Der Euro-Franken-Kurs ist von etwa 0,90 auf 0,95 gestiegen, was für in der Schweiz arbeitende Vorarlberger zu einem Einkommensverlust von mehreren hundert Euro führen kann. Während sich der Franken-Rückgang nur kurzfristig auf Einkaufstrends auswirkt, bleiben langfristig die hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz bestehen. Ökonomen sehen die Ursache im stärkeren Gewicht von Wirtschaftsdaten gegenüber geopolitischen Risiken und erwarten eine Erholung des Frankens in naher Zukunft.
Ein Euro ist 95 Rappen wert. Im Februar waren es noch 90. Für tausende Vorarlberger kann das Hunderte Euro im Monat ausmachen. Aktuell entspricht ein Euro rund 0,95 Schweizer Franken (0,9459, Stand Mittwochfrüh, siehe Screenshot).
Euro schwächt Franken für Grenzgänger
Im Februar waren es noch etwa 90 Rappen, wie das Schweizer Portal "Blick" berichtet. Wer in der Schweiz arbeitet und in Vorarlberg wohnt, verdient in Franken. Miete, Kredit und Einkauf zahlt er in Euro. Sinkt der Franken, sinkt das Gehalt in Euro.
Ein Rechenbeispiel: Wer 6000 Franken verdient, bekam bei 0,90 rund 6670 Euro. Bei 0,9459 sind es nur noch rund 6340 Euro. Das sind gut 320 Euro weniger, ohne dass sich der Lohnzettel geändert hat. Der Blick zurück relativiert: Vor fünf Jahren kostete ein Euro noch rund 1,08 Franken.
Ein Franken war damals nur etwa 92 Cent wert, heute sind es gut 1,05 Euro. Langfristig steht der Franken also weiterhin deutlich stärker da, wie Zahlen von wallstreet-online zeigen. Auf drei Monate gesehen hat der Euro dagegen rund 2,6 Prozent zugelegt. Für Schweizer sind Einkäufe in Feldkirch, Dornbirn oder Bregenz weniger attraktiv als im Februar.
Auswirkungen für Schweizer in Vorarlberg
Ihre Franken sind weniger wert. Ganz kippt der Trend aber nicht. Fleisch und viele andere Lebensmittel sind in Vorarlberg weiterhin deutlich günstiger als in der Schweiz. Auch der Restaurantbesuch kostet hierzulande weniger.
Für Schweizer bleibt der Ausflug ins Ländle oft ein Sparposten. Er lohnt sich nur etwas weniger. Wer profitiert? Ausflüge und Urlaub in der Schweiz werden für Euro-Haushalte etwas günstiger.
Ein Tag in St. Gallen, ein Wochenende in Graubünden: Der Euro geht weiter als im Februar. Billig wird die Schweiz dadurch aber nicht. Gastronomie und Hotels kosten dort weiterhin deutlich mehr als in Vorarlberg. Auch die meisten Skigebiete bleiben klar teurer als die heimischen Winterorte.
Warum der Franken nachgibt
Eigentlich gilt der Franken in unruhigen Zeiten als sicherer Hafen. Krisen gibt es weltweit genug. Trotzdem gibt er nach. Warum?
Adriel Jost, Ökonom bei Jost Economics, erklärt gegenüber Blick: "Zurzeit gewichten die Finanzmärkte positive Wirtschaftsdaten stärker als geopolitische Risiken.
" Ob der Franken wieder aufholt, ist offen. Jost sagte zu Blick: "Kurzfristig lassen sich Wechselkurse kaum vorhersagen. Mittel- und langfristig sollte der Franken aber wieder an Wert gewinnen. "
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