Viele Eltern wollen ihren Kindern möglichst alles beibringen und sie so bestmöglich auf das Leben vorbereiten. Hirnforscher Gerald Hüther warnt vor negativen Folgen. Denn zu starkes Eingreifen der Eltern könnte die natürliche Entdeckerfreude der Kinder zerstören.
Noch bevor ein Kind auf die Welt kommt, haben seine Eltern schon eine Vorstellung davon, was sie in der Erziehung besser machen wollen. Besser als die eigenen Eltern, besser als die Freunde, besser als die Nachbarn. Lange bevor das Kind dann in die Vorschule kommt, haben seine Eltern sich bereits ausgemalt, was einmal aus ihm werden könnte.
Anstatt ihnen den weiten und offenen Blick auf die Welt zu gewähren, der ihnen angeboren ist, schränken wir ihre Sichtweise bereits im Kleinkindalter ein und nehmen ihnen damit die Möglichkeit, viele Aspekte unserer Welt und auch ihrer eigenen Persönlichkeit überhaupt erst kennenzulernen. In der einen Gruppe griff ein Erwachsener in das Spiel ein und zeigte den Kindern jeweils, wie die Hupe funktionierte. Die andere Gruppe der Kinder wurde mit dem Spielzeug allein gelassen.In der ersten Gruppe spielten die Kinder ausschließlich mit der Hupe und wiederholten immer wieder, was der Erwachsene ihnen gezeigt hatte.
Es ist diese Angst, aus der heraus Eltern heute zu Frühförderung und anderen Maßnahmen greifen und damit immer mehr Einfluss auf das Leben ihrer Kinder nehmen. Doch indem sie das tun, geraten die verschiedenen Säulen der kindlichen Entwicklung ins Wanken.Diese Säulen sind laut Hüther das Aneignen von Kreativität, das Aneignen von Wissen und das Aneignen von Können.
Dafür brauchen Kinder keinen Erwachsenen, der ihnen sagt, ob ihre Fantasievorstellung logisch ist oder sie eine Rolle „richtig“ spielen. Je weniger Vorgaben sie bekommen, desto mehr müssen sie ihre Vorstellungskraft benutzen.Das freie Spiel ist jedoch nicht nur durch das Eingreifen Erwachsener gefährdet. Kinder haben heute oft so straffe Zeitpläne, dass ihnen kaum Zeit zum Spielen bleibt.
„Der Dialog mit einem Kind sollte so gestaltet werden, dass es nie aufhört, Fragen zu stellen. Denn sobald es fertige Antworten bekommt, hört es mit dem Fragen auf“, sagte Hüther.Auch in diesem Entwicklungsfeld lernen Kinder am schnellsten, wenn ihre Eltern ihnen die Chance geben, zu scheitern - und aus den eigenen Fehlern zu lernen.
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