Geboren am 6. Jänner 1973 in Klagenfurt. Abgeschlossenes Studium der Medizin in Wien. Mitarbeiter der „Kleinen Zeitung“ in Klagenfurt ab 1991. Ab 2001 Journalist in der Wiener Redaktion der „Kleinen Zeitung“. Danach Innenpolitik-Redakteur beim Nachrichtenmagazin „profil“. Seit 2005 Innenpolitik-Redakteur bei der „Presse“.
Die SPÖ steuert auf einen Showdown am Sonntag zu: Da empfängt Andreas Babler ab 16 Uhr die Landesparteichefs der SPÖ in der Zentrale in der Löwelstraße.
Die roten Landeschefs treffen sich jedoch auch schon zuvor, um untereinander das Vorgehen zu besprechen. Und all dies sagt auch schon wieder etwas aus über den Zustand der SPÖ. Nach der Ankündigung Gerhard Zeilers für den Vorsitz der SPÖ zur Verfügung zu stehen, wollten sich die Landesparteichefs alleine zusammensetzen, um sich zu besprechen. Angestoßen von Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner, der zu einem „Arbeitstreffen“ lud.
Die Zeiler nahe stehenden Landesparteichefs wollten hier Fakten schaffen: Der für 6. November geplante Bundesparteivorstand sollte vorverlegt werden, dort dann ein Sonderparteitag beschlossen werden, auf dem Zeiler antreten kann. Drei Kandidaten: Gerhard Zeiler, Andreas Babler und Markus Marterbauer bei der dieswöchigen Filmpremiere „Bruno - Der junge Kreisky“ im Gartenbaukino in Wien. Doch Babler konterkarierte diese Pläne, indem er nun die Landesparteichefs zu sich einlud.
Diese mussten zähneknirschend einwilligen und versprachen nach Wien zu kommen. Als am Mittwochnachmittag noch der steirische Landesparteivorstand lief, dann die nächste Babler-Finte: Unabgesprochen lud er auch Gewerkschaftschef Wolfgang Katzian, SPÖ-Frauenvorsitzende Elisabeth Holzleitner und SPÖ-Staatssekretärin Schmidt zum Treffen mit den Chefs der Landesparteien. Lauter Vertraute. In den Ländern war man darüber verärgert.
„Typisch Babler. So ist er eben“, hieß es aus einer Landespartei. Die Landeschefs berieten sich noch einmal untereinander und kamen überein, an der Sitzung mit Babler weiterhin teilzunehmen, sich jedoch vorher gemeinsam zu treffen. Auch Michael Ludwig willigte ein.
Ort und Zeit dieses Treffens der neun Landesparteichefs sind noch nicht bekannt, es soll jedenfalls in Wien oder Umgebung stattfinden. Die Wiener Spitzen-Genossen ihrerseits wollen sich am Samstag treffen, um ihre Linie zu akkordieren. Derzeit ist die Wiener SPÖ, wie es aussieht, dreigeteilt: ein Drittel für Babler, ein Drittel für Zeiler, ein Drittel für einen Dritten, am besten Finanzminister Markus Marterbauer, ungeachtet dessen Erkrankung. Für Marterbauer, so heißt es, würde Babler sogar zurückziehen.
Ob sich der an Krebs erkrankte und in Therapie befindliche Markus Marterbauer das wirklich zutraut bzw. antun will, kann nur er selbst entscheiden. Parteichef ist jedenfalls eine zusätzliche Belastung. Sonst läuft alles auf ein Duell Gerhard Zeiler gegen Andreas Babler hinaus. Der Ausgang der Sitzung am Sonntag ist ungewiss.
Entweder gelingt es den Zeiler-Unterstützern aus den Ländern, Babler zu vermitteln, dass es vorbei ist. Oder Babler versucht die Sache in die Länge zu ziehen und auszusitzen. Eine Art Entscheidung sollte jedenfalls fallen. Zu rechnen ist mit einer intensiven Debatte über die Statuten der SPÖ.
Im Kern geht es darum: Reicht ein Sonderparteitag mit Delegierten aus, um den künftigen Parteichef zu bestimmen? Oder müssen dazu alle Mitglieder befragt werden?
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