Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder übernimmt eine neue Funktion im Aufsichtsrat der russischen Globus-Gesellschaft Hyperglobus. Er soll die strategische Entwicklung und langfristige Planung des Russland-Geschäfts begleiten und dank seiner politischen Erfahrung den dialogorientierten Dialog mit Russland fördern. Hyperglobus betreibt 22 Globus-Märkte in acht russischen Regionen. Die Berufung erfolgt in einer Zeit zusätzlicher wirtschaftlicher Unsicherheiten durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die staatliche Verwaltung einzelner ausländischer Unternehmen.
Das 2005 aufgenommene Foto zeigt den damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder bei einem Handschlag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während ihres Treffens in St. Petersburg, Russland.
Gerhard Schröder übernimmt eine neue Funktion im Russland-Geschäft der Globus-Gruppe. Die Gesellschafter der russischen Hyperglobus LLC beriefen den früheren deutschen Bundeskanzler in den Aufsichtsrat. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem russischen Wirtschaftsdienst RBC. Schröder soll demnach an der allgemeinen Unternehmensführung teilnehmen und die langfristige Planung sowie die strategische Entwicklung des Geschäfts in Russland begleiten.
Die Berufung erfolgte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur bereits am 30. September. Globus-Eigentümer Thomas Bruch begründete die Entscheidung mit Schröders langjähriger Erfahrung in den politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland. Er soll dem Unternehmen dabei helfen, auch unter den derzeitigen Bedingungen einen dialogorientierten Ansatz zu verfolgen und konstruktive Lösungen zu finden.
Die russische Gesellschaft Hyperglobus betreibt nach den vorliegenden Angaben 22 Globus-Märkte in acht Regionen. Das Russland-Geschäft besteht weiterhin unabhängig vom deutschen Geschäft. Die Berufung Schröders kommt in einer Zeit, in der westliche Unternehmen in Russland mit zusätzlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Zuletzt wurden die russischen Gesellschaften mehrerer ausländischer Handelsunternehmen unter vorläufige staatliche Verwaltung gestellt.
Der frühere Bundeskanzler ist seit Jahren eng mit Russland verbunden. Nach seiner Amtszeit übernahm Schröder unter anderem Funktionen bei russischen Energieunternehmen. Auch nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hielt er den Kontakt zu Wladimir Putin aufrecht. Im Juli 2022 traf Schröder den russischen Präsidenten in Moskau.
Im Mai 2026 bezeichnete Putin Schröder als bevorzugten europäischen Gesprächspartner für mögliche Verhandlungen. Im Juni bestätigte der Kreml erneut ein Treffen der beiden. Schröders Russland-Nähe wird in Deutschland seit Jahren kontrovers diskutiert. Seine neue Funktion bei Hyperglobus bringt ihn nun erneut in eine geschäftliche Rolle mit Russland.
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