Ein Flydubai-Kopilot soll einen Terrorakt geplant haben. Er verletzte den Piloten mit einer Axt, bevor Passagiere ihn überwältigten und das Flugzeug sicher landete.
Der Kopilot einer in Saudi-Arabien notgelandeten Flydubai -Passagiermaschine hat nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Emirate einen Terrorakt geplant. Der mittlerweile in die Emirate ausgelieferte Mann griff den Piloten am Mittwoch mit einer im Cockpit befindlichen Rettungsaxt an. Der Kopilot verletzte den Piloten schwer, wurde aber von Passagieren überwältigt, sodass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.
Ermittlungen zu Terrorakt und Angriff
Generalstaatsanwalt Hamad Saif al-Schamsi erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM, der Kopilot habe versucht, die Kontrolle über das Flugzeug der Flydubai-Airline zu übernehmen. Die Ermittlungen zu den Umständen des Vorfalls, den Motiven des Täters und möglichen Zusammenhängen dauern an. Rettungsäxte gehören zur vorgeschriebenen Notausrüstung in Flugzeugen und dienen dazu, sich im Notfall durch Verkleidungen oder andere Hindernisse zu arbeiten.
Flugverbot in Oman und extremistische Ansichten
Eine offene Frage bleibt, wie der Mann als Kopilot in ein Flydubai-Cockpit gelangen konnte. Medienberichte deuten auf ein Flugverbot in Oman hin. Der Mann sei wegen radikaler ideologischer Ansichten als Sicherheitsrisiko eingestuft worden, berichtete das Wall Street Journal am Freitag. Laut CNN verlor er im vergangenen Jahr aufgrund von Bedenken hinsichtlich extremistischer Ansichten seine Stelle bei Oman Air. ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, der Verdächtige sei bereits während seiner Ausbildung im Besitz extremistischer Materialien gewesen. Auch der saudische Sender al-Arabija meldete, die Behörden in Oman hätten festgestellt, dass der Kopilot extremistische Ansichten vertrete. Der Sender berichtete zudem, der Mann habe sich eine Zeit lang in Syrien aufgehalten, was die Sorge weckte, er könne dort von radikalen Gruppen beeinflusst worden sein. Der aus Oman stammende Kopilot habe eine radikale islamistische Indoktrination durchlaufen, sagte der israelische Premier Benjamin Netanjahu laut Fox News.
Aussage des Piloten nach dem Vorfall
Der am Mittwoch verletzte Pilot äußerte sich erstmals zum Ablauf der offenbar nur knapp verhinderten Katastrophe. Es sei ihm trotz seiner schweren Stichverletzungen durch den Kopiloten gelungen, die Tür des Cockpits zu öffnen. Der indische Pilot Smit Machchhar sagte am Freitag in einem Telefonat mit Indiens Premierminister Narendra Modi, er habe versucht, sein eigenes Leben zu retten, aber gewusst, dass er all diese Menschen nicht sterben lassen konnte.
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