Das Christian-Doppler-Labor am Campus Technik der Universität Innsbruck eröffnet am 26. Oktober eine neue Plattform für digitalisierten Tunnelbau. Mit Illwerke vkw, anderen Unternehmenspartnern und Unterstützung des Bundesministeriums wird ein datengetriebener Ansatz verfolgt, der digitale Zwillinge, maschinelles Lernen und Tunnel Information Modelling integriert.
Am Campus Technik der Universität Innsbruck öffnet die Türen zu einem brandneuen Forschungslabor, das einen bedeutenden Schritt in Richtung digitaler Revolution im Tunnelbau darstellt. Am Dienstag, dem 26.
Digitaler Tunnelbau im Hartgestein
Oktober, fand die feierliche Eröffnung des Christian-Doppler-Labors statt, das sich dem Thema "Maschineller Tunnelbau im Hartgestein 4.0" widmet. Dieses Projekt ist ein gemeinsames Unterfangen zwischen der Universität und einer Gruppe von sechs branchenführenden Unternehmen, deren Ziel es ist, die Praxis des Tunnelbaus zu modernisieren und die Effizienz, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu erhöhen. Ein zentrales Element des Labors ist der datengetriebene Ansatz, bei dem Bauwerksdaten mittels Simulationen und maschinellem Lernen in Echtzeit analysiert und optimiert werden.
So entsteht ein dynamisches Modell, das alle Phasen des Tunnelbaus abbildet - von der Erschließung bis zur endgültigen Fertigstellung und Logistik. Das Labor nutzt den Begriff "Digitaler Zwilling", um die virtuelle Replik des Tunnels zu beschreiben, das kontinuierlich mit aktueller Mess- und Geräteleistungsdaten aktualisiert wird. Diese fortlaufende Aktualisierung sorgt dafür, dass das digitale Modell stets die realen Bedingungen des Bauwerks widerspiegelt und somit Entscheidungsträger:innen, Ingenieur:innen und Projektteams die Möglichkeit geben, Szenarien zu simulieren und potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.
Digitaler Zwilling im Tunnelbau
Die Forschungsstrategie konzentriert sich nicht nur auf den eigentlichen Vortrieb, sondern betrachtet das gesamte System des Tunnelbaus. Dazu gehören die Ausbaudurchführung, die Riss- und Ringfüllung, sowie die Baulogistik, die einen reibungslosen Materialfluss sicherstellen soll. Durch die Konzentration auf ganzheitliches Tunnel Information Modelling (TIM) wird versucht, sämtliche Prozessschritte eng miteinander zu verknüpfen. Das Labor eignet sich bestens für die Durchführung von Messungen und Studien, wobei der Versuchsstollen Hagerbach in der Schweiz als geeignetes Testlabor dient.
Die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Illwerke vkw, dibit Messtechnik, Implenia Österreich, Sika Österreich, Skava Consulting und dem Versuchsstollen Hagerbach ermöglicht es den Forschern, das Praktikum der digitalisierten Prozesse mit realen Daten maßgeschneidert auf reale Bauwerksbedingungen abzubilden. Der Fokus auf die Herausforderungen im Tunnelbau im Hartgestein - insbesondere in alpiner Umgebung - ist unerlässlich. Geologische Bedingungen wie Fels und Gestein können im Construct zu kniffligen Problemen führen.
Digitalisierung und Automatisierung im Bauprozess
Laborleiter Matthias Flora betont die Notwendigkeit von Digitalisierung und Automatisierung: "Eine ganzheitliche Herangehensweise, kombiniert mit digitalen Tools, ermöglicht die Optimierung aller Bauprozesse", erklärt er. Er betont zudem, dass die Wissenschaft die Tür zu neuen Ansätzen öffnet, die in der Industrie bisher noch ungenutzt waren. Das Bauunternehmen Illwerke vkw ist Teil des Forschungsprojekts und bringt praktische Erfahrung in die akademische Arbeit ein.
Finanziert wird das Christian-Doppler-Labor durch Beiträge der öffentlichen Hand, insbesondere durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, sowie durch die Beteiligung der Unternehmen. Die Gleichzeitigkeit von akademischer Forschung und praxisorientierter Anwendung schafft einen Mehrwert für beide Seiten, indem strukturiertes Wissen mit industriellen Anforderungen vereint wird. Rektorin Veronika Sexl betonte während der Eröffnung die langjährige Tradition der Tunnelbauforschung an der Universität Innsbruck und die Bedeutung dieser neuen Initiative für die Future-Technologien.
Summa summarum bietet das Christian-Doppler-Labor einen integrierten Ansatz für die Optimierung des Tunnelbaus durch die Kombination digitaler, datenbasierter und maschineller Lernmethoden. Durch die engmaschige Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Unternehmenspartnerschaft wird ein effektives Modell geschaffen, das die Lebenszyklen von Tunnelprojekten über eine nachhaltig stärkere Infrastruktur optimiert. Abschließend steben sowohl die Universität als auch die Industrie in eine neue Ära der digitalen Lösungen und Aufbaustudien, die die Tunnelbaufachwelt prägen werden.
Tunnelbau Digitalisierung Datengetriebene Forschung Maschinelles Lernen Industrielle Partnerschaft
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