Erdwärme: Die kostenlose Energie aus der Tiefe kommt vermehrt in...

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Erdwärme: Die kostenlose Energie aus der Tiefe kommt vermehrt in...
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Drei bis fünf Sonden braucht ein Altbau in Wien, um mit Erdwärme beheizt und gekühlt zu werden. Warum dazu Eigengrund nicht zwingend notwendig ist, eine Sanierung aber sinnvoll.

Die natürliche Wärme aus dem Erdinneren steht kostenlos, immer und überall zur Verfügung. . Im Neubau weit verbreitet, setzt sich Erdwärme auch im Bestand zunehmend durch.

Und leistet nicht nur einen Beitrag zur Dekarbonisierung, sondern auch zur Reduktion von Abhängigkeiten in der Energieversorgung. Erdwärmeheizungen, die meist bei Ein- und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommen, bestehen zum einen aus einer geothermischen Anlage, zum anderen aus einer Wärmepumpe. Im städtischen Bereich handelt es sich dabei meist um Erdsonden, die üblicherweise in eine Tiefe von bis zu 200 Metern, unter Umständen bis zu 400 Metern, verbaut werden.

„Ist das Grundstück sehr groß, können statt Sonden unterhalb der Bodenfrostgrenze horizontale Kollektoren wie Flächenkollektoren oder Erdwärmekörbe verlegt werden“, sagt Franziska Zimmer, Senior Expert bei der Österreichischen Energieagentur. Das durch die Sonden beziehungsweise Kollektoren fließende Wasser wird durch die Wärme der Erde erwärmt, diese Wärme wird an die Wärmepumpe übertragen.

„Durch Verdichtung des Kältemittels wird die Temperatur des Wassers von zirka zehn Grad auf 50 oder 60 Grad erhöht“, beschreibt Anita Angerer, Leiterin der Geothermieabteilung der Porr.wird landläufig die oberflächennahe Geothermie bezeichnet, die meist zur Beheizung von Ein- und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommt. Mitist die Tiefengeothermie gemeint. Sie nutzt die höheren Temperaturen in tieferen Schichten. Der Einsatz hängt von Geologie und Nutzung ab.

„Man kann mit Erdwärme heizen und kühlen“, sagt Zimmer. Und das durchaus kostengünstig: Bei durchschnittlicher Effizienz der Anlage können mit einer Kilowattstunde Strom fünf Kilowattstunden Heizenergie gewonnen werden. Wird mit der Anlage im Sommer nur passiv gekühlt, kann die Wärmepumpe Pause machen. Dem Prinzip des Temperaturgefälles, wonach thermische Energie immer vom wärmeren ins kältere System fließt, gelangt die Wärme aus den Räumen automatisch ins Erdreich und wird dort abgekühlt.

„Dabei wird dieses regeneriert und verhindert, dass die Erde im Laufe der Zeit zu stark auskühlt“, erklärt Zimmer. Für die aktive Kühlung hingegen ist der Einsatz der Wärmepumpe erforderlich: „Doch auch da kann man mit einer Kilowattstunde Strom immerhin vier Kilowattstunden Kühlenergie erzeugen“, so Angerer. Ob der Umstieg auf Erdwärme an einer Adresse möglich ist, verrät der Geothermieatlas Wien der GeoSphere Austria. Er liefert Geodaten zur Nutzung, zudem kann Heiz- und Kühlpotenzial berechnet werden.

An einer österreichweiten Ergänzung wird gearbeitet. Erdwärme stellt nicht nur für Neubauten, sondern auch für Bestandsgebäude eine sinnvolle Variante für die Dekarbonisierung dar.

„Gerade für die Umstellung von Heizsystemen im Altbau ist Erdwärme eine Zukunftstechnologie“, ist Zimmer überzeugt. Das auch, da für die Erdwärmeleitungen im Haus der Schacht der ehemaligen Gasleitung, die zuvor entfernt werden muss, genutzt werden könne. Wird mit Erdwärme nur geheizt, können die alten Heizkörper bleiben. Wer damit aber auch kühlen will, muss sie allerdings durch eine Flächenheizung ersetzen.

„Geht man im Sommer mit der Wassertemperatur im Inneren der alten Heizkörper zu weit nach unten, beginnen die Heizkörper zu schwitzen. Gleichzeitig ist der Kühleffekt geringer“, erklärt Zimmer. Ein großes Problem sind häufig die Platzverhältnisse.

„Oft sind die Höfe so klein, dass man nicht einmal ein Mini-Bohrgerät aufstellen kann. Oder man hat zwar im Hof genug Platz, aber kommt damit nicht durch die Tür, da die zu niedrig ist“, erzählt Angerer. Auch für die Sonden ist ausreichend Platz erforderlich, sollte der Abstand zwischen den Sonden doch mindestens fünf Meter betragen. Thermische Sanierung im Bestand ist für den Umstieg auf Erdwärme meist sinnvoll.

Der Heizwärme- und Kühlbedarf verringert sich deutlich – und man braucht weniger Sondenbohrungen . Erdwärme ist somit einfacher umzusetzen, und auch günstiger. Ist der Eigengrund zu klein, muss das aber zumindest in Wien kein Hindernis mehr für die Nutzung von Erdwärme sein. Denn seit 2023 können hier Sonden auch entlang der eigenen Fassade auf öffentlichem Gut gesetzt werden – vorausgesetzt, ein Abstand von 2,50 Metern zu den Nachbargrundstücken wird eingehalten. Das hat die Umsetzung von Erdwärmeprojekten erleichtert.

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