Elementarpädagogik: Länder fordern Begrenzung der Bundeskompetenz

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Elementarpädagogik: Länder fordern Begrenzung der Bundeskompetenz
Elementarpädagogik, Landesbildungsreferentenkonferenz, Feldkirch

Die Landesbildungsreferentenkonferenz in Feldkirch diskutierte die Neuordnung der Elementarpädagogik. Acht Länder wollen die geplante Bundeskompetenz klar begrenzen.

Unter dem Vorsitz Vorarlbergs tagte die Landesbildungs- und - elementarpädagogik referentenkonferenz am 2. Oktober an der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik in Feldkirch. Ein zentrales Thema war die geplante Neuordnung der Zuständigkeiten in der Elementarpädagogik. Nach dem Reformpartnerschaft sgipfel von Ende Juni 2026 soll der Bund künftig in bestimmten Bereichen bundesweite Mindestqualitätsstandards festlegen können. Acht der neun Bundesländer wollen diese neue Kompetenz jedoch klar begrenzen.

Streit um Bundeskompetenz in der Elementarpädagogik

Die Länder sollen weiterhin die Möglichkeit haben, über die bundesweiten Mindeststandards hinauszugehen. Genannt wurden unter anderem das zweite verpflichtende Kindergartenjahr, Sprachförderung, der Übergang vom Kindergarten in die Schule sowie Fragen zu Gruppengrößen und Betreuungsschlüsseln. Die Länder pochen zudem auf ein Zustimmungsrecht bei entsprechenden Gesetzesänderungen. Wien schließt sich dieser Forderung nicht an.

Eine Zustimmung der Länder zur neuen Bundeskompetenz sei an eine nachhaltige und verfassungsgesetzlich abgesicherte Finanzierung geknüpft, heißt es. Vorgesehen sei ein Finanzierungsmodell, bei dem der Bund die durch die neuen Maßnahmen entstehenden Kosten dynamisch abgilt. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass Länder, die bei Qualitätsmaßnahmen bereits weiter fortgeschritten sind, finanziell schlechter gestellt werden. Sollte es nicht zeitnah zu einer Einigung im Rahmen der Reformpartnerschaft kommen, fordern die Länder außerdem eine Verlängerung der bestehenden Vereinbarung nach Art. 15a B-VG zur Elementarpädagogik.

Weitere Themen: Bildungsrahmenplan und inklusive Pädagogik

Weitere Beratungen betrafen den bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen. Er soll zeitgemäß weiterentwickelt werden und weiterhin einen gemeinsamen pädagogischen Rahmen für die Bildungsarbeit bilden. Auch die inklusive Pädagogik war Thema. Für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf seien ausreichend Personal- und Ressourcenpakete notwendig. Die Länder berieten dabei auch über die Finanzierung und den Einsatz multiprofessioneller Unterstützungsteams.

Schulbereich: Reformpartnerschaft und Inklusion

Im Schulbereich stand ebenfalls die Reformpartnerschaft auf der Tagesordnung. Dabei ging es unter anderem um eine künftige Bündelung der Zuständigkeiten für das Schulpersonal bei den Bildungsdirektionen und um die Finanzierung dieses Systems. Ein weiterer Schwerpunkt war die Inklusion. Die Länder fordern eine bessere Finanzierung des von ihnen umgesetzten bedarfsgerechten Betreuungsschlüssels sowie weitere Anstrengungen bei der Ausbildung entsprechender Pädagoginnen und Pädagogen.

Die niederösterreichische Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sprach sich dabei für Wahlfreiheit zwischen inklusiven Modellen und Sonderschulen aus. Außerdem forderte sie die Wiedereinführung einer Ausbildung im Bereich Sonderpädagogik und eine Anpassung des sonderpädagogischen Förderbedarfs (SPF). Ein weiterer Punkt war die von Bildungsminister Christoph Wiederkehr im Juni vorgestellte School of Education. Vorarlberg setzt sich dafür ein, die Pädagogischen Hochschulen als Kompetenzzentren zu stärken und ihnen Steuerungs- und Qualitätssicherungsverantwortung für die neu organisierte Lehrerbildung zu übertragen.

Weitere Forderungen der Länder

Um auch für die gesamte Sekundarstufe ein vollständiges Fächerangebot abdecken zu können, werden zudem Kooperationen mit anderen tertiären Einrichtungen und zusätzliche Bundesmittel gefordert. Als Bereiche mit besonderem Bedarf werden unter anderem MINT, Deutsch/DaZ, Fremdsprachen, gewerblich-technische Fächer sowie Bewegung und Sport genannt. Die Länder brachten zudem den Ausbau und die Qualität ganztägiger Schulformen sowie die damit verbundenen Kosten zur Sprache. Auch die Attraktivierung der Schulleitungsfunktion sei ein Anliegen, um weiterhin ausreichend Interessierte für diese Aufgabe zu gewinnen. Für die Sommerschule werden ein besserer Betreuungsschlüssel und eine ausreichende Personalausstattung gefordert.

Bei der Elementarpädagogik verweisen die Länder auf mehrere Maßnahmen der vergangenen Jahre zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Genannt werden unter anderem der Ausbau der Kolleg-Angebote an den BAfEP sowie Angebote wie Elementar+ und die geplante Ausweitung eines Bachelorstudiums. Als weitere bisherige Maßnahmen werden die gesetzlich fixierte Mitfinanzierung des Bundes an der Schulsozialarbeit und an Schulsekretariaten von allgemeinbildenden Pflichtschulen sowie die verkürzte Lehramtsausbildung angeführt. Ziel der Länder sei es, Sprachförderung, Inklusion, qualifiziertes Personal und die Qualität in Kindergärten und Schulen weiterzuentwickeln.

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