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Europäische Zentralbank erhöht Leitzinsen zum ersten Mal seit fast drei Jahren

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Europäische Zentralbank erhöht Leitzinsen zum ersten Mal seit fast drei Jahren
Europäische Zentralbank (EZB)LeitzinsenInflationsrate

Die EZB erhöht die Einlagenzinsen zum ersten Mal seit fast drei Jahren, um die steigenden Inflationsraten zu bekämpfen, die hauptsächlich durch den Iran-Krieg verursacht werden.

Vor dem Hintergrund wachsender Inflationsrate n wegen des Iran-Krieg es hat die Europäische Zentralbank am Donnerstag die Leitzinsen zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder angehoben.

Der Einlagenzinssatz steigt damit wie von vielen Fachleuten erwartet von 2,0 auf 2,25 Prozent. Die Inflation im Euro-Raum war zuletzt laut Schnellschätzung im Mai auf über drei Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit Herbst 2023. Die EZB hält eine Teuerung von zwei Prozent mittelfristig für ideal für die Konjunktur. Über den auch für die Sparer wichtigen Einlagenzinssatz steuert die Geldpolitik maßgeblich ihre Geldpolitik.

Zuletzt hatten die Währungshüter im September 2023 die Zinsen heraufgesetzt. Die hohen Energiekosten durch den Iran-Krieg und die dadurch gestiegene Teuerung hatten den Schritt nun notwendig gemacht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen für September mit einer weiteren Zinsanhebung. Hinsichtlich der weiteren Inflationsentwicklung erwartet die Notenbank im wahrscheinlichsten Szenario für dieses Jahr eine Teuerungsrate von durchschnittlich 3,0 Prozent für den Euro-Raum.

Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0 Prozent, bei der die EZB mit Sitz in Frankfurt am Main ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht: für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten. Noch im Dezember war die EZB für heuer von einer Inflationsrate von 1,9 Prozent ausgegangen. Doch schon im März korrigierte die Notenbank das auf 2,6 Prozent, weil der Krieg im Nahen Osten die Energiepreise nach oben trieb.

Auch im Jahr 2027 erwartet die EZB nun mit 2,3 Prozent eine Inflationsrate über ihrem Mittelfristziel. Die angepeilte Marke von zwei Prozent wird nach jüngster Prognose der EZB erst 2028 erreicht. Die EZB rechnet neben mehr Inflation auch mit weniger Wirtschaftswachstum im Euro-Raum. Im laufenden Jahr erwartet sie nur noch 0,8 Prozent Wachstum, nächstes Jahr 1,2 Prozent.

Damit senkte die Notenbank ihre Prognose wegen der Kriegsfolgen und höherer Energiepreise erneut. Noch im März hatte sie für heuer ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent erwartet und ein Plus von 1,3 Prozent für nächstes Jahr. Im ersten Quartal heuer schrumpfte die Wirtschaft im Euro-Raum leicht. Laut zuletzt veröffentlichten Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Mai um durchschnittlich 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

In Österreich, wo die Teuerung im Jänner nach mehreren Jahren praktisch genau auf den Euro-Zone-Schnitt gesunken war , stieg die Teuerung im Mai laut Schnellschätzung sogar auf 3,7 Prozent. 3,2 Prozent bedeuten den höchsten Wert in der Euro-Zone seit September 2023. Im April war die Inflation auf 3,0 Prozent geklettert. Für den Inflationsschub sorgte im Euro-Raum erneut vor allem Energie, die binnen Jahresfrist 10,9 Prozent mehr kostete. Auch Dienstleistungen verteuerten sich mit 3,5 Prozent überdurchschnittlich.

Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak kosteten zwei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die EZB-Zinserhöhung könnte auch den Druck auf die US-Notenbank Fed erhöhen, die Zinsen anzuheben. Diese tritt nächste Woche zusammen, um über eine Zinsanhebung zu beraten. Das ist besonders brisant, da es die erste Sitzung unter dem neuen, von US-Präsident Donald Trump ernannten Fed-Vorsitzenden Ken Warsh ist.

Trump fordert seit Langem Zinssenkungen, da er sich durch eine niedrigere Zinsrate eine Erleichterung für die unter den Teuerungen und den hohen Kreditzinsen leidende US-Bevölkerung erhofft – und damit bessere Chancen bei den Midterm-Wahlen im November. Angesichts der durch den Iran-Krieg ausgelösten Teuerungswelle sprachen sich mehrere Fed-Direktoren zuletzt allerdings bereits für eine Zinserhöhung statt einer -senkung aus. Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.

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