Erneut Proteste in Spanien: Zehntausende forderten mehr Wohnraum

Österreich Nachrichten Nachrichten

Erneut Proteste in Spanien: Zehntausende forderten mehr Wohnraum
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Nachdem das spanische Parlament ein Maßnahmenpaket gegen die Wohnungsnot abgelehnt hatte, sind am Samstag erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen zahlreicher Städte gegangen. Sie verlangten mehr bezahlbaren Wohnraum und besseren Mieterschutz. Der Mieterverband forderte zudem einen „Generalstreik“.

Nachdem das spanische Parlament ein Maßnahmenpaket gegen die Wohnungsnot abgelehnt hatte, sind am Samstag erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen zahlreicher Städte gegangen. Sie verlangten mehr bezahlbaren Wohnraum und besseren Mieterschutz.

Der Mieterverband forderte zudem einen „Generalstreik“. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez gerät damit weiter unter Druck. Spanischen Medien zufolge schließt Sanchez Neuwahlen nicht mehr ganz aus. Insgesamt waren nach Angaben des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RTVE für Samstag Proteste in mehr als 50 Städten angekündigt worden.

Eine geplante Kundgebung in Barcelona wurde wegen einer Unwetterwarnung verschoben. Auf dem zentralen Cibeles-Platz in der Hauptstadt Madrid versammelten sich zahlreiche Menschen. Auf Fotos war zu sehen, wie sie teilweise eng zusammenstanden und dass von mehreren Seiten weitere Menschen auf den Platz strömten. Es hatte mehrere Protestzüge gegeben, die sich dort vereinigen sollten.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hielten Transparente und Plakate in die Höhe. Bei dem Protest in Valencia kam es nach RTVE-Angaben vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Dort soll die Polizei Gummigeschoße und Tränengas eingesetzt haben, um die Menge aufzulösen. Etwa 30 Demonstrierende drangen vorübergehend in den bekannten Kulturkomplex „Stadt der Künste und Wissenschaften“ ein, bevor sie von den Beamtinnen und Beamten vertrieben wurden.

Die restlichen Proteste verliefen weitgehend friedlich. Die Sprecherin des Mieterverbands von Madrid, Valeria Racu, sagte: „Die Macht ist zurück auf der Straße.

“ Mit Blick auf Spekulationen über vorgezogene Parlamentswahlen fügte sie hinzu: „Das ist eine Warnung an alle. Wir werden keine weiteren vier Jahre dulden, ohne das Problem in unserem Land anzugehen. Das wird so lange weitergehen, bis sich alles ändert.

“ Racu forderte in ihrer Erklärung aus Protest gegen die Wohnungskrise einen „Generalstreik“. Behörden zufolge protestierten in Madrid mindestens 70.000 Menschen, der Mieterverband sprach von einer halben MillionErst am Freitag scheiterte die Minderheitsregierung von Sanchez im Parlament mit zwei Dekreten, mit denen sie gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen vorgehen wollte, am Widerstand konservativer und rechtspopulistischer Abgeordneter. Mit dem Scheitern schlitterte die Regierung von Sanchez in eine schwere Krise.

Sie kann kaum noch Initiativen durchs Parlament bringen, seit ihr die konservative katalanische Separatistenpartei Junts mit sieben Abgeordneten vor knapp einem Jahr die Gefolgschaft aufgekündigt hatte. Nach der Abstimmung kritisierte Spaniens Sozialminister Pablo Bustinduy die Oppositionsparteien. Diese hätten sich „schwer getäuscht“ und würden „diesen politischen Fehler an der Wahlurne bezahlen“, sagte Bustinduy beim Verlassen des Abgeordnetenhauses in Madrid. Die Opposition warf der Regierung vor, die beabsichtigten Maßnahmen würden das Wohnungsangebot verknappen und die Mieten noch weiter in die Höhe treiben.

Miriam Nogueras von Junts forderte die Regierung auf, ihre beiden Dekrete zurückzuziehen, und bot stattdessen Gespräche über Änderungen an. Die Schlappe für Sanchez befeuerte erneut Spekulationen über eine mögliche vorgezogene Neuwahl. Regulär wären die nächsten Wahlen im kommenden Sommer.

