Einzigartiges Tor-Spektakel: Der FC Barcelona ist wieder Europas...

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33 Tore, und die Saison hat gerade erst begonnen: Hansi Flick und Lamine Yamal entfachen Barça neu. Dahinter steckt ein bemerkenswertes Offensivkonzept.

33 Tore, und die Saison hat gerade erst begonnen: Hansi Flick und Lamine Yamal entfachen Barça neu. Dahinter steckt ein bemerkenswertes Offensivkonzept.gesetzt. Noch eindrucksvoller aber die Torausbeute seiner Offensivabteilung: 33 Treffer in sieben Partien.

Zahlen, die mit Blick auf die aktuelle Fußballlandschaft unweigerlich zu einer Frage führen: Wie ist dieses wiedererstarkte Barcelona zum derzeit vielleicht besten Team des Kontinents geworden? Besonders auffällig in dieser Mannschaft: Trotz der kräftezehrenden Fußball-WM im Sommer präsentieren sich alle Barça-Stars in Topform, darunter etliche frischgebackene Weltmeister. Selbst Lamine Yamal, der sich auf dem Weg zu Spaniens Titel einiges an Kritik anhören musste, überzeugt wieder mit seiner Durchschlagskraft.

Mehr denn je sucht er den Abschluss, immer deutlicher wandelt er sich vom Dribbelkünstler und Vorbereiter zum Vollstrecker . Ein Mitgrund für diesen kompromisslosen Angriff – Tempo, Intensität und Zielstrebigkeit suchen ihresgleichen – ist eine in Barcelona nicht unbekannte Offensiv-Variante: das Spiel ohne Mittelstürmer. Nur zu gern hätten die Katalanen heuerals Mittelstürmer verpflichtet, doch selbst das Scheitern dieses Transfers spielt ihnen nun in die Karten.

Praktisch alle Offensivakteure können ohnehin mehrere Positionen besetzen, der Angriff ist so völlig unberechenbar, ein fluides Verschieben und Attackieren. Und sollte es doch einmal einen klassischen Mittelstürmer benötigen, schlüpfte zuletzt Außenbahn-Edeltechniker und Kapitän Raphinha in die Rolle einer falschen Neun. Die derzeit treffsicherste Offensive Europas kommt also ohne echten Mittelstürmer aus.

Und während Kritiker meinen, dass sich dieser Ansatz spätestens in den späteren Phasen der Champions League, wenn eine einzelne Torchance über Aufstieg oder Ausscheiden entscheidet, rächen könnte, sei an Paris Saint-Germain erinnert. Noch sind die Franzosen die regierenden Könige Europas mit zwei Champions-League-Titeln in Folge. Eingespielt wurden diese von Luis Enriques Team praktisch ohne zentrale Sturmspitze, nur gelegentlich tauchte Ousmane Dembélé, ebenfalls ein Flügelspieler, auf dieser Position auf.

Der FC Barcelona wäre also gut beraten, nicht um jeden Preis einen Mittelstürmer zu verpflichten, nur damit einer da ist. Dennoch gilt: Die Qualität der bisherigen Gegner relativiert die Barça-Bilanz. Zuletzt schoss man den chancenlosen Aufsteiger Racing Santander mit 7:2 vom Platz. Was bisher gegen Elche , das schwächelnde Valencia und immerhin auch Athletic Bilbao von Erfolg gekrönt war, muss noch lange nicht gegen PSG oder Manchester City funktionieren.

Auch die Duelle gegen Erzrivale Real Madrid und Atlético Madrid sind noch ausständig, am Samstag wartet fürs Erste der Tabellenvierte FC Sevilla . In der Champions League war Feyenoord Rotterdam bis dato der einzige Prüfstein. Richtig aufschlussreich wird es Mitte Oktober beim Gastspiel bei PSG.

Es werden also weit stärkere Gegner kommen mit besseren Defensivreihen. Apropos Defensive. Die eigene Barcelona-Abwehr bleibt derweil ein Fragezeichen. Selbst beim 7:2 gegen Santander kassierten Flicks Mannen zwei vermeidbare Gegentore.

Die Aussichten sind aber gut: Pau Cubarsí, der eine bärenstarke WM für Spanien spielte , entwickelt sich mit seinen 19 Jahren immer mehr zum Abwehrchef. Mit Neuzugang und Weltfußballer-Kandidat Rodri wird sich die Defensivabteilung außerdem weiter stabilisieren. Überhaupt scheint die Entwicklung eine nachhaltige zu sein. Die Mannschaft überzeugt schließlich nicht erst seit diesem Saisonstart.

Trainer Flick führte den Klub bereits zu zwei Meistertiteln in Folge und formte ein Team, das Ballbesitz, Pressing und pfeilschnellen Angriff miteinander verbindet. Der furiose Saisonstart wirkt deshalb eher wie eine Fortsetzung seiner Aufbauarbeit denn wie ein kurzfristiger Ausreißer nach oben. So jedenfalls spielt Barcelona derzeit den aufregendsten Fußball Europas. Jetzt muss sich zeigen, ob aus dieser beeindruckenden Frühform ein echter Titeltanwärter reift.

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