Anlässlich seines 75. Geburtstags feierten die zahlreichen ehemaligen Schüler des legendären Geigers und Lehrers Gerhard Schulz mit einem kammermusikalischen und orchestralen Konzert in Wien. Emmanuel Tjeknavorian würdigte Schulz als prägenden Lehrer, dessen Unterricht weit über den Unterrichtsstunden hinausging.
Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. Am Ende gab’s noch eine Zugabe: die zündende Josef Strauß-Polka „Ohne Sorgen!
“. Ob man sie im Mozartsaal jemals so prominent besetzt gehört hat? Es war freilich ein besonderer Anlass: Wenige Tage zuvor beging Gerhard Schulz, langjähriger zweiter Geiger des Alban Berg Quartetts und im In- und Ausland als Lehrer erfolgreich, seinen 75. Geburtstag.
Und das wollte eine Vielzahl seiner einstigen Studierenden gebührend mit ihm feiern. Denn Schulz war mehr als ein Lehrer: Sein Unterricht beschränkte sich nicht auf die üblichen Stunden, er betrachte seine Schülerinnen und Schüler als Teil seiner Familie, unterstützte sie stets nach Kräften. Eine Anstrengung, die sich gelohnt hat. Ein Großteil von ihnen hat im In- und Ausland begehrte Konzertmeisterpositionen, wirkt in zahlreichen bedeutenden Kammermusikvereinigungen mit, trägt jene Tradition weiter, die ihnen Schulz vermittelt hat.
Emmanuel Tjeknavorian, einer seiner prominenten Geigenschüler, mittlerweile auch als Dirigent international gefragt, brachte es für alle Mitwirkenden auf den Punkt: Wer bei Gerhard Schulz in die Schule gegangen sei, der wisse, wie Mozart wirklich klingen solle. Ein schöneres Lob ist nicht möglich. Wenigstens einen Teil seiner in alle Welt verstreuten früheren Schützlinge für einen Abend zusammenzubringen, war eine besondere logistische Leistung, erst recht die Programmwahl.
So entschied man sich für einen Kammermusikteil mit Ausschnitten aus Werken von Schumann, Rimsky-Korsakow, Tschaikowsky, Schubert und Mendelssohn sowie, nach der Pause, einen Orchesterteil, bei dem auch Wiener und Berliner Philharmoniker mitwirkten. Dass man mit einer Romanze von Joseph Hellmesberger das von Wilhelm Sinkovicz kenntnisreich-amüsant moderierte Programm eröffnete, war nicht allein der ungewöhnlichen Besetzung geschuldet.
Man erinnerte damit auch daran, dass die Familie Schulz, wie einst die Hellmesbergers, eine wichtige Wiener Musikdynastie bilden: Gerhards Brüder Wolfgang und Walther wirkten als Soloflötist der Philharmoniker und Solocellist der Symphoniker; Walthers Sohn Christian ist ebenfalls Symphoniker-Cellist, zudem Dirigent und Komponist. Was lag daher näher, ihn für zwei der erklärten Lieblingsstücke des Jubilars ans Pult dieses hochkarätigen „Gerhard-Schulz-Geburtstagsorchesters“ zu bitten: das Adagietto aus Mahlers Fünfter und Schumanns Cellokonzert mit Lilia Schulz-Bayrova, Gerhard Schulz’ Frau, als akklamierter Solistin.
Weil beide gerne am Schwarzen Meer urlauben, hatte Neffe Christian auch noch einen schwungvollen „Black Sea Walzer“ beigesteuert. Und Christoph Ehrenfellner feierte seinen hoch geschätzten Professor mit dem Scherzo seines „Concerto Viennese“, in dem man das sichtlich gerührte Geburtstagskind auch vokal hochleben ließ.
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