Einmal pro Jahr gönnt sich der „Tatort“ einen Ausflug nach Wiesbaden und ins Surreale: Kommissar Murot schwebt diesmal im All, tötet Hitler und löst ganz nebenbei zwei Mordfälle. Definitiv kein Fall für „Tatort“-Traditionalisten!
Kommissar Felix Murot leidet: am Alter, das geplatzte Träume, Mundgeruch und Sexlosigkeit mt sich bringt, aber auch an der Umweltzerstörung, an Armut, Krieg und der Dummheit der Menschen. „Wie soll man bitte glücklich sein in einer Welt, die sich vor allem durch ihre Beschissenheit auszeichnet"?“, fragt er eher rhetorisch seinen Psychoanalytiker. Das Drehbuch dieses „Tatort“ klingt, als wäre es genau für die letzten zwei Wochen geschrieben worden.
Die Suche nach dem Glück in finstersten Zeiten: Der 13. Fall von Murot , aktuell der „Tatort“-Ermittler mit dem größten Talent zum Weltschmerz, ordnet sich dieser Frage komplett unter. Gut, da sind noch zwei Leichen, beides erfolgreiche Investmentbanker, deren Bauchnabel zu einer Art Bio-Port umfunktioniert wurde, um sie vor ihrem Tod über eine künstliche Nabelschnur ernähren zu können.
Die Toten, stellt sich heraus, hatten zuletzt einen Geheim-Club besucht, in dem Frankfurts Börsen-Elite regelmäßig die Nacht bis zur Neige ausschöpft und ein kleines Pils 12,50 Euro kostet. Murot tanzt und sieht zum ersten Mal ein wenig glücklich aus. Seitlich der Tanzfläche weist ein schlichtes Schild neben einer Tür den Weg ins „Paradies“, und ausgerechnet für den Herrn Kommissar öffnet sie sich.
Wer sich aber einlässt auf die surreale Sinnsuche, die Drehbuchautor und Regisseur Florian Gallenberger dem Herrn Murot auf den alternden Leib geschrieben hat, wird belohnt mit Szenen, die ganz großes Kino sein wollen.
„Es war das perfekte Glück“, erinnert sich Murot später auf der Couch seines Analytikers. Doch dafür sei der Mensch leider nicht gemacht: „Wir brauchen die unerfüllten Wünsche, den Mangel, die Sehnsucht. Wir brauchen das Unglück, um überhaupt glücklich sein zu können.“ Wenn man dem „Tatort“ etwas vorwerfen kann, dann seinen Hang zu Kalendersprüchen. Analytiker Dr. Wimmer gibt sich aber damit zufrieden und erklärt Murot für geheilt.
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