Finanzministerium besetzt umstrittene Sektionschefstelle mit Stefan Imhof

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Finanzministerium besetzt umstrittene Sektionschefstelle mit Stefan Imhof
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Das Finanzministerium schreibt die Stelle des Budgetsektionschefs neu aus, obwohl allgemein erwartet wird, dass Stefan Imhof den Posten übernimmt. Die Ausschreibung ist mit einem Mindestgehalt von 12.796,40 Euro brutto dotiert. Zuvor wurde Maria Ulmer zur Generalsekretärin bestellt, wodurch der Weg für einen neuen roten Sparringpartner von Finanzminister Markus Marterbauer frei wurde.

Es wird nicht mit allzu vielen Bewerbungen für den Job gerechnet. Am Freitag vergangener Woche wurde er ausgeschrieben, und es ist nicht so, dass er uninteressant wäre.

Ganz und gar nicht. Finanzministersucht einen neuen Sektionschef für das Budget. Das ist schon einmal superspannend, weil es sich um den mächtigsten Beamtenjob im Finanzministerium handelt. Und das Monatsgehalt kann sich auch sehen lassen: 12.796,40 Euro brutto – „mindestens“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Und doch wird das Interesse wohl eher mau sein. Warum? Weil eigentlich eh völlig klar ist, wer den Job bekommen wird, Ausschreibung hin oder her. Nämlich Marterbauers Generalsekretär im Ministerium,Im Finanzministerium ist das schon längst ein offenes Geheimnis, und auch die „Presse“ hat bereits im Juli darüber berichtet.

Nämlich über die Vorbereitungen für die Rochade. Und Schritt eins wurde bereits Anfang September gesetzt.verabschiedet. Sie war seinerzeit von Marterbauers Vorgänger, ÖVP-Finanzministerbestellt worden. Doch sie hatte einen noch laufenden Vertrag.

Es musste ihr also ein guter Job anderswo angeboten werden. Da traf es sich gut, dass im Bundesrechenzentrum, für das der Finanzminister zuständig ist, ein Posten zur Verfügung stand. Oder sagen wir so: Er wurde zur Verfügung gestellt. Der Vertrag der langjährigen Finanzchefinneigte sich dem Ende zu – und ihr wurde nahegelegt, sich nicht noch einmal für eine Vertragsverlängerung zu bewerben.

Der Job sei für eine andere Frau vorgesehen. Mit 1. September wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Das Finanzministerium tat in einer Aussendung kund, dass Maria Ulmer den Posten bekommt. Überraschung.

Jetzt ist im Finanzministerium der Weg frei für einen neuen, roten „Schattenfinanzminister“, einen Sparringpartner für Markus Marterbauer. Die Kür von Stefan Imhof wird auch keine große Überraschung sein.

Imhof erfüllt jedenfalls alle in der Ausschreibung angeführten Erfordernisse für den Job: Er ist studierter Volkswirt, sein Doktorat machte er in Florenz; er war volkswirtschaftlicher Berater im britischen Sozialministerium, danach im britischen Finanzministerium; er war Experte für staatliche Beihilfen in der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission; er war Referent für Finanzmarktangelegenheiten von SPÖ-StaatssekretärUnd er war bis Ende Oktober 2025 Mitglied des Fiskalrats. Was in der Ausschreibung nicht als Kriterium angeführt wird, ist das gute und enge Verhältnis zum Finanzminister – aber auch da punktet Imhof.

Er soll als neuer Sektionschef jedenfalls bereits mit 1. November tätig werden. Peter Hanke noch ein Stück weit entfernt. Mehr als eineinhalb Jahre nach Angelobung der jetzigen Regierung trägt die Organisation von Hankes Infrastrukturministerium immer noch das Adjektiv „provisorisch“.

Eine Baustelle gewissermaßen, ironischerweise im Ministerium für Infrastruktur. Dort macht man also auch die Erfahrung, dass Baustellen oft länger als geplant dauern. Denn Hanke will im Zuge der geplanten personellen Neuaufstellung auch sein Ministerium umbauen, also neu organisieren. Cornelia Breuß, wurde bereits im Frühjahr verabschiedet.

Sie war übrigens erst im Sommer 2024 von der grünen MinisterinSchnee von gestern, Breuß macht von ihrem Rückkehrrecht zu den ÖBB Gebrauch. Ihre Sektion im Ministerium wird seitdem allerdings interimistisch geleitet. Nicht die einzige Baustelle, wohlgemerkt: Seit der Verabschiedung von Breuß ist auch deren Sitz im Aufsichtsrat der ÖBB vakant. Seit Monaten sitzen dort also nur mehr sieben Kapitalvertreter, dafür aber vier Belegschaftsvertreter.

Und das, obwohl große Entscheidungen über die künftige ÖBB-Chefetage anstehen. Da wird wohl auf eine gnädige Grippewelle gehofft. Denn das Mandat im Aufsichtsrat bleibt so lange frei, bis im Ministerium die Nachfolge von Cornelia Breuß endgültig geklärt ist. Die Sektion „Mobilität“, die sie leitete, ist allerdings nicht die einzige, die gerade interimistisch besetzt ist.

Auch die Sektion „Innovation und Technologie“ harrt einer Neubesetzung des Chefsessels. Die bisherige Sektionschefinseinerzeit von Leonore Gewessler bestellt, ist ebenfalls vom Ministerium verabschiedet worden. Ihr Vertrag ist ausgelaufen. Freilich: ausgeschrieben wurde noch nichts.

Und das kann noch dauern, wie vom Ministerium mitgeteilt wird. Denn Peter Hanke möchte die Sektion „Verkehr“ teilen – in eine für die Bereiche Eisenbahn und Luft und in eine zweite für Straße und Wasser. Für diese neue Geschäftseinteilung wird auch das Bundeskanzleramt involviert. Dieses hat noch kein Okay gegeben, was hoffentlich keine Absicht ist.

Schlussendlich, wenn die neue Organisation steht, werden also vier neue Sektionsleitungen im Hanke-Ministerium ausgeschrieben werden. Vier von insgesamt fünf. Derzeit ist aber nicht einmal klar, ob das noch heuer passieren wird. Wie das halt bei Baustellen so üblich ist. Hanna Kordik beleuchtet jede Woche wirtschaftspolitische Hintergründe in der Kordikonomy.

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