Eni senkt Kraftstoffpreise in Italien und löst Preiskrieg aus

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Eni senkt Kraftstoffpreise in Italien und löst Preiskrieg aus
Eni, Kraftstoffpreise, Italien

Der italienische Ölkonzern Eni senkt die Preise für Benzin und Diesel um 15 bis 20 Cent unter den Durchschnitt, was zu langen Schlangen an Tankstellen führt. Während große Ketten wie IP folgen, kritisieren kleine Betreiber den Schritt als unlauteren Wettbewerb und prüfen rechtliche Schritte gegen die Marktverzerrung.

Eni lockt mit einem Rabatt viele Kunden in Italien an. Die Preise von Benzin und Diesel liegen etwa 15 bis 20 Cent unter dem derzeitigen Durchschnitt pro Liter und gelten vorerst 30 Tage.

Kleinere Tankstellenbetreiber haben wenig Verständnis. Mit Beginn der von Eni angekündigten Kraftstoffrabatte haben sich in Italien bereits Montagfrüh Schlangen an Tankstellen gebildet. Autofahrer warteten teilweise auf die Öffnung der Stationen oder kamen, um ihre Tanks angesichts der niedrigeren Preise aufzufüllen. Der italienische Ölkonzern begrenzt den Preis für Benzin auf knapp zwei Euro und für Diesel auf 2,19 Euro je Liter.

Damit liegen die Preise etwa 15 bis 20 Cent unter dem derzeitigen Durchschnitt. Die Maßnahme soll zunächst mindestens 30 Tage gelten. Eni schließt eine Verlängerung bis zum Jahresende nicht aus. Auch die Tankstellenkette IP, die vom staatlichen aserbaidschanischen Energiekonzern Socar kontrolliert wird, kündigte eine Senkung der Kraftstoffpreise an.

Die Vereinigung der kleinen Tankstellenbetreiber Figisc kritisierte die Preisoffensive von Eni als unlauteren Wettbewerb und als Marktverzerrung. Sie prüft nach eigenen Angaben eine Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde. Bis zum 5. Oktober gilt eine staatliche Senkung der Dieselsteuer.

Der Rabatt wurde allerdings am Samstag auf sechs Cent je Liter halbiert. Weitere Preissteigerungen sind daher nicht ausgeschlossen. Vertreter der Transportbranche fordern weiterhin langfristige Maßnahmen zur Entlastung. Der Branchenverband Assopetroli-Assoenergia begrüßte unterdessen die Preismaßnahmen von Eni und Socar-Ip.

Sie seien ein positives Signal, müssten aber auf den Großhandel ausgeweitet werden, damit auch Unternehmen davon profitieren könnten, die bisher von den Preissenkungen der Regierung ausgeschlossen seien.

„Der nächste Schritt muss darin bestehen, die Vorteile auf den gesamten Markt auszuweiten“, erklärte der Präsident von Assopetroli-Assoenergia Andrea Rossetti. Die Regierung müsse deshalb umgehend Gespräche mit der gesamten Vertriebskette aufnehmen, um Maßnahmen gegen die hohen Kraftstoffpreise zu finden, die flächendeckend, wirksam und wettbewerbsneutral seien.

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