Greenpeace fordert nach 995 Hitzetoten in Österreich ein Klima-Sofortpaket von Kanzler Stocker. Die Organisation übergab ein Kondolenzbuch und kritisiert Klimaminister Totschnig.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: Laut aktuellen AGES -Zahlen forderten die Extremtemperaturen diesen Sommer 995 Hitzetote in Österreich – so viele wie noch nie. Anlässlich dieser Rekordbilanz hat Greenpeace um einen Termin bei Bundeskanzler Stocker angefragt, um ihm ein Kondolenzbuch zu überreichen. In diesem hatten Bürger bei einer Greenpeace -Gedenkaktion vor dem Bundeskanzleramt ihr Mitgefühl sowie ihre Wünsche für mehr Hitzeschutz festgehalten.
Greenpeace fordert Klima-Sofortpaket
Um die Bevölkerung künftig zu schützen, fordert die Umweltschutzorganisation von Kanzler Stocker ein Klima-Sofortpaket – inklusive einer Sanierungsoffensive sowie einer Renaturierungs-Milliarde für Städte und Gemeinden.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich, erklärte: Dieser Extremsommer habe 995 Menschen in Österreich das Leben gekostet. Das sei nicht nur tragisch, sondern ein klares Alarmsignal für die Politik. Doch statt Klimaschutz anzupacken und die Bevölkerung vor der Hitze zu schützen, sei Klimaminister Totschnig kaum auffindbar gewesen.
Weiter betonte Duregger, die Menschen im Land müssten darauf vertrauen können, dass die Regierung die Klimakrise und Hitzewellen ernst nimmt. Daher müsse Bundeskanzler Stocker das Ruder in die Hand nehmen und Hitzeschutz zur Chefsache erklären.
Fünf Säulen des Sofortpakets
Damit die hohe Opferzahl dieses Sommers sowie die extreme Dürre in der Landwirtschaft und der drastische Wassermangel sich nicht wiederholen, fordert Greenpeace ein sofortiges Handeln der Politik. Das Klima-Sofortpaket umfasst fünf zentrale Säulen.
Klimaminister Totschnig muss die Menschen in ihren überhitzten Wohnungen unterstützen und deutlich mehr Geld für thermische Sanierungen bereitstellen. So kann gleichzeitig der Energieverbrauch reduziert und die Wohnungen hitzefit gemacht werden.
Klimaschädliche, fossile Subventionen müssen beendet und öffentliche Gelder stattdessen in einen ausreichend dotierten Notfall-Fördertopf für kurzfristigen Hitzeschutz sowie für thermische Sanierung investiert werden.
Die Ziele der EU-Renaturierungsverordnung müssen umgehend umgesetzt und der Grünanteil in Österreichs Städten erhöht werden. Bäume bringen dringend notwendige Kühlung in unsere heißen Städte.
Die Bundesregierung muss eine zweckgebundene Renaturierungsmilliarde für Städte und Gemeinden bereitstellen.
Hintergrund und Reaktionen
Die Zahlen der AGES belegen, dass die Hitze in diesem Sommer verheerende Auswirkungen hatte. Greenpeace nutzt die Gedenkaktion und das Kondolenzbuch, um auf die Dringlichkeit von Maßnahmen hinzuweisen.
Die Organisation kritisiert insbesondere die Untätigkeit von Klimaminister Totschnig und fordert Bundeskanzler Stocker auf, die Verantwortung zu übernehmen. Die Forderungen nach thermischer Sanierung, dem Ende fossiler Subventionen und der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung sollen langfristig Leben retten und die Lebensqualität in den Städten verbessern.
Greenpeace betont, dass die Politik jetzt handeln muss, um weitere Hitzetote und Umweltschäden zu verhindern. Das Klima-Sofortpaket sei ein notwendiger Schritt, um die Bevölkerung und die Umwelt zu schützen.
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