Im Gespräch bewertet Nikolaus Forgó die KI-Konzerne als von Aktionärsinteressen geleitet und zieht Vergleiche zur Tabakindustrie.
Digital-Rechtsexperte der Uni Wien Nikolaus Forgó hält KI-Horrorszenarien der Konzerne für Marketing. Das Interesse der Aktionäre gehe vor dem der Menschheit. : Nach einem Gipfel mit den Chefs der wichtigsten KI-Konzerne setzt US-Präsident Donald Trump auf die Selbstkontrolle der Branche.
Das sei eine moralische Verpflichtung der Unternehmen, so Trump. Doch selbst unter KI-Entwicklern stößt der Kurs auf Skepsis. Nikolaus Forgó, Professor für IT-Recht und Rechtsinformatik an der Universität Wien, war dazu am Mittwoch Gast in der ZIB 2. Rechtlich bindend sei die Vereinbarung nicht, betont er.
Viele„Die sind schon jetzt durch kommerzielle Interessen determiniert. Wenn man an der Börse gehandelt wird, sagt man nicht alles, was im Interesse der Menschheit ist, sondern das, was im Interesse der Aktionäre ist.
“ Eine Rolle spiele auch der Konkurrenzkampf zu China. Und vieles werde von den KI-Konzernen so schillernd dargestellt, dass es sogar zum Untergang der Menschheit führen könne. Auch ein Waffenhersteller werde nicht ins Börsenprospekt schreiben, wie harmlos seine Waffe sei. Forgó: „Das zeigt auch der Marketingevent mit Trump.
“ Könnte man KI gesetzlich überhaupt wirksam regulieren? „Eine reale Gefahr ist der Einsatz von KI in kriegerischen Auseinandersetzungen. “ Nämlich dann, wenn KI entscheidet, wer unter welchen Voraussetzungen angegriffen wird, meint Forgó, Diese reale Gefahr sei schon auf dem Tisch. Um das in den Griff zu bekommen, brauche es völkerrechtliche Verträge.
Ob es diese jemals geben wird, sei allerdings fraglich, so der Digital-Rechtsexperte. Die KI sei durchaus mit der Tabakindustrie, die lange Zeit die Gefährlichkeit ihrer Produkte verschwiegen hat, vergleichbar, meint der KI-Jurist: „Ein gefährliches Produkt sind beide.
“ Bei der KI gebe es, anders als beim Tabak, aber auch positive Elemente. Die Anwendung und Durchsetzung des AI Acts habe sich in Europa verzögert, in Österreich gibt es nicht einmal die Behörde, die dafür einzurichten ist. Forgó: „Wir schauen jetzt ein bisschen zu, was in den USA verabredet wird und hoffen darauf, dass es nicht so gefährlich ist.
“ In China sei der Einfluss Europas noch geringer als in den USA. ist ein renommierter österreichischer Rechtswissenschaftler und Experte für IT-Recht, Datenschutz und die Regulierung künstlicher Intelligenz . Er lehrt als Professor für Technologie- und Immaterialgüterrecht an der Universität Wien.
Zudem leitet er dort das von ihm mitbegründete Institut für Innovation und Digitalisierung im Recht.
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