu den verlustreichsten Gletscher jahren der 135-jährigen Messgeschichte zählen.

Die Pasterze am Großglockner verliert laut den aktuellen Messungen des Österreichischen Alpenvereins so viel Eis wie noch nie zuvor. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung an der Pasterze am Fuß des Großglockners. Dort registrierten die Experten außergewöhnlich starke Eisverluste. Auf rund 3000 Metern Seehöhe wurden an einem Messpunkt fast vier Meter Eisverlust festgestellt.

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„Auf 3000 Metern waren wir an einem Punkt fast bei vier Metern Eisverlust. Das gab’s noch nie“, sagt Andreas Kellerer-Pirklbauer, einer der beiden Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes und Messverantwortlicher im Pasterzengebiet. An einem Messprofil auf 2500 Metern Höhe sank der Gletscher sogar um zehn Meter ab. Der bisherige Höchstwert lag dort bei acht Metern.

An mehreren Messpunkten fanden die Forscher statt Eis bereits freiliegenden Fels vor. Gleichzeitig ist der Gletscher deutlich schmäler geworden. Auch aus anderen Gebirgsgruppen Österreichs melden die Messteams starke Gletscherrückgänge. Ob am Ende tatsächlich neue Negativrekorde erreicht werden, ist laut Alpenverein noch offen.

Die bisherigen Beobachtungen sprechen jedoch für ein außergewöhnlich ungünstiges Jahr. Alpenverein/Elias Bachmann „Sehr viele Indizien sprechen dafür, dass das heurige jedenfalls zu den gletscherungünstigsten Jahren gehören wird“, sagt Gerhard Lieb, der zweite Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes. Die endgültige Auswertung der Messungen erfolgt in den kommenden Monaten. Der offizielle Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins soll im März 2027 veröffentlicht werden.

Das vielfach diskutierte Abreißen der letzten Eisverbindung zur Gletscherzunge wird sich nach Einschätzung der Experten heuer voraussichtlich noch nicht ereignen. Derzeit sind weiterhin Eisbewegungen von den höher gelegenen Bereichen feststellbar. Das Eisband am sogenannten Hufeisenbruch ist noch etwa 70 Meter breit. Alpenverein/Elias Bachmann Nach aktuellem Stand könnte die Pasterze allerdings bereits im kommenden Jahr in zwei oder sogar mehrere Teile zerfallen.

Angesichts der rasanten Veränderungen erneuert der Österreichische Alpenverein seine Forderung nach einem umfassenden Schutz der Gletscher. Dieser solle nicht nur die Eisflächen selbst, sondern auch die durch das Abschmelzen neu entstandenen Gletschervorfelder und Moränen umfassen.

„Die jungfräulichen, ungenutzten Flächen wecken Begehrlichkeiten, nicht nur unter Skigebietsbetreibern. Neue Gletscher und Gletschervorfelder zu erschließen bedeutet für uns aber ganz klar ein Überschreiten einer roten Linie und ist in Zeiten der Klimakrise alles andere als zeitgemäß“, betont Birgit Kantner, Ökologin im Österreichischen Alpenverein. Als Beispiel nennt der Alpenverein die Erweiterungspläne des Skigebiets Kaunertaler Gletscher. Dort würde mit dem Gepatschferner eine der größten verbliebenen Gletscherflächen der Ostalpen erschlossen.

Für das Projekt ist nach einer aktuellen Entscheidung des Höchstgerichts eine Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend.

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