Gene beeinflussen die Wirkung von Alkohol und das Risiko für Abhängigkeit

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Gene beeinflussen die Wirkung von Alkohol und das Risiko für Abhängigkeit
Alkoholsucht, Genetik, Alkoholwirkung

Forschende untersuchen, wie genetische Varianten die Reaktion des Gehirns auf Alkohol beeinflussen. Studien deuten darauf hin, dass rund die Hälfte des Risikos für eine Alkoholkonsumstörung genetisch bedingt ist, während Umwelt, Erziehung und persönliche Lebensumstände ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Tierversuche mit Zebrafischen und Mäusen zeigen, dass bestimmte Gene die Alkoholtoleranz und das Suchtrisiko beeinflussen könnten. Die Ergebnisse könnten langfristig neue Therapien gegen Alkoholsucht ermöglichen, sind jedoch noch nicht unmittelbar auf Menschen übertragbar.

Dass Alkohol bei Menschen unterschiedlich wirkt, ist Wissenschaftlern schon länger bekannt. Immer besser verstehen Forscher nun jedoch, welche Gene dabei eine Rolle spielen und wie sie die Reaktion des Gehirns auf Alkohol beeinflussen.

Laut National Geographic könnten die Erkenntnisse künftig helfen, neue Therapien gegen Alkoholsucht zu entwickeln. Studien zufolge machen genetische Faktoren rund die Hälfte des Risikos aus, eine Alkoholkonsumstörung zu entwickeln. Der Rest hängt von Umwelt, Erziehung und persönlichen Lebensumständen ab. Der Suchtmediziner Stephen Holt von der Yale School of Medicine weist deshalb darauf hin, dass Betroffene nicht allein für ihre Erkrankung verantwortlich gemacht werden sollten.

Warum manche mehr trinken können Schon nach dem ersten Schluck gelangt Alkohol bei allen Menschen ähnlich schnell ins Gehirn. Der Unterschied liegt darin, wie die Nervenzellen auf Alkohol reagieren. Menschen, die sich nach einem Getränk kaum beeinträchtigt fühlen, trinken häufig mehr, weil die Warnsignale des Körpers später einsetzen. Genau das kann langfristig das Risiko für eine Abhängigkeit erhöhen.

Forscher gehen inzwischen davon aus, dass mehr als 100 Gene an dieser Reaktion beteiligt sind. Welche Aufgabe jedes einzelne übernimmt, wird derzeit intensiv untersucht. Ein Forschungsteam fand in Versuchen mit Zebrafischen Hinweise auf die Bedeutung des Gens CHRNA3. Tiere mit einer bestimmten Genvariante reagierten langsamer auf Alkohol und blieben deshalb länger in alkoholhaltigem Wasser.

Die Wissenschaftler vermuten, dass ein ähnlicher Mechanismus auch beim Menschen dazu führen könnte, dass manche Personen mehr Alkohol benötigen, um dieselbe Wirkung zu spüren. Die Ergebnisse stammen allerdings aus Tierversuchen und lassen sich nicht unmittelbar auf Menschen übertragen. Auch Untersuchungen an Mäusen zeigen, dass Gene beeinflussen können, wie stark das Kleinhirn auf Alkohol reagiert. Diese Hirnregion ist unter anderem für Gleichgewicht und Koordination verantwortlich.

Unterschiede in der genetischen Ausstattung könnten erklären, warum manche Menschen schneller Gleichgewichtsprobleme entwickeln als andere. Nicht nur das Gehirn entscheidet darüber, wie Alkohol wirkt. Gene beeinflussen auch den Abbau des Alkohols in der Leber. Bestimmte Varianten der Gene ALDH2 und ADH1B sorgen dafür, dass giftige Zwischenprodukte schneller entstehen.

Betroffene reagieren oft schon nach wenigen Schlucken mit Übelkeit, Schwindel oder geröteter Haut. Diese Genvarianten kommen laut den Forschern bei Menschen japanischer, koreanischer und chinesischer Abstammung häufiger vor und könnten das Risiko für eine Alkoholkonsumstörung senken. Trotz aller genetischen Einflüsse betonen die Forscher, dass Gene allein nicht über den Umgang mit Alkohol entscheiden. Psychische Belastungen, soziale Ängste oder traumatische Erlebnisse können ebenso eine Rolle spielen.

Umgekehrt kann ein stabiles soziales Umfeld Menschen davor schützen, problematischen Alkoholkonsum zu entwickeln.

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