Gewerbepark auf ehemaligem KZ-Außenlagergelände in Leobersdorf geplant

Gesellschaft Nachrichten

Gewerbepark auf ehemaligem KZ-Außenlagergelände in Leobersdorf geplant
Gewerbepark Leobersdorf, KZ Mauthausen, Chefs Culinar

In Leobersdorf entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Außenstelle des KZ Mauthausen ein Gewerbepark. Bürgermeister Ramharter hatte den Grund an einen Unternehmer verkauft, der dort unter anderem einen Logistikstandort des deutschen Lebensmittelgroßhändlers Chefs Culinar errichten lassen will. Das Mauthausen Memorial Center bezeichnet das Vorhaben als Schande, während die Israelitische Kultusgemeinde eine Rückabwicklung fordert und Bürger mahnwachen organisiert. Das Unternehmen verweist auf ein Engagement des Bauträgers zur Erinnerung an die Geschichte des Ortes.

Es klingt wie der Plot einer bitterbösen TV-Satire: Ein Geschäftsmann baut einen Gewerbepark in der Peripherie einer Gemeinde in Niederösterreich. Exakt dort, wo die Nazis 80 Jahre vorher Frauen in ein Konzentrationslager pferchten.

Den Grund hat ihm ausgerechnet der Bürgermeister verkauft.gerade verschwinden? Die Bagger sind längst aufgefahren, die Fundamente gegossen, das Skelett einer Halle steht auf der ehemaligen KZ-Wiese. Demliegen Pläne vor: Kühlhäuser, Laderampen, Versandzonen, Büros. Und ein Name auf einem Plandokument.

“Mieter” steht hier: "Chefs Culinar”. Chefs Culinar ist ein deutscher Lebensmittelgroßhändler. 1923 als kleiner Vertrieb von Speisefetten in Goch am Niederrhein gegründet, ist die Firma heute Teil der CITTI-Gruppe. Sie beliefert Restaurants, Kantinen, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten in ganz Europa, in Polen, den Niederlanden, Dänemark, Schweden. In Österreich sitzt die Chefs Culinar Süd GmbH & Co. KG seit 2009 in Hallein in Salzburg.bestätigt das Unternehmen: “Chefs Culinar plant, im Sommer 2027 als Mieter in Leobersdorf einen Standort mit Logistikfunktion zu eröffnen.

” 80 Mitarbeiter sollen hier arbeiten. Dass unter den Regalen voll Frischfleisch, Tiefkühl-Ravioli und Milchpudding ein Nazi-Tatort liegt, dürfte den Konzern nicht stören.

“Der Bauträger, der das Gelände entwickelt, will sich engagieren, um an die bedrückende Historie des Ortes als Außenstelle des KZ Mauthausen zu erinnern”, schreibt der Konzern. Sprich: Rattensperger wird sich kümmern. Seine bisherigen Tätigkeiten weisen in eine andere Richtung. Eine “Schande” nannte das Mauthausen Memorial Center seinen Gewerbepark.

Die Israelitische Kultusgemeinde forderte eine Rückabwicklung. Engagierte Bürger organisierten Mahnwachen. Doch Bürgermeister Ramharter und Unternehmer Rattensperger blieben dabei: Hier wird ein Gewerbepark gebaut. Sofern Sie noch kein anderes Newsletterthema von uns abonniert haben, erhalten Sie nun einen Link an Ihre E-Mail Adresse, um Ihre Anmeldung zu bestätigen.

Wir nutzen Ihre E-Mailadresse auch, um Sie im Rahmen unserer Kundenbeziehung über eigene Produkte zu informieren. Dies nehmen wir, gestützt auf unser berechtigtes Interesse Werbung zu betreiben, vor. Sie können der Zusendung jederzeit widersprechen.

Ein Link zur Ausübung des Widerspruchs ist in allen E-Mails, die wir automatisiert versenden, enthalten bzw. kann Die Pläne betreffen nicht nur das Areal des ehemaligen Konzentrationslagers “Am Weinberg”, im Volksmund “KZ Hirtenberg” genannt, sondern auch die angrenzenden Flächen des ehemaligen Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeiter-Lagers. Die Menschen, die die Nazis hierher verschleppt haben, mussten in der Hirtenberger Patronenfabrik Nachschub für die Front produzieren.

Zu Spitzenzeiten dürften rund 2500 Gefangene auf der Wiese in Leobersdorf eingesperrt gewesen sein. 80 Jahre später werden hier bald Tiefkühlprodukte, Fingerfood und Rindfleisch lagern. Und der Bürgermeister Andreas Ramharter hat daran ordentlich mitverdient. Seine Immo-Firma verkaufte Rattensperger die KZ-Wiese um 15 Millionen Euro. Und bekam noch einmal 1,34 Millionen extra, weil der Gemeinderat zwei Umwidmungen auf dem Areal beschlossen hatte.berichteten über den österreichischen Immobilien-Deal am KZ-Grund.

