Gernot Purgstaller: Neuer Vorstand der Wiener Privatbank setzt auf KI und Osteuropa

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Gernot Purgstaller: Neuer Vorstand der Wiener Privatbank setzt auf KI und Osteuropa
Gernot Purgstaller, Wiener Privatbank, Vorstand

Gernot Purgstaller ist seit diesem Jahr Vorstandsmitglied der Wiener Privatbank. Der Betriebswirt will die Bank auf die nächste Generation des Bankgeschäfts vorbereiten und setzt auf KI, Blockchain und Osteuropa.

Gernot Purgstaller, 44, ist seit diesem Jahr Vorstand smitglied der Wiener Privatbank. Der gebürtige Steirer und studierte Betriebswirt wurde vom Aufsichtsrat in den Vorstand neben Eduard Berger bestellt und folgt auf Stefan Selden. Zuvor war er seit 2014 bei der Wiener Privatbank tätig, zuletzt als Leiter für Operations und Risikomanagement. Die Bank hat ihren Sitz in der Wiener Innenstadt zwischen Gartenbaukino und Opec Fund und beschäftigt rund 75 Mitarbeiter.

Führungsstil: Kooperativ und offen

Purgstaller sieht die überschaubare Größe der Wiener Privatbank als Wettbewerbsvorteil. Die Kompaktheit bedinge, viel kooperativer und agiler zu arbeiten, sagt er. Zudem verweist er auf flache Hierarchien. Eine abgeschirmte Chefetage sucht man vergeb

Er legt Wert auf einen offenen Austausch mit den Mitarbeitern. Die Tür stehe grundsätzlich offen. Dieser Zugang habe sich in seinen zwölf Jahren Zugehörigkeit nicht verändert, ebenso wenig wie sein Anspruch an Zielstrebigkeit und Verlässlichkeit. Vertrauen ist für ihn die Grundlage von Führung, Mikromanagement lehnt er ab. Im Gegenzug erwartet er, dass Probleme nicht kaschiert werden. Das Schlimmste sei, wenn Mitarbeiter versuchen zu verdunkeln, so Purgstaller.

Kommunikation und Transparenz im Bankhaus

Einmal im Monat finden sogenannte Town-Hall-Meetings statt. Dort werden aktuelle Entwicklungen und Unternehmenszahlen besprochen. Auch Fragen und Gerüchte, die im Haus kursieren, werden aufgegriffen. So sollen die rund 75 Mitarbeiter auf dem Laufenden bleiben. Purgstaller hat mit dem Wechsel an die Spitze gelernt, qua der Funktion diplomatischer und menschlicher zu kommunizieren.

Der Steirer beschreibt sich als analytischen, hartnäckigen Menschen. Er denke sich quasi in die Zahlen rein, sagt er. Daraus versuche er strategisch abzuleiten, was die nächsten Schritte sind und was man tun kann. Das mache ihm heute noch mehr Spaß als früher, denn seine Entscheidungskompetenz sei inzwischen deutlich breiter. Mit ihr wächst auch die Tragweite. Liegt ein Vertrag zur Unterschrift vor, gehe das nicht einfach von der Feder, wenn plötzlich zwei Nullen mehr stehen als vor zehn Jahren.

Strategische Ausrichtung: Immobilien, Kapitalmarkt und Osteuropa

Als Vorstand muss Purgstaller über den Tellerrand hinausblicken und auch Vertriebs- und Geschäftsentwicklungsthemen mitdenken. Risikomanager sei er trotzdem noch zu 75 Prozent. Subsequentiell behält er auch den Mitbewerb wie Gutmann, Schoellerbank oder LLB im Auge. Abgrenzen will sich die Bank primär mit Immobilien- und Kapitalmarktgeschäft. Der heimische Private-Banking-Markt sei overbanked, wie er sagt, Wachstumspotenzial lokalisiert er in Osteuropa.

Purgstaller ist überzeugt, dass KI und Blockchain die Bankenbranche im Kern verändern werden. Entscheidend sei, vor dieser Welle zu sein und sich nicht mitreißen zu lassen. Die KI ersetzt nicht das Denken, betont er. Wenn niemand mehr eine Meinung gegen den Algorithmus, quasi gegen den Strom, vertrete, könne das zu einem totalen Crash führen. Eine starke, fundierte Meinung sei in der gesamten Branche unerlässlich.

Karriere und persönlicher Hintergrund

Der studierte Betriebswirt hatte zuletzt die Funktion der Bereichsleitung Risikomanagement, Kreditabwicklung und Operations in der Bank inne. Zuvor sammelte der gebürtige Steirer bei der Merkur Versicherung und Volksbank Berufserfahrung. Purgstaller ist Familienvater und findet beim Laufen Ausgleich, um Probleme mit sich selbst auszudiskutieren und den Kopf frei zu bekommen.

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