Die Zeitung „El Pais“ berichtete unter Berufung auf das Umfeld von Sanchez, der Politiker wolle an diesem Wochenende das Ausmaß des Unmuts in der Bevölkerung über das Scheitern der Dekrete am Widerstand der rechten Parteien sowie der landesweiten Proteste ausloten und anschließend entscheiden, ob er Neuwahlen ansetzt. Medienberichten zufolge denkt Sanchez über die Auflösung des Parlaments und die Ausrufung von Neuwahlen nachDie Regierung hatte mit den Dekreten auf den Unmut vieler Bürgerinnen und Bürger reagiert, die keine bezahlbaren Wohnungen finden oder durch steigende Mieten und die Drohung mit Zwangsräumungen unter Druck geraten.

Diese Unzufriedenheit war in landesweite Demonstrationen umgeschlagen, als am Mittwoch vergangener Woche die 87-jährige Maricarmen Abascal nach 70 Jahren zwangsweise von Polizisten aus ihrer Wohnung in Madrid geholt worden war. Die Empörung nach der Zwangsräumung der Seniorin war riesig: In Madrid und auch in anderen Städten gingen Zehntausende unter dem Motto „Ni una Maricarmen mas“ auf die Straße.

In der Hauptstadt wurde vor dem Sitz der konservativen Regionalregierung auf dem Platz Puerta del Sol ein Protestcamp mit Dutzenden Zelten errichtet. Ähnliche Camps wurden auch in Barcelona, Sevilla und Malaga aufgebaut.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

ORF /  🏆 8. in AT

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Hitzetote, Sport und internationale NewsHitzetote, Sport und internationale NewsVerschiedene Nachrichten: Hitzetote in Österreich, Fußball-EM, Flugzeug-Zwischenfall, Putin-Erklärung, Proteste und Eurojust-Reform.
Weiterlesen »

Marcel Hirscher erhält erneut FIS-Wildcard für Weltcup-ComebackMarcel Hirscher erhält erneut FIS-Wildcard für Weltcup-ComebackDie FIS hat Marcel Hirscher die Wildcard-Regelung für die kommende Ski-Saison bestätigt. Der achtfache Gesamtweltcupsieger, der nach einem Kreuzbandriss zurückkehren möchte, erhält damit Planungssicherheit und darf mit Startnummer 31 antreten.
Weiterlesen »

Es gibt kein Zurück: Die Proteste in Frankreich weiten sich ausEs gibt kein Zurück: Die Proteste in Frankreich weiten sich ausBarrikaden aus Mülltonnen und Möbelstücken brennen vor den Schultoren. Die Polizei antwortet mit Tränengasgranaten. Die Schülerproteste in Frankreich sind am Freitag weiter eskaliert. An 1200 von insgesamt 3700 Lycées (Oberstufe der Mittelschulen) haben in dieser Woche Schüler und Schülerinnen gegen Missstände, für diverse politische Forderungen gestreikt. Und die Barrikaden, die sie errichteten, sollen den normalen Schulbetrieb verhindern. In manchen Fällen wurden sie von Eltern und Lehrern unterstützt. Die Ordnungskräfte gehen nicht gerade zimperlich gegen die streikenden Schüler vor. Das könnte wie so oft schon in der Vergangenheit zu einer Ausweitung der Protestbewegung führen. Vor dem Lycée Blaise Cendrars im nördlichen Pariser Vorort Sevran wollten sogar vier berittene Polizisten mit einer Kavallerieattacke eine Versammlung von Schülern, Eltern und Lehrern beenden.Ausgehend von der Pariser Region dehnte sich die Revolte seit Wochenbeginn rasch auf Marseille, Straßburg, Toulouse, Rouen, Nantes, Montpellier und andere Städte in ganz Frankreich aus. Häufig waren vor allem die Mittelschulen in den Außenbezirken betroffen, wo der Mangel an Lehrpersonal und desolate hygienische Zustände besonders krass sind. Ab Mitte der Woche schlossen sich auch Studierende an 30 Universitäten den protestierenden Schülern an. Wegen der beginnenden Mobilisierung wurde der Campus in Nanterre, im Westen von Paris, am Freitag präventiv geschlossen. In der Uni hatte die historische Rebellion des Mai 1968 ihren Anfang genommen
Weiterlesen »

Proteste in Frankreich: Polizist in Belfort attackiert, über 400 Schulen geschlossenProteste in Frankreich: Polizist in Belfort attackiert, über 400 Schulen geschlossenIn Frankreich laufen nach einem brutalen Angriff auf einen Polizisten in Belfort Ermittlungen wegen versuchter Tötung. Über 400 Schulen blieben geschlossen, die Proteste weiten sich aus.
Weiterlesen »