Nachdem die Causa publik wurde, bot Rattensperger der örtlichen Gedenkinitiative eine Fläche auf dem Areal an.

“Weiters haben wir in Aussicht gestellt, dass wir uns bei der Errichtung beteiligen werden”, heißt es aus seiner Firma, der Tra Leo GmbH & Co KG, der der Grund gehört, gegenüber dem“Hamsterschutz-Zone und Versickerungsfläche für riesige Hallen”, nennt die Gedenkinitiative die Fläche, die Rattensperger vorschlägt. Und: “Sein Angebot ist aus unserer Sicht kein echtes Entgegenkommen, sondern die Abgabe einer ohnehin nicht gewerblich nutzbaren Restfläche. ” Deshalb hat die Initiative selbst eine Wiese gekauft.

Die 4000 Quadratmeter grenzen an Rattenspergers Gewerbepark an.

“Durch den privaten Ankauf des Geländes erhalten die über 400 Opfer der NS-Zwangsarbeit nun dauerhaft einen geschützten und würdigen Raum des Erinnerns. ” Von dort aus können die Nachkommen der Nazi-Opfer auf jenen Ort schauen, an dem ihre Angehörigen drangsaliert und gefoltert wurden – und sehen eine Logistikhalle von Chefs Culinar. Satire? Nein, österreichische Realität.

„Das ganze Generationgeraune geht mir zwar gehörig auf die Nerven, aber falls es jemandem besser geht, wenn er oder sie Boomer-Bashing betreiben oder die Schneeflockenhaftigkeit der Millennials bejammern kann – von mir aus. Mich selbst stört es eigentlich nur, wenn die Leut’ deppert sind.

“„Du kannst werden, was du willst. Du schaffst alles. Das ist die Botschaft, die Mädchen und jungen Frauen in den letzten Jahren vermittelt wurde. Die Intention dahinter ist gut.

Ich frage mich nur, ob wir wirklich mutige Frauen erziehen oder ihnen noch mehr Druck auferlegen, großartig sein zu müssen.

“„Wie gehen wir damit um, wenn uns das Du zu nahe kommt? Comandantina empfiehlt die siezende Distanzfrage: ,Ähm, verzeihen Sie, woher kennen wir einander?

‘ Inwird das kaum nutzen. Stechen Sie die Nähe ab. Als Waffen der Wahl empfehle ich die kostbaren Dolche ,Oida‘ und ,Heast!

‘. “ Wie umgehen mit der Vergangenheit? Darüber zerbricht sich die Vorarlberger Gemeinde Alberschwende seit einem Jahr den Kopf. Ihr bekanntester Sohn heißt Hermann Gmeiner, einst als Gründer von SOS-Kinderdorf verehrt undHolen Sie sich kritischen Journalismus und das beste Veranstaltungsprogramm für ganz Österreich direkt nach Hause – zum exklusiven Vorteilspreis für Mütter und Väter in Karenz.

GooglePlease follow us on Google to support us
Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

falter_at /  🏆 10. in AT

Gewerbepark Leobersdorf KZ Mauthausen Chefs Culinar Bürgermeister Ramharter Geschichte

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Hanni Liang: Sie lernte für das Konzert PfeifenHanni Liang: Sie lernte für das Konzert PfeifenEin Sesselkreis im Konzerthaus? Ja, das gibt es, denn beim Auftritt der Pianistin Hanni Liang im Linzer Brucknerhaus ging es nicht nur um Musik, ...
Weiterlesen »

Debütant hütet für Österreich gegen den Kosovo das TorDebütant hütet für Österreich gegen den Kosovo das TorÖFB-Team: Debütant im Tor gegen Kosovo. Ralf Rangnick setzt im Nations-League-Spiel überraschend auf Jungwirth oder Zawieschitzky.
Weiterlesen »

Weinwandern Wien: Wer DAS macht, riskiert eine StrafeWeinwandern Wien: Wer DAS macht, riskiert eine StrafeDie Trauben hängen verlockend an den Reben. Doch wer beim Wiener Weinwandertag einfach zugreift, kann sich rechtlichen Ärger einhandeln.
Weiterlesen »

Das Goalie-Gen liegt bei Grascher in der FamilieDas Goalie-Gen liegt bei Grascher in der FamilieDiesen Abend wird Patrick Grascher nicht so schnell vergessen. Der Eishockeytormann der Graz99ers wurde aufgrund der zahlreichen Ausfälle beim 3:2 ...
Weiterlesen »