Flydubai-Vorfall: Viel Anerkennung für Helfer

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Flydubai-Vorfall: Viel Anerkennung für Helfer
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Die Menschen, die nach dem gewaltsamen Vorfall an Bord einer Flydubai-Maschine halfen, den mutmaßlichen Angreifer zu überwältigen, werden in Israel wie Helden gefeiert. Präsident Izchak Herzog will sie offiziell auszeichnen. Die Hintergründe des Vorfalls sind indes weiter unklar, die Emirate leiteten Ermittlungen ein.

Die Menschen, die nach dem gewaltsamen Vorfall an Bord einer Flydubai-Maschine halfen, den mutmaßlichen Angreifer zu überwältigen, werden in Israel wie Helden gefeiert. Präsident Izchak Herzog will sie offiziell auszeichnen.

Die Hintergründe des Vorfalls sind indes weiter unklar, die Emirate leiteten Ermittlungen ein. Der Pilot aus dem Oman hatte bei dem Flug am Mittwoch offenbar im Cockpit auf seinen indischen Kollegen eingestochen. Die Maschine geriet in der Folge der Tumulte an Bord in einen Sturzflug. Der verletzte Pilot dürfte noch die Cockpittür geöffnet haben, anschließend überwältigten Passagiere den mutmaßlichen Angreifer.

Eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer und konnte die Maschine in Saudi-Arabien notlanden. An Bord waren Medienberichten zufolge 174 hauptsächlich israelische Passagiere, darunter 27 Kinder. Der indische Pilot Smit Machchhar wurde schwer verletzt.

„Eine ausführliche Einschätzung seines Gesundheitszustands steht noch aus, nach bisherigen Angaben ist sein Zustand jedoch stabil“, hieß es in einer Mitteilung der indischen Botschaft in Saudi-Arabien. Man hoffe auf seine rasche Genesung. Am Donnerstag wurden beide Piloten in Begleitung eines Sicherheitsteams aus Saudi-Arabien nach Abu Dhabi geflogen, wo sie weiter im Spital behandelt werden. Nachdem ein Kopilot offenbar eine FlyDubai-Maschine am Weg nach Tel Aviv mutmaßlich zum Absturz bringen wollte, wird nun der indische Pilot als Held gefeiert.

Ihm war es nach der Messerattacke noch gelungen, die Cockpittür zu öffnen. Einer der Passagiere, die den mutmaßlichen Angreifer überwältigten und so einen Absturz verhinderten, erzählte, er habe im Cockpit die Steuerung ergriffen und begonnen, die Hebel zurückzuziehen. In Videos eines Treffens mit Israels Premier Benjamin Netanjahu am Flughafen Tel Aviv sagte Yaniv Hayun weiter, er habe dies in der TV-Sendung „Mayday – Alarm im Cockpit“ gesehen. Netanjahu erzählte sein Gespräch mit Hayun in einem Interview beim US-Sender CBS nach.

„Ich habe ihn gefragt, was machst du beruflich? Und er sagte mir: Na ja, weißt du, ich repariere verstopfte Abflüsse“, so der Premierminister. Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich beeindruckt. Netanjahu habe ihm davon erzählt, sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

„Wenn du den ganzen Tag Rohre hebst, bist du stark“, so Trump. Er wisse aber nicht, ob die Geschichte stimme. Netanjahu und der indische Premier Narendra Modi hatten die Furchtlosigkeit des mutmaßlich von seinem Kollegen angegriffenen Piloten gewürdigt. Der indische Kapitän sei ein „Held“, schrieb Modi auf der Plattform X. Indien sei stolz auf ihn.

Israels Präsident Herzog teilte unterdessen mit, er wolle vier der Helfer für die Präsidentenmedaille für Zivilcourage vorschlagen. Sie hätten sich in Gefahr gebracht, um andere zu retten, sagte Herzog nach Angaben seines Büros. Unter ihnen ist auch ein Zahnarzt, der dem verletzten Piloten nach eigenen Angaben Erste Hilfe leistete.

Er sagte dem Präsidenten, alle Passagiere an Bord seien Helden gewesen: „Wir haben uns gegenseitig im Flugzeug unterstützt und auch, als wir in Saudi-Arabien ankamen, und uns umeinander gekümmert, wie es sich gehört.

“ Auch eine Passagierin, die auf die Auseinandersetzung im Cockpit aufmerksam geworden war und Alarm geschlagen hatte, soll gewürdigt werden. Der Präsident verleiht den Preis, über die Empfänger entscheidet jedoch ein Komitee. Motiv und Absichten des mutmaßlichen Angreifers blieben indes auch am Donnerstag ungeklärt. Die israelische Regierung ging schon früh von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Laut Netanjahu wurde der Mann islamistisch indoktriniert.

„Wir wissen, dass er einer radikalen islamistischen Indoktrination unterzogen wurde", sagte Netanjahu am Donnerstag dem Sender Fox News. „Das scheint sich aus den Informationen zu ergeben. “ Nähere Angaben dazu machte Netanjahu nicht. Binnen weniger Tage werde zudem klar sein, ob der Pilot Verbindungen zum Iran habe.

Nach einer ersten israelischen Einschätzung gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung eines Staates oder einer Terrororganisation, berichtete der Sender Kan unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate, Hamad Saif al-Shamsi, setzte ein spezielles Ermittlungsteam ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Wam berichtete. Die Ermittler sollen den Ablauf und die Hintergründe klären und prüfen, ob ein Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten besteht.

Die emiratischen Justizbehörden sehen sich zuständig, da die Maschine in dem Golfstaat registriert sei und die emiratische Flagge führe. Der Oman hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert. Auch das einflussreiche Königreich Saudi-Arabien hielt sich bedeckt. Der Luftfahrtexperte Kurt Hofmann betonte im Ö1-„Mittagsjournal“ am Donnerstag, dass zunächst einmal die Ermittlungen abgewartet werden müssten.

Die Airline Flydubai, die zum Luftfahrtkonzern Emirates Group gehört, habe normalerweise sehr hohe Standards, wie Piloten trainiert werden. So habe Flydubai Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 140 Nationen bei rund 7.000 Beschäftigten. Es gebe dort regelmäßig Trainings zur interkulturellen Zusammenarbeit, so Hofmann. Normalerweise herrsche großes Vertrauen zwischen Kapitän und Kopilot, „aber es bleibt immer ein Restrisiko Mensch“.

Hinterfragen müsse man jedenfalls, wie das Messer in das Cockpit gekommen sei, so Hofmann. Vielleicht gebe es hier eine Lücke bei den Sicherheitsstandards oder Komplizen am Boden. Seit dem 11. September 2001 seien die Cockpit-Türen verschlossen, allerdings gebe es einen Notfallcode, den man eingeben könne, um die Türe zu öffnen, etwa durch die Flugbegleiter.

Theoretisch sei es möglich, die Steuerung in die Höhe zu ziehen, man müsse aber auch hier die Ermittlungen abwarten, so der Luftfahrtexperte.

„Ich gehe einmal davon aus, wären diese Piloten nicht an Bord gewesen und hätten eingegriffen, glaube ich, wäre das Flugzeug mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit abgestürzt, weil der schwer verletzte Kapitän wird schwer in der Lage gewesen sein, das Flugzeug noch zu retten“, so Hofmann. Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.

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