Die Deutsche Sophie Hinners gewinnt mit Iron Dames Combella den Großen Preis von Wien der Longines Global Champions Tour vor Schloss Schönbrunn.
Die Deutsche Sophie Hinners hat am Sonntagabend den Großen Preis von Wien bei der Longines Global Champions Tour vor dem Schloss Schönbrunn gewonnen. Die 28-Jährige setzte sich im Sattel ihrer Stute Iron Dames Combella durch und sicherte sich damit ein Preisgeld von über 100.000 Euro. Im Stechen verwies sie den Schweden Peder Fredricson mit Alcapone des Carmille auf Platz zwei und den Belgier Olivier Philippaerts mit Hipster SV auf Rang drei.
Der Große Preis von Wien war der abschließende Höhepunkt des Fünf-Sterne-Turniers. Der Parcours über 1,60 Meter verlangte den 40 Pferd-Reiter-Paaren alles ab. Parcoursdesigner Peter Schumacher aus Deutschland und sein Team hatten nicht nur Mut und Springvermögen gefordert, sondern auch technische Finessen eingebaut. Bei einigen der weltbesten Reiter fielen die Stangen.
Nullrunde und Stechen im Großen Preis
Katharina Rhomberg schaffte als siebte Starterin mit ihrem Colestus Cambridge die erste Nullrunde. Lange Zeit sah es so aus, als würde das so bleiben. Schließlich blieben doch weitere sechs Teilnehmer im Grundumlauf fehlerfrei. Im Stechen musste Rhomberg einen Abwurf hinnehmen und landete im Endklassement auf Rang sieben. Sie freute sich dennoch über mehr als 9000 Euro Preisgeld.
Der ehemalige Olympiareiter und Co-Veranstalter der LGCT Vienna, Helmut Morbitzer, erklärte, dass ein Grand Prix über 1,60 Meter wenig verzeihe. Im Grundumlauf gehe es darum, technisch sauber und fehlerfrei zu bleiben. Im Stechen komme das Risiko dazu. Wenn 40 Paare um Zehntelsekunden kämpfen, zeige sich, was diesen Sport ausmache.
Sophie Hinners, bekannt für ihr feines Reiten und ihre Nervenstärke, legte im Stechen eine Traumrunde hin. Damit ist sie erst die zweite Frau nach Lucinda Diniz im Jahr 2015, die im Großen Preis von Wien siegreich war. Der Top-Springsport ist weiterhin männlich dominiert, doch Hinners hat ein starkes Team hinter sich.
Iron Dames fördern Reiterinnen im Spitzensport
Hinter Iron Dames steht die französische Geschäftsfrau Deborah Mayer. Sie ist ursprünglich im Autorennsport zu Hause und fördert reine Frauenteams im Spitzensport. Mayer unterstützt seit Jahren junge Frauen im Motorsport. Seit Kurzem dürfen sich auch Springreiterinnen wie Katrin Eckermann aus Deutschland, Anastasia Nielsen aus Polen oder eben Hinners über die Unterstützung der ehemaligen Rennfahrerin und Investorin freuen.
Das Konzept geht auf. Auch die Niederländerin Sanne Thijssen, 27 Jahre jung und am Sonntag siegreich im Springen über 1,45 Meter, war bereits Teil des Iron-Dames-Teams gewesen, und zwar im Rahmen der Global Champions League im Team der Cannes Stars.
Im selben Bewerb konnte auch Katharina Rhomberg wieder aufzeigen. Die Vorarlbergerin wurde mit ihrem zweiten Top-Pferd Cuma Fünfte. Max Kühner kam auf Rang 12.
Sophie Hinners zeigte sich nach ihrem Sieg überwältigt. Sie sagte, es sei unglaublich und eine Ehre, hier zu gewinnen. Sie sei so glücklich mit ihrer Stute, die super gesprungen sei und bis zum Schluss für sie gekämpft habe. Die Atmosphäre in Wien sei wirklich außergewöhnlich. Sie bedankte sich bei ihrer Unterstützerin Deborah und der ganzen Iron-Dames-Familie, ohne die sie hier nicht stehen würde.
Österreichische Erfolge im U25 und Zwei-Stern-Tour
Im U25-Bewerb erklang die österreichische Bundeshymne für den Sieger. Der 19-Jährige setzte sich gegen die Konkurrenz der Nachwuchsreiter mit seinem Hengst Idiaal Special H.J. durch, vor Corinne Sweeney aus den USA und Ava Ferch aus Deutschland.
Eine rot-weiß-rote Doppelspitze gab es im Finalbewerb der Zwei-Stern-Tour. Im Springen über 1,45 Meter ging der Sieg an Josefina Goess-Horstmann mit ihrer Stute Ja Belle Stability vor Kevin Kazda mit Centa Girl. Platz drei ging an die Deutsche Brianne Beerbaum mit Kiss Mee. Der Bewerb war mit 25.000 Euro dotiert.
In der Medium Tour über 1,30 Meter musste sich Jennifer Jaritz-Gnaser knapp Ava Ferch aus Deutschland geschlagen geben. Mario Bichler landete auf Rang vier.
Neben einer Vorführung der Working Equitation, einer der Arbeitsweise spanischer Rinderhirten nachempfundenen Disziplin, hatten auch die kleinsten Springreit-Stars ihren großen Auftritt. Die Mädchen zeigten im Sattel ihrer Pferde und Ponys, dass man sich um den Springsport in Österreich auch weiterhin keine Sorgen machen muss.
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