Dass es im Nationalteam wie beim 3:1-Sieg gegen Kosovo „wieder scheppert“, liegt zu einem großen Teil an der Fitness der Spieler. Auch der Teamchef lernt nie aus.
Dass es im Nationalteam wie beim 3:1-Sieg gegen Kosovo „wieder scheppert“, liegt zu einem großen Teil an der Fitness der Spieler. Auch der Teamchef lernt nie aus.seiner Mannschaft in Wien fiel es Kosovos Teamchef leicht, den siegreichen Österreichern zu gratulieren.
Foda, von 2017 bis 2022 selbst ÖFB-Teamchef, sagte: „Was Österreich extrem gut gemacht hat, war das schnelle Umschalten nach einfachen Ballverlusten von uns. Sie haben das eiskalt ausgenutzt mit ihrer Dynamik, ihrer Schnelligkeit und ihren Tiefenläufen.
“ In zwei Sätzen hatte der Deutsche treffend zusammengefasst, was die Elf von Ralf Rangnick an diesem Nations-League-Abend im Prater ausgezeichnet hatte. Sie war aggressiv, leidenschaftlich und scheute den Extra-Meter nicht. Österreichs Teamspieler liefen wieder mit dem Messer zwischen den Zähnen über den Rasen des Ernst-Happel-Stadions. Rangnick hatte die Mannschaft vergangenen Montag in Windischgarsten versammelt, um sie nach der Weltmeisterschaft wachzurütteln.
In den USA war das ÖFB-Team vom rechten Weg abgekommen. Es war teils nicht wiederzuerkennen, weil Intensität und Ausdauer fehlten.
„Es muss wieder scheppern“, forderte Rangnick noch vor der ersten Trainingseinheit. Nach dem überzeugenden wie unterhaltsamen 3:1 gegen Kosovo stellte er fest: „Heute hat es fast 90 Minuten gescheppert.
“Die Art und Weise, wie Österreich aufgetreten war, imponierte. Auch Rangnick war angetan.
„Es ging mir darum, wie wir uns auf dem Platz präsentieren. Vor allem was das Energie-Level angeht, war das schon wieder sehr gut. Genauso haben wir uns das vorgestellt.
“ Und dann sagte Rangnick auf der Pressekonferenz nach dem Spiel etwas, das wie ein spätes Schuldeingeständnis klang. „Wir haben den Kader bewusst mit Spielern zusammengestellt, die nicht nur gesund, sondern auch matchfit sind. Das ist Voraussetzung für unsere Spielweise. Nur ein bisschen Pressing geht nicht.
“In der Vergangenheit war das nicht immer der Fall gewesen. Nicht nur einmal waren Spieler mit Wehwehchen, Trainingsrückstand oder fehlender Matchfitness eingerückt, auf die Rangnick mitunter aus Solidarität nicht verzichten wollte. Die prominentesten Beispiele: Marko Arnautovic und David Alaba. Auch bei der Weltmeisterschaft traf das nun festgelegte Profil längst nicht auf alle Spieler zu.
Gleich acht Spieler seien „nicht 100-prozentig matchfit“ gewesen, verriet Rangnick in seiner WM-Analyse vor zwei Wochen. Xaver Schlager nannte er namentlich, einige andere wie die noch angeschlagen mitgereisten Florian Grillitsch und Patrick Wimmer konnte man sich zusammenreimen. Vor allem am Beispiel Xaver Schlager – er bat bei der WM im entscheidenden Gruppenspiel gegen Algerien in der Halbzeitpause um seine Auswechslung – lässt sich die Bedeutung des Fitnesslevels für die Art und Weise von Rangnicks Fußball veranschaulichen.
„Normalerweise muss Xaver den Kopf unter dem Arm tragen, bevor er sagt: Ich kann nicht mehr“, war der 68-Jährige vom totalen Erschöpfungszustand des Dauerläufers bei der Weltmeisterschaft überrascht. Warum Schlager im Sommer nicht annähernd sein gewöhnliches Pensum abspulen konnte, obwohl er zuvor bei Leipzig Stammkraft war, bleibt ein Mysterium. In den ersten beiden Nations-League-Spielen war Schlager jedenfalls wieder extrem umtriebig und überall auf dem Platz zu finden.
„So wie er heute gespielt hat, war das der Xaver, den wir brauchen. So hätten wir ihn auch bei der WM gebraucht, aber das nutzt jetzt nichts. Beide Sechser haben das richtig gut gemacht“, erklärte Rangnick und stellte damit auch Nicolas Seiwald ein gutes Zeugnis aus.